Steckbrief: Friese

Hier erfahren Sie alles über Herkunft, Charakter und Eignung der Pfererasse Friese.
 
© Sabine Heueveldop
Wie alle Pferde ist der Friese am glücklichsten, wenn er bei freier Bewegung in einer stabilen Herde leben kann.

Steckbrief

  • Größe: ca. 155 – 165 cm
  • Herkunft: Niederlande
  • Farbe: ausschließlich Rappen
  • Charakteristik: Barockes Warmblutpferd
  • Eignung: Fahr- und Reitpferd
  • Verwendung: Freizeit, Show, Barockturniere

Aussehen

Schon die Silhouette des Friesen ist unverkennbar. Hoch aufgerichtet, mit einem kräftigen, schön geschwungenen Hals und üppigem Langhaar, begeistern die Rappen ihre Liebhaber. Der Kopf ist relativ klein, die Brust breit, der Rücken eher kurz und die Kruppe oft leicht gespalten und abfallend. Gab es vor ca. 100 Jahren auch noch andere Farben wie Braune und Füchse in der Zucht, so ist heute die Rappfarbe das Markenzeichen des Friesen.
Durch den üppigen Kötenbehang hält sich oft Feuchtigkeit und Schmutz in den Fesselbeugen, was Mauke verursachen kann. Hier ist ständige Aufmerksamkeit und Pflege gefragt.

Charakter

Grundsätzlich gelten Friesen als gutwillig, ruhig, sanft und freundlich. Ihre Nervenstärke zeigen die „schwarzen Perlen“ sowohl vor dem Wagen und im Gelände als auch bei zahlreichen Showauftritten. Dennoch verfügen sie über einen gesunden Vorwärtsdrang und zeigen auch einiges Temperament, das nicht unterschätzt werden darf. Sensibel, wie diese Pferde sind, brauchen sie einen Menschen, der diese Eigenschaften zu schätzen weiß.

Bewegung

Der Friese beeindruckt vor allem im Trab durch seine hohe Knieaktion. Die Bewegung ist ruhig und elegant und zeigt eine deutliche Schwebephase. Friesen bewegen sich stets erhaben mit klarer Bergauf-Tendenz. Auch der Galopp wird deutlich bergauf gesprungen. Durch diesen kräftezehrenden Bewegungsablauf eignet sich der Friese nicht für längere Galoppstrecken in höherem Tempo.

Herkunft

Der Name ist Programm: Der Friese stammt aus den nördlichen Provinzen der Niederlande. Schon Julius Caesar hat das friesische Pferd erwähnt. Das Erscheinungsbild des heutigen Friesen ist unter anderem auf den Einfluss des spanischen Andalusiers (=> P.R.E.) im 16. und 17. Jahrhundert zurückzuführen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Rasse vom Aussterben bedroht, erfreut sich jedoch seit einigen Jahrzehnten stetig wachsender Beliebtheit.

Eignung

Wer mit Friesen fahren möchte, wird kein Problem haben, ein passendes Gespann zusammenzustellen: Die einheitliche Optik verleiht Friesengespannen einen besonderen Reiz. Auch bei Showvorführungen begeistern Friesenquadrillen mit eben diesem einheitlichen Auftreten. Hier sieht man oft auch Friesenreiter und -reiterinnen, die ihre Pferde im Barock-Outfit präsentieren. Da der Friese sich sehr gut für die klassische Dressur bis hin zur Hohen Schule eignet, glänzt er auch auf Barockturnieren.
Nicht zuletzt ist der Friese ein zuverlässiger Begleiter in der Freizeit. Weder Galopprennen noch große Sprünge sind seine Sache, doch trägt er seinen Reiter gerne durchs Gelände.

Haltung


Wie alle Pferde ist der Friese am glücklichsten, wenn er bei freier Bewegung in einer stabilen Herde leben kann. Unabdingbar ist Witterungsschutz: Schatten im Sommer, Wind- und Regenschutz im Herbst und Winter. Der starke Kötenbehang stellt besonders große Ansprüche an einen trocken und festen Untergrund, damit Matsch und Nässe keine Hauterkrankungen in der Fesselbeuge verursachen können. Ein befestigter Winterauslauf ist daher ein Muss.
=> Artgerechte Haltung

Hätten Sie’s gewusst?

Im 18. Jahrhundert wurden friesische Pferde bei volkstümlichen Trabrennen eingesetzt. Aus diesen Pferden entwickelte sich der „Harddraver“, der an der Entstehung des Orlow-Trabers beteiligt war.
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