Das Kopfschlagen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Das Kopfschlagen

Eine ruhige Anlehnung wird unmöglich, wenn das Pferd wiederholt mit dem Kopf schlägt. Zudem sind je nach Ausprägung erhebliche Risiken damit Kopfschlagen verbunden.
 
Gemeint ist nicht das einmalige Kopfhochwerfen, sondern eine regelmäßig wiederkehrende Bewegung. Dieses Kopfschlagen kann so heftig sein, dass es das Pferd förmlich von den Hufen reißt. Im schlimmsten Fall gipfelt es im Steigen. Der Übergang von einer unruhigen Kopfhaltung zum Kopfschlagen kann fließend sein. Spätestens dann, wenn das Pferd dem Reiter mit ruckartigem Kopfschlagen die Zügel zu nehmen droht, muss diesem Verhalten auf den Grund gegangen werden.

Gesundheit

Headshaking ist inzwischen als Krankheitsbild bekannt. Es handelt sich um eine Verhaltensstörung, die zu Beginn besonders im Frühjahr und Sommer auftritt. Ein Zusammenhang zwischen Lichteinfall und Headshaking wird vermutet, ebenso kommt eine Trigeminus-Neuralgie (Trigeminus = 5. Gehirnnerv) als Ursache in Betracht. Auch Ohren- oder Zahnschmerzen beispielsweise können die Verhaltensstörung auslösen. Bei heftigem Kopfschlagen sollte daher stets auch der Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Ausrüstung

Ein scharfkantiges Gebiss und ein unpassender Sattel können das Pferd zu heftigem Kopfschlagen veranlassen. Ebenso können Sperrhalfter gegen eventuell vorhandene Zahnhaken drücken und auf diese Weise Schmerzen verursachen. Darüber hinaus rufen auch stark einengende Hilfszügel Abwehrreaktionen hervor. Wie bei jedem Problem mit dem Pferd muss auch hier die Ausrüstung genau überprüft werden.

Der Einfluss des Reiters

Eine harte Reiterhand kann das Pferd zur Verzweiflung treiben. Dabei muss nicht immer große Kraft im Spiel sein; schon ein springender Zügel, der ständig am Maul des Pferdes ruckt, kann genügen, um Kopfschlagen auszulösen. So kann ein zu langer Zügel ebenso wie ein zu kurzer Zügel hart und unangenehm wirken. Entweder wird das Pferd in weicher Anlehnung – und das heißt konstanter, nicht springender Anlehnung – oder mit ganz hingegebenen Zügeln geritten (siehe auch Hilfengebung).

Ein steifer, klammernder Sitz zieht einerseits oft diese harte Hand nach sich, andererseits kann auch der Rücken des Pferdes in Mitleidenschaft gezogen werden. Geschmeidig, locker und im Gleichgewicht: Gutes Reiten ist die beste Vorbeugung (siehe Sitz des Reiters).

Nicht immer sind es körperliche Schmerzen, die das Kopfschlagen verursachen. Auch Ärger, Wut und Angst können das Pferd zum Äußersten treiben.

Was tun, wenn das Pferd mit dem Kopf schlägt?

Erst wenn alle möglichen Ursachen abgeklärt wurden, beginnt die Korrektur unter dem Sattel durch einen guten Reiter. Der lösenden Phase kommt eine besondere Bedeutung zu (siehe auch Skala der Ausbildung). Das Augenmerk des Reiters richtet sich vor allem auf Stellung und Biegung des Pferdes: Kopfschlagen kann das Pferd am besten mit geradem Hals, in entsprechender Stellung wird es schon schwieriger. Vorwärts-abwärts wird die Dehnungshaltung erreicht. Unverzichtbar ist eine flexibel agierende Reiterhand, die in jeder Situation die Verbindung zum Pferdemaul behält, ohne dabei hart einzuwirken. (Britta Schön)
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