Die Geburt bei Pferden

Es ist soweit: Die Stute fohlt. Eine Pferdegeburt benötigt im Normalfall kein Eingreifen des Menschen. Achten Sie darauf, ob alles planmäßig verläuft.
 
© N.Beschedsnick
Wenn das Fohlen gänzlich heraus geglitten ist, steht die Stute auf.
Für die Geburt legt sich die Stute normalerweise hin. Es ist jedoch durchaus möglich, dass sie immer noch herum läuft oder auch wieder aufsteht, wenn bereits eine weiße Blase aus der Scheide austritt.

Achten Sie darauf, dass sich die Stute so hinlegt, dass das Fohlen heraus gleiten kann, ohne direkt gegen eine Wand zu prallen, also möglichst mittig in die Box; ebenso muss vermieden werden, dass das Fohlen auf der Weide unter dem Zaun hindurch rutschen kann. Sie sind ein zurückhaltender Beobachter. Selbstverständlich vermeiden Sie jeden unnötigen Lärm und Krach und nachts auch grelles Licht, um die Stute nicht zu stören.

In den Wehen

Mit den Presswehen wird das Fohlen nun heraus geschoben. Das Fohlen liegt dabei lang gestreckt, der Kopf ruht auf den Vorderbeinen. Als Erstes können Sie daher die vorderen Hufe erkennen. Wichtig: Sie sollten beide Beine sehen können! Es kann vorkommen, dass ein Bein oder der Kopf zurückgeknickt ist, was erhebliche Schwierigkeiten verursachen kann. In diesem Fall wenden Sie sich umgehend an Ihren Tierarzt.Ist die Geburt einmal richtig in Gang, schreitet sie im Normalfall recht schnell voran. Wenn sich im Verlauf mehrerer Presswehen über 15 - 20 Minuten nichts mehr tut und die Lage des Fohlens sich nicht verändert, wird es ebenfalls Zeit für den Tierarzt. Nur auf tierärztliche Anordnung greifen Sie selbst ein!

Erste Atemzüge

Wenn das Fohlen gänzlich heraus geglitten ist, steht die Stute auf. Dabei reißt die Nabelschnur, und normalerweise öffnet sich nun (spätestens mit dem ersten Zappeln des Fohlens) auch die Eihaut. Dies ist ein sehr kritischer Punkt: Wenn die Eihaut nicht rechtzeitig aufreißt, kann das Fohlen schnell ersticken. Hier kann unser Eingreifen nun wirklich sinnvoll sein: Der Kopf des Fohlens mit Maul und Nüstern muss auf jeden Fall von der Eihaut befreit werden. Wenn dies nicht von alleine geschieht, ist zügiges Handeln unsererseits gefragt. Es sind übrigens Fälle bekannt, in denen ein scheinbar gerade in der Eihaut ersticktes Fohlen durch Herzmassage zurück ins Leben gerufen wurde – doch so viel Glück hat nicht jedes Fohlen.

Die Nachgeburt

Die Fruchthäute aus der Gebärmutter bilden die so genannte Nachgeburt. Nachdem das Fohlen herausgeglitten ist, hängen diese nach wie vor aus der Scheide und bilden dabei leider eine gut begehbare Brücke für Keime.

Normalerweise löst sich die Nachgeburt von alleine im Verlauf von bis zu circa vier Stunden. Keinesfalls sollten Sie versuchen, durch ein Ziehen den Vorgang zu beschleunigen! Dadurch besteht die Möglichkeit, dass die Nachgeburt abreißt und Reste davon in der Gebärmutter bleiben. Ist die Nachgeburt also auch nach einigen Stunden nicht vollständig abgegangen, rufen Sie den Tierarzt. Wenn Reste in der Gebärmutter bleiben bzw. wenn die Nachgeburt zu lange braucht, um sich zu lösen, kann es zu einer schweren Stoffwechselstörung kommen. Nach Geburt und Nachgeburt wird die Box selbstverständlich gereinigt und frisch eingestreut. (Britta Schön)
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren