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Weidemanagement

Weidegang ist für Pferde unverzichtbar. Unsere Weideflächen sind jedoch meist recht begrenzt und bedürfen entsprechender Pflege, um langfristig nutzbar zu bleiben.
 
© Foto: Richard Matéo / Fotolia
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Zu den grundlegenden Pflegemaßnahmen gehört die Düngung. Gedüngt wird vorzugsweise im Frühjahr und/oder Herbst. Kalkstickstoff beugt einer Übersäuerung des Bodens vor (Kalk) und beschleunigt das Wachstum (Stickstoff); Volldünger versorgt den Boden mit verschiedenen Mineralien. Wer jedoch wirklich etwas für den Weidebewuchs tun möchte, der lässt am besten eine Bodenprobe analysieren, um gezielt Bodennährstoffe zuführen zu können. Die Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA) führen solche Analysen durch.

Umtriebs- oder Portionsweide?

Die Weidepflege unterscheidet sich je nach der Nutzungsform. Bei der Umtriebsweide laufen die Pferde auf der gesamten Fläche, bis diese abgefressen ist, und werden dann auf eine neue Weide gebracht. Bei der Portionsweide hingegen wird Tag für Tag ein kleines Stück Weide mehr freigegeben, normalerweise abgetrennt durch einen Wanderzaun. Die Portionsweide zeigt sich etwas aufwendiger, eignet sich aber auch für leichtfuttrige Pferde, die bei unbegrenztem Weidegang schnell verfetten können.

Die Umtriebsweide

Auf der Umtriebsweide entstehen schnell so genannte Geilstellen. Hier liegen viele Pferdeäpfel, und das umstehende Gras wird nicht gefressen. Auch Unkräuter werden nicht abgeweidet und können sich so ungehindert ausbreiten. Es ist daher sehr wichtig, nach jedem Abweiden den überständigen Bewuchs zu mähen, das abgemähte Gras zu entfernen und die Weide zu schleppen bzw. die Weide zu mulchen. Auf diese Weise werden der Kot verteilt und die Bildung von Geilstellen vermindert. Einen Nachteil hat dieses Vorgehen allerdings: Im Kot enthaltene Würmer und Wurmlarven werden über die gesamte Fläche verteilt, der Wurmdruck erhöht sich. Bei dieser Weidehaltung sollten die Pferde daher mindestens alle drei Monate, also viermal jährlich, entwurmt werden. Im Idealfall wird die Weide regelmäßig abgemistet, um die Verbreitung von Parasiten zu vermindern. Nach circa sechs Wochen Ruhezeit kann die Weide erneut genutzt werden.

Die Portionsweide  

Was auch bei der Umtriebsweide sehr zu empfehlen ist, zeigt sich bei der Portionsweide beinahe schon als Notwendigkeit: Das Absammeln der Pferdeäpfel. Wenn täglich nur ein schmaler Streifen frisches Gras freigegeben wird, ist es umso wichtiger, dass dieses Gras nicht durch Mist verunreinigt ist. Hier sollte daher nach Möglichkeit ein- bis zweimal täglich abgemistet werden.
Durch die Begrenzung des Futters wird das Gras sehr tief verbissen und benötigt entsprechend mehr Zeit, um sich zu regenerieren und nachzuwachsen. Eine regelmäßige Nachsaat fängt die Schäden durch den tiefen Verbiss und auch Trittschäden auf.

Vorsicht, Matsch!

Bei starkem Regen, vor allem im Frühjahr und Herbst, weicht die Grasnarbe auf. Ein flotter Galopp über die Weide kann jetzt erhebliche Schäden im Bewuchs verursachen. Bei solchen Witterungsverhältnissen vermatschen kleine Flächen schnell zur Gänze, während große Flächen mit wenig Pferden die Belastung besser verkraften. Wenn die Grasnarbe erhalten werden soll, müssen die Weiden jetzt entsprechend geschont werden; sonst steht je nachdem eine komplette Neuansaat an. (Britta Schön)
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