Jungpferde unter sich

Ein Faktor ist von entscheidender Bedeutung für den weiteren Lebensweg unseres Fohlens: Handelt es sich um einen Hengst oder eine Stute? Das Geschlecht hat Konsequenzen.
 
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Platz, Gesellschaft, Licht und Luft: Was für jedes Pferd unverzichtbar ist, gilt in besonderem Maße für Jungpferde.
Am besten werden Hengstfohlen direkt nach dem Absetzen in getrennte Aufzuchtgruppen gebracht. Zu groß ist sonst das Risiko, dass durch frühreife Junghengste sogenannte „Weideunfälle“, also unerwünschte Fohlen, zur Welt kommen. Eine Stute bereitet zunächst einmal weniger Probleme. Bei einem Hengst hingegen müssen Sie sich sowohl um einen speziellen Hengst-Aufzuchts-Platz bemühen als auch eine Entscheidung treffen – Kastration oder nicht? Ein Wallach hat es normalerweise leichter im Leben. Er darf ohne Einschränkungen mit anderen Pferden auf der Weide laufen, ist meist einfacher im Umgang und wird im Normalfall ein unkompliziertes Verhältnis zu seinem Besitzer haben. Einen Hengst aufziehen sollten Sie nur dann, wenn er wirklich Qualitäten als Zuchthengst aufweist. Einen ersten Hinweis darauf haben Sie bereits bei der Fohlenprämierung durch den Zuchtverband erhalten

Die Haltung

Platz, Gesellschaft, Licht und Luft: Was für jedes Pferd unverzichtbar ist, gilt in besonderem Maße für Jungpferde. Die Gesellschaft gleichaltriger Kameraden kann dabei kaum hoch genug geschätzt werden. Altersgenossen toben gemeinsam und trainieren sich dabei spielerisch ganz nebenbei, während erwachsene Pferde oft nur ein müdes Lächeln für die Spiele der Jugend haben. Allein unter Erwachsenen wird das Jungpferd deutlich weniger spielen und laufen.

Es kann jedoch nicht schaden, auch ein paar erwachsene Pferde mit den jungen Hüpfern laufen zu lassen – diese tragen viel zur Erziehung bei und bringen den Halbstarken Manieren und soziales Verhalten näher. Keinesfalls darf ein junges Pferd alleine aufwachsen, ebenso wie die reine Boxenhaltung absolut tabu ist. Die medizinische Versorgung muss ebenso wie die Hufpflege auch während der Aufzucht in jedem Fall gesichert sein.

Die Erziehung

Bereits als Fohlen hat das junge Pferd gelernt, sich führen und anbinden zu lassen. Der Schmied ist ein vertrauter Bekannter, und auch der Tierarzt kann problemlos impfen oder eine eventuelle Erkrankung behandeln? Damit kann das junge Pferd alles, was es können muss. Die Aufzucht ist eine Zeit der unbeschwerten Kindheit, die Sie Ihrem Jungpferd gönnen sollten. Nach zwei Jahren können Sie damit beginnen, dem Pferd bei zunächst noch kurzen Spaziergängen die Umwelt zu zeigen.

Beinahe erwachsen

Nach ungefähr drei Jahren endet die relative Freiheit. Das junge Pferd ist zwar noch nicht ganz ausgewachsen, aber doch so weit gereift, dass wir allmählich mit der Ausbildung beginnen können. Nun beginnt ein ganz neuer Lebensabschnitt: Es bleibt zu wünschen, dass die Hoffnungen und Träume, die Sie bei der Bedeckung der Stute gehegt haben, sich nun erfüllen werden! (Britta Schön)
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