Steckbrief: Percheron

Hier erfahren Sie alles über Herkunft, Charakter und Eignung der Pfererasse Percheron.
 
© Roberto A Sanchez / iStockphoto
Die erste Pariser Omnibusgesellschaft, die 1826 gegründet wurde, spannte ausschließlich Percherons vor ihre Wagen.

Steckbrief

  • Größe: ca. 165 – 177 cm Stockmaß
  • Herkunft: Frankreich
  • Farbe: überwiegend Schimmel, selten Rappen
  • Charakteristik: schweres Kaltblut
  • Eignung: Zug- und Arbeitspferd
  • Verwendung: Fahren, Arbeit, Freizeitreiten

Aussehen

Percherons sind ausgesprochen beeindruckende, große und schwere Kaltblutpferde. Dabei verfügen sie über viel Ausstrahlung. Große und ausdrucksvolle Augen prägen das Gesicht. Der Hals ist ausgesprochen kräftig, die Schulter eher steil und die Kruppe sehr breit und häufig gespalten. Mähne und Schweif sind eher fein, ebenso wie der Fesselbehang. Die Schimmelfarbe überwiegt deutlich.

Charakter

Gutmütigkeit und Intelligenz zeichnen den Percheron aus. Dabei zeigt er sich trotz seiner Schwere bei der Arbeit nicht etwa schwerfällig und träge, sondern durchaus energisch und eifrig, manchmal sogar übereifrig. Es mangelt also nicht an Temperament. Dieses ist allerdings gut regulierbar, ist der Percheron doch ein ausgesprochen umgängliches und leistungswilliges Pferd.

Bewegung

So wie der Percheron sich bei der Arbeit willig und eifrig zeigt, so sind auch seine Gänge. Schritt und Trab sind die Hauptarbeitsgangarten dieser massigen Kaltblüter. Dabei zeigen sich die Pferde erstaunlich energisch und ausdauernd mit lockeren Bewegungen. Der Galopp allerdings verlangt bei der Masse der Pferde sehr viel Kraft und ist daher für längere Strecken oder hohe Geschwindigkeiten eher ungeeignet.

Herkunft

Ihren Namen hat die Rasse von der Region La Perche im Norden Frankreichs. Seit dem Mittelalter wurden immer wieder iberische und orientalische Pferde in die Region gebracht. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden vermehrt schwere Pferde wie der Boulonnais und der Brabanter eingekreuzt. Nun entstand der heutige schwere Typ. Um 1900 waren Percherons weltweit anerkannt und als Arbeitspferde begehrt.

Eignung

Percherons wurden für den schweren Zug gezüchtet. Auch wenn sie heute durchaus als Freizeitpferde genutzt werden können, so sind sie doch vor dem Wagen zuhause. Bei Zugwettbewerben beeindrucken sie mit ihren Leistungen das Publikum. Auch vor Brauereikutschen sind die großen Schimmel zu finden. Als Reitpferde sind sie vor allem für Freizeitreiter geeignet, die es auch gerne mal ruhig angehen lassen.

Haltung

Wer ein Pferd von so beeindruckender Masse und Größe halten möchte, der braucht natürlich einen stabil gebauten Stall mit entsprechenden Ausmaßen, und auch Halfter, Sattel und Trense müssen entsprechend angepasst werden. (=> Ausrüstung) Die Fütterung wird ebenfalls dem Bedarf des schweren, aber relativ leichtfuttrigen Pferdes angeglichen. Ansonsten aber haben Percherons die gleichen Bedürfnisse wie andere Pferde auch und brauchen vor allem freie Bewegung, frische Luft und Pferdegesellschaft. (=> artgerechte Haltung, Fütterung)

Hätten Sie’s gewusst?

Die erste Pariser Omnibusgesellschaft, die 1826 gegründet wurde, spannte ausschließlich Percherons vor ihre Wagen. Die Schimmel wurden von den Passagieren „les dames blanches“ genannt: die weißen Frauen, vermutlich in Anlehnung an eine zeitgenössische Oper von François Adrien Boieldieu.
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