Pferdebeurteilung: Schritt, Trab, Galopp | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Pferdebeurteilung: Schritt, Trab, Galopp

Beim Reitpferd ist das schönste Standbild nicht viel wert, wenn das Bewegungspotenzial nicht ausreicht. Hier werden in Sport und Zucht höchste Ansprüche gestellt.
 
Je nach Nutzung haben Reiter unterschiedliche Ansprüche an die Bewegung. Folgende Kriterien gelten für das moderne Sportpferd:

Der Schritt

Der Schritt soll ein klarer Viertakt sein, ruhig und weit ausschreitend; die Hinterhufe sollten dabei mindestens in die Spur der Vorderhufe treten, gerne auch noch weiter vor. Eine Verschiebung zum Pass ist ebenso unerwünscht wie ein nervöses Zackeln (d.h. das Pferd wechselt immer wieder von unruhigem Schritt in unruhigen Trab mit kurzen, abgehackten Bewegungen) oder ein generell sehr kurzer Schritt, bei dem die Hinterhufe hinter den Spuren der Vorderhufe zurückbleiben.

Der Schritt findet oft zu wenig Beachtung, wenn ein Pferd beispielsweise mit einer spektakulären Trabaktion beeindruckt. Dennoch ist ein guter Schritt eine wichtige Voraussetzung für die reiterliche Nutzung des Pferdes – sowohl im Sport als auch im reinen Freizeitbereich.

Der Trab

Direkt vor bzw. hinter dem Pferd können Sie zunächst die Korrektheit des Ganges beurteilen. Grundsätzlich wird ein möglichst gerades Ausgreifen sowohl der Vorder- als auch der Hinterbeine gewünscht, da die Gelenke dadurch am wenigsten stark belastet werden. Rassebedingt kann es hier jedoch auch Abweichungen geben: Beim Paso Peruano beispielsweise gilt der so genannte „Termino“, bei dem das Pferd aus der Schulter heraus die Vorderbeine nach außen kreisen lässt, als durchaus rassetypisch und erwünscht.

Eine leichte Außenstellung der Hufe ist generell eher zu tolerieren als eine Innenstellung, erwünscht ist beides nicht. Manche Gebirgsponyrassen weisen jedoch rassetypisch eine leichte Außenstellung der Hufe auf - dies lässt darauf schließen, dass diese Stellung möglicherweise die Trittsicherheit erhöht. Bei einer starken Fehlstellung nach innen werden darüber hinaus die Fesselgelenke noch deutlich stärker belastet als bei einer Fehlstellung nach außen.

Im Seitenbild präsentiert sich das Pferd mit seinem ganzen Trabpotenzial. Gewünscht wird ein schwungvoller und elastischer Trab mit viel Raumgriff: Das Pferd sollte energisch mit den Hinterbeinen unter den Schwerpunkt treten, eine gut erkennbare Schwebephase zwischen den diagonalen Zweibeinstützen (während ein diagonales Beinpaar den Boden berührt, wird das andere Beinpaar gemeinsam vor geschwungen) zeigen und mit jedem Tritt deutlich Boden gewinnen.

Der Galopp

Es ist immer sinnvoll, das Pferd auch freilaufend zu begutachten, da hier störende Einflüsse durch den Vorführer ausgeschlossen werden können. Zudem können Sie im Freilaufen auch die Galoppade betrachten, die schön aufwärts gesprungen in einem klaren Dreitakt präsentiert werden sollte, wobei das Pferd nach Möglichkeit im Gleichgewicht läuft und von selbst den jeweiligen Innengalopp wählt. Kreuzgalopp wird nicht gerne gesehen.  (Britta Schön)
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