Die Wahl des Hengstes | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Die Wahl des Hengstes

Haben Sie sich dazu entschieden, ein Fohlen aus Ihrer Stute zu ziehen, stehen Sie vor der nächsten großen Frage: Welcher Hengst ist der richtige für Ihr Pferd? Viel hängt von der Wahl des Vaters ab – schauen Sie genau hin.
 
Ehe Sie eine Wahl treffen, sollten Sie sich auch tatsächlich eine größere Auswahl von Hengsten ansehen. Der Hengst auf der Nachbarweide, im nächsten Dorf oder bei Bekannten im Stall ist zwar im wahrsten Sinne des Wortes nahe liegend, aber nicht zwangsläufig auch der geeignetste Vater für Ihr Fohlen. Es geht um Zucht, nicht um unqualifizierte Vermehrung. Unbedingte Voraussetzung ist, dass der Hengst gekört und als Deckhengst zugelassen ist. Mit der Körung und Anerkennung durch den Zuchtverband werden Gesundheit, Qualität und vollständige Abstammung des Hengstes bescheinigt. Im Frühjahr, zu Beginn der Decksaison, veranstalten Zuchtverbände, Gestüte und Hengsthalter Hengstschauen, auf denen sich die stolzen Vatertiere präsentieren. Hier können Sie sich einen Überblick verschaffen und einen ersten Eindruck gewinnen.

Welcher Hengst für meine Stute?

Der Hengst, der Ihnen am besten gefällt, passt nicht automatisch auch zu Ihrer Stute. Zu einer gezielten Anpaarung gehört es, beide Elterntiere zunächst einmal für sich, dann im Hinblick auf den Partner zu begutachten. So braucht die hochedle und feine Stute vielleicht einen Hengst mit etwas mehr Substanz, während anders herum die solide und nervenstarke Stute gut zu einem Veredler passt.

Wenn die Stute Gebäudefehler aufweist, ist es besonders wichtig, auf den korrekten Körperbau des Hengstes zu achten. Achtung: Eine zehenweite Stellung (die „Spitzen“ des Hufen zeigen zu weit nach außen) der Stute beispielsweise lässt sich nicht durch eine zehenenge (die „Spitzen“ des Hufes zeigen zu weit nach innen) Stellung des Hengstes ausgleichen! Hat Ihre Stute einen Stellungsfehler, so sollte der Hengst möglichst schnurgerade auffußen; ist das Sprunggelenk Ihrer Stute zu stark gewinkelt, sollte die Winkelung des Gelenks beim Hengst keinesfalls zu steil, sondern unbedingt korrekt sein, usw. (siehe Pferdebeurteilung)

Wenn möglich, besichtigen Sie auch Nachzucht des Hengstes. Gefallen Ihnen seine Fohlen? An seinen Nachkommen können Sie auch erkennen, ob der Hengst einheitlich vererbt oder in der Vererbung streut. Bei älteren Hengsten laufen oft schon Söhne und Töchter im Sport, deren Leistung auf diese Weise dokumentiert ist.

Die Abstammung des Hengstes

Ein Blick auf das Papier lohnt sich hier in jedem Fall. Der Abstammungsnachweis des Hengstes gibt Aufschluss über mehrere Generationen. Denken Sie daran: Manche Merkmale können in der Vererbung Generationen überspringen, auch die Großeltern- und Urgroßeltern-Generation verdient Ihre Aufmerksamkeit. Auch Inzucht lässt sich so von vorneherein vermeiden. (Britta Schön)
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