Steckbrief: Berber

Hier erfahren Sie alles über Herkunft, Charakter und Eignung der Pfererasse Berber.
 
© Petra Eckerl / Fotolia
Das leistungswillige und freundliche Pferd hat eine besondere Veranlagung zur Dressur.

Steckbrief

  • Größe: ca. 145 – 157 cm
  • Herkunft: Algerien, Libyen, Marokko
  • Farbe: überwiegend Schimmel, aber auch alle anderen Grundfarben; selten Rappen, Palominos nicht anerkannt
  • Charakteristik: edel, dabei genügsam, eine der ältesten Pferderassen der Welt
  • Eignung: Fahr- und Reitpferd
  • Verwendung: Freizeit, Show, Western, Reit- und Fahrsport

Aussehen

Edles, nicht allzu großes Pferd, steht im Quadrat, kräftiger, gut angesetzter Hals, relativ kurzer Rücken, abfallende Kruppe mit tiefem Schweifansatz; schräge Schulter; gerades oder leicht konvexes Profil, langer bis mittellanger Kopf; kleine Ohren; ausgeprägte Ganaschen.

Charakter

Das leistungswillige und freundliche Pferd hat eine besondere Veranlagung zur Dressur, wird aber auch beim Springen und in der Westernreiterei eingesetzt und eignet sich für alle Disziplinen des Fahrsports. Erst 1990 wurden die ersten Tiere nach Deutschland importiert. Der Berber ist charakterfest und trotz seines durchaus vorhandenen Temperamentes unerschrocken.

Bewegung

Raumgreifend, mit „Knieaktion“. Mitunter findet man die Veranlagung zu Tölt und Pass. Meist ist der Berber sehr weich zu sitzen, trittsicher, antrittsstark und bei entsprechender Ausbildung auch unter dem Reiter sehr wendig.

Herkunft

Mit 145 bis 160 cm Stockmaß zählt der Berber zwar nicht zu den Riesen unter den Pferden, sein Ruhm als Stammvater anderer Rassen aber ist beinahe so groß wie der des Arabischen Vollbluts. Und er ist mindestens ebenso alt. Höhlenzeichnungen in Nordafrika beweisen, dass er dort schon lange vor unserer Zeitrechnung mit Menschen zusammentraf. Während der Punischen Kriege (264-146 v. Chr.) brachten die Karthager mithilfe ihrer ausdauernden und mutigen Tiere den Römern das Fürchten bei, und als im dritten Jahrhundert n. Chr. die Vandalen nach Nordafrika eindrangen, kreuzten sie ihre kaltblütigen Transportpferde mit den schnellen Afrikanern. Die Blütezeit des Berbers aber begann mit der Herrschaft des Islam. 800 n. Chr. brachten die Mauren eine große Zahl ihrer berühmten Tiere nach Spanien, wo er mit den einheimischen Pferden verpaart wurde und den Andalusier ergab. Als 1662 die Gattin Karls II. von England Tanger als Mitgift einbrachte, wurden wegen der Rennleidenschaft des Königs unzählige Berber nach England eingeführt, um den einheimischen Rassen mehr Schnelligkeit und Ausdauer zu verleihen. Damit wurden die kleinen Nordafrikaner zu den Vorläufern des englischen Vollbluts. Auch andere europäische Könige holten sich danach vermehrt Pferde von der Berberküste, um ihre eigenen Landschläge zu verbessern. Auch Lipizzaner, das Camargue-Pferd und fast alle amerikanischen Gangpferderassen haben Berberblut in sich. Den reinen Berber (RB) findet man heute fast nur noch in den Staatsgestüten seiner Heimatländer. Seit gut 1.000 Jahren wurden immer wieder auch Araber eingekreuzt. Der Araber-Berber (AB = Araberhengst und Berberstute) vereinigt die Schnelligkeit und Ausdauer des Arabers mit der Robustheit und Ausgeglichenheit des Berbers und wird von Leistungssportlern meist vorgezogen.
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