Worauf es beim Stallbau ankommt | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Worauf es beim Stallbau ankommt

Moderne Stallbauten haben nur noch wenig mit den traditionellen alten Stallungen gemeinsam. Beim Stallbau stehen idealerweise Gesunderhaltung und Wohlbefinden des Pferdes im Mittelpunkt.
 
© Foto: Hans Joachim Groß / Fotolia
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Der Stall muss verschiedene Kriterien erfüllen: Er sollte geräumig, hell und luftig sein und auch soziale Kontakte zwischen den Pferden ermöglichen. Generell ist ein Kaltstall zu empfehlen, der in seiner Temperaturentwicklung dem Außenbereich folgt. Diese klimatischen Reize fördern die Gesunderhaltung des Pferdes. Darüber hinaus spielen ganz praktische Überlegungen eine Rolle: Wie können Arbeitsabläufe wie z. B. das Ausmisten vereinfacht werden? Es ist immer von Vorteil, wenn Zuwege für Trecker und andere Maschinen vorhanden sind.

Der Offenstall

Die Standfläche des Offenstalls muss trocken und groß genug für alle Pferde sein. Der Platzbedarf kann in etwa wie folgt berechnet werden: Pro Pferd wird die doppelte Widerristhöhe mal drei genommen. Hinzu kommt die Auslauffläche, die genug Platz auch zum Traben und Galoppieren bieten muss und keine Engstellen aufweisen darf. Der Stall selbst sollte zur Wetterseite hin geschlossen sein, sodass es nicht hineinregnen kann. Die Futteraufnahme muss so organisiert werden, dass jedes Pferd reichlich Platz hat (sonst kommt der Schwächste zu kurz, siehe Raufutter) Fressständer ermöglichen eine gezielte Einzelfütterung von Kraftfutter. Für den Fall einer Verletzung oder Erkrankung muss die Möglichkeit bestehen, einzelne Pferde von der Herde abzusondern und zu pflegen (siehe Gesundheit). Auch bei der Gruppenauslaufhaltung kann daher auf mindestens eine Box nicht verzichtet werden.

Der Boxenstall

Die althergebrachte Gitterbox mit ihren Maßen von drei mal drei Metern hat in der modernen Pferdehaltung ausgedient. Moderne Boxen sind deutlich größer, verfügen über Fenster und geteilte Türen. Die Wände haben Belüftungsschlitze, um eine Luftzirkulation zu ermöglichen und so das Sammeln schädlicher Dämpfe aus der Einstreu zu vermeiden. Halbhohe Wände ermöglichen einen Schnupper- und Kraulkontakt zum Nachbarn – falls sich die benachbarten Pferde nicht vertragen, können je nachdem Gitter eingefügt werden. Sofern der Platz ausreicht, sollte jede Box mit einem frei zugänglichen Paddock verbunden sein, sodass das Pferd frei wählen kann, ob es sich drinnen oder draußen aufhalten möchte.

In der Stallgasse ist ein möglichst rutschfester Boden wichtig, damit auch beschlagene Pferde sicheren Hufs wenden können. Sie sollte so breit angelegt sein, dass auch neben den dort angebundenen Pferden noch genug Platz bleibt, um andere Pferde mit einem gewissen Sicherheitsabstand vorbeizuführen.

Formalien

Vor dem Stallbau steht die Baugenehmigung. Wenden Sie sich rechtzeitig an das zuständige Bauamt! Diese Baugenehmigung muss nicht nur für die Errichtung neuer Gebäude eingeholt werden. Auch dann, wenn ein bestehendes Gebäude in Zukunft als Stall genutzt werden soll, bedarf diese Nutzungsänderung der Zustimmung des Bauamts. (Britta Schön)
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