Steckbrief: Dülmener Wildpferd

Hier erfahren Sie alles über Herkunft, Charakter und Eignung der Pfererasse Dülmener Wildpferd.
 
© Sabine Heueveldop
Dülmener Wildpferde sind besonders anspruchslos, hart und robust.

Steckbrief

  • Größe: ca. 125 – 135 cm Stockmaß
  • Herkunft: Westfalen
  • Farbe: Überwiegend Grau- und Braunfalben, auch Schwarzbraune
  • Charakteristik: Ursprüngliches Pony
  • Eignung: Reit- und Fahrpony
  • Verwendung: Kinderreit- und Fahrpony

Aussehen

Die Größe des Dülmeners variiert zwischen ca. 125 und 135 cm. Farblich dominieren die Wildfarben: Graufalben und Braunfalben prägen das Bild der Herde. Die Graufalben werden auf den inzwischen ausgestorbenen Tarpan zurückgeführt, die Braunfalben auf das Przewalski-Pferd, das heute nur noch in Zoos anzufinden ist. Vereinzelt findet man auch schwarzbraune Pferde, die im Typ des Exmoor-Ponys stehen.
Dem modernen Reitpferde- bzw. Reitpony-Ideal entsprechen die Dülmener nicht – sie vertreten einen ursprünglichen Pferdetyp, äußerlich erkennbar durch Aalstrich und Zebrastreifen an den Beinen und dem Schulterkreuz. Sie sind eher klein, ihr Körperbau weist nicht die bei Reitpferden gewünschte Ideallinie auf.

Charakter

Die Lebensbedingungen des Dülmener Wildpferds prägen auch sein Wesen. In der Wildbahn stehen diese Ponys in einem harten Überlebenskampf. Entsprechend wichtig ist die Herde. Dabei erweisen sich die Dülmener Wildlinge als ausdauernd und zäh. Bei der Arbeit mit dem Menschen zeigt sich ihre wache Intelligenz, ebenso wie ihr freundliches Wesen. Grundsätzlich sind die Ponys gutmütig und genügsam.

Bewegung

Die Bewegungen des Dülmener Wildpferds sind unspektakulär, aber taktrein und elastisch. Mit viel Schub aus der Hinterhand erreichen die Ponys beachtlichen Raumgriff. Für Kinder sind diese Bewegungen sehr angenehm, da die Ponys im Trab kaum werfen und ihren Reiter so bequem sitzen lassen. Schautreter wird man hier vergeblich suchen, vor allem deshalb, weil nie daraufhin selektiert wurde.

Herkunft

Im Merfelder Bruch in Westfalen leben die Dülmener Wildpferde in der Wildbahn. Erstmals urkundlich erwähnt wurden diese Pferde 1316, als sich der Herr von Merfeld neben Jagd- und Fischereirechten auch das Recht an den „wilden Pferden“ sicherte. Es ist davon auszugehen, dass sie auch vor diesem Datum schon geraume Zeit dort anzutreffen waren. Damals umfasste ihr Lebensraum noch ca. 4000 Hektar, doch im Laufe der Zeit wurden sie immer mehr zurückgedrängt. Zwischen 1840 und 1850 drohten sie ganz zu verschwinden wie viele ihrer Artgenossen, doch der Herzog von Croy ließ die Pferde einfangen und bot ihnen „Asyl“ in der Wildbahn.

Eignung

Die Dülmener Wildpferde sind aufgrund ihrer Größe eher ungeeignet für erwachsene Reiter. Ein Schwerpunkt ihrer Verwendung liegt daher in Kinderhänden. Als Familienpferde lassen sie sich gut von Kindern reiten und gerne für die ganze Familie vor die Kutsche spannen. Gutmütig und gelehrig zeigen sie ihr Talent für den Trailparcours und sind zuverlässige Partner im Gelände.

Haltung

Dülmener Wildpferde sind besonders anspruchslos, hart und robust – nicht selten erreichen sie ein hohes Alter. Ihre Ansprüche an Haltung und Fütterung sind naturgemäß gering, verlangen aber doch Sachverstand; auf Gesellschaft und Bewegung können sie keinesfalls verzichten. Besonders zu achten ist auf die Vermeidung von durch Überfütterung verursachte Krankheiten. (=> Artgerechte Haltung)

Hätten Sie’s gewusst?

Es handelt sich bei diesen Ponys trotz des Namens eher um wild lebende als um echte Wildpferde. Der Einfluss des Menschen ist trotz allem unverkennbar – domestizierte Pferde haben sich immer wieder mit den Wildlingen vermischt. Dies zeigt u.a. auch die Mähne: Während echte ursprüngliche Wildpferde meist eine Stehmähne haben, weisen die Dülmener Wildpferde eine ganz „normale“ Hängemähne auf.
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