Steckbrief: Shagya-Araber

Hier erfahren Sie alles über Herkunft, Charakter und Eignung der Pfererasse Shagya-Araber.
 
© Petr Mašek / Fotolia
In Bábolna leben die Pferde auf riesigen Flächen.

Steckbrief

  • Größe: ca. 150 – 163 cm Stockmaß
  • Herkunft: Ungarn
  • Farbe: überwiegend Schimmel, seltener Füchse, Braune, Rappen
  • Charakteristik: Edelrasse
  • Eignung: Reit- und Fahrpferd
  • Verwendung: alle Sparten des Reit- und Fahrsports

Aussehen

Der Shagya-Araber ist ein elegantes Pferd im arabischen Typ, das aber mehr Substanz und Größe als der Vollblutaraber aufweist. Das Fundament ist stärker, der Röhrbeinumfang sollte nicht unter 18 cm betragen. Das Gesicht ist edel und trocken, die Nasenlinie gerade bis leicht konkav, die Augen groß und ausdrucksvoll. Ein ausgeprägter Widerrist und eine schräge Schulter bilden eine gute Sattellage.

Charakter

Shagya-Araber zeigen sich aufgeweckt, intelligent, lebhaft und freundlich. Ihr Temperament lässt sich gut regulieren. Das menschenbezogene Wesen dieser Pferde erweist sich beim täglichen Umgang. Unter dem Sattel begeistern Shagya-Araber durch ihre Rittigkeit. Darüber hinaus sind sie ausgesprochen leistungswillig und leistungsfähig. Zäh und ausdauernd können sie große Leistungen erbringen.

Bewegung

Shagya-Araber sind Sportler, und so bewegen sie sich auch. Der Schritt ist raumgreifend und fleißig. Im Trab begeistern diese Pferde durch viel Schwung, sie bewegen sich elastisch und leichtfüßig. Der Galopp ist rund gesprungen über viel Boden, auch in dieser Gangart bewegen die Shagya-Araber sich raumgreifend und energisch. Mit diesem Bewegungsablauf weisen Shagya-Araber ein großes sportliches Potenzial auf.

Herkunft

Das ungarische Staatsgestüt Bábolna ist die Heimat der Shagya-Araber. Das Gestüt in der Nähe von Budapest wurde 1789 gegründet. Im Jahr 1816 schlug die Geburtststunde des Shagya-Arabers: Per Erlass wurde beschlossen, nur noch arabische Hengste für die Zucht zu verwenden. Einerseits entstand im Gestüt eine reine Araberzucht, andererseits entstand durch die Anpaarung arabischer Hengste mit einheimischen Stuten die einzigartige Araberrasse von Bábolna. Benannt wurde die Rasse nach einem ihrer Stammhengste.

Eignung

Der Shagya-Araber wurde von Anfang an als vielseitiges Reit- und Fahrpferd gezüchtet und weist heute entsprechend gute Eigenschaften auf: Sowohl im Springparcours als auch im Dressurviereck ist er zuhause, ebenso wie im Gelände, beim Jagdreiten und vor der Kutsche. Darüber hinaus finden sich Shagya-Araber auch erfolgreich im Distanzsport. So gibt es fast nichts, was diese Pferde nicht können. Als Allrounder begeistern sie auch Freizeitreiter.

Haltung

In Bábolna leben die Pferde auf riesigen Flächen. So können die Jungpferde sich von Anfang an spielerisch trainieren. Die edlen Shagyas werden also durchaus robust gehalten. Auch in Privathaltung sollte ein Shagya-Araber viel freien Auslauf genießen. Wie immer gilt: Ein Witterungsschutz ist ein Muss, doch eine Box ist nicht die beste Lösung. Pferdegesellschaft ist ebenfalls unverzichtbar. (=> artgerechte Haltung, Fütterung)

Hätten Sie’s gewusst?

Im Jahr 1857 gelangte ein Beduinenjunge nach Bábolna, der sich nicht von seinen Pferden hatte trennen wollen, die für das Gestüt gekauft worden waren. Dieser Junge wurde vom Kaiser der Donaumonarchie auf die Kadettenschule geschickt, schlug die Offizierslaufbahn ein und wurde später unter dem Namen Mihály Fadlallah el Hedad Gestütskommandant in Bábolna.
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