Pferdebeurteilung: Stand und der Körperbau des Pferdes | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Pferdebeurteilung: Stand und der Körperbau des Pferdes

Sofern Sie keine Spezialrasse züchten, bei der das Zuchtziel von dem Ideal eines modernen Reitpferdes erheblich abweichen kann, gelten bei der Bewertung des Pferdes grundlegend die gleichen Richtlinien.
 
© Foto: Viktoria Makarova / Fotolia
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Das Pferd sollte insgesamt einen harmonischen Eindruck machen und gut proportioniert wirken; normalerweise wünscht man sich dabei ein Pferd im rechteckigen Format, doch auch eher quadratische Pferde haben ihre Liebhaber.

Körperbau

Der ideale Kopf ist sicherlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks, sollte jedoch ruhige Augen zeigen und bei Stuten auch gerne einen mütterlichen Ausdruck.

Den Hals wünschen wir uns nicht zu tief angesetzt, gerne etwas gewölbt mit einem leichten Genick, dabei nicht zu kurz, doch auch nicht extrem lang. Die lange und schräge Schulter gilt gemeinhin als wünschenswert, ebenso wie ein gut markierter und bemuskelter Widerrist (eine gute Sattellage).

Die Brust sollte genügend breit sein (das können wir später von vorne noch einmal überprüfen) und der Leib ausreichend Rumpftiefe aufweisen. Die ideale Kruppe ist ebenfalls lang, schräg und gut bemuskelt.

Die Gliedmaßen

Korrekten Gliedmaßen kommt eine ganz besondere Bedeutung zu: Nur ein Pferd mit gesunden Beinen und Hufen kann dauerhaft reiterlich belastet werden.

Beginnen Sie vorne:

Der Unterarm ist relativ lang, das Vorderfußwurzelgelenk groß und kräftig, dabei klar abgesetzt. Das Röhrbein ist klar und trocken, eher kurz und nicht eingeschnürt, d.h. Vorder- und Hinterkante verlaufen parallel zueinander.

Die Fesselung ist weder extrem kurz noch sehr lang, federnd, aber nicht zu weich. Der Fesselstand passt zum Hufstand, d.h. die Schrägen von Fessel und Huf passen zueinander.

Bei der Hinterhand legen Sie ein besonderes Augenmerk auf die Winkelung der Gelenke. Als Hilfe dient eine gedankliche Verlängerung der hinteren Röhrbeinkante: Trifft diese Linie auf die Sitzbeinhöcker-Kante, ist die Winkelung in Knie und Sprunggelenk grundsätzlich als korrekt anzusehen.

Das Sprunggelenk sollte des Weiteren groß und kräftig mit deutlich ausgeprägter Hacke sein, und das Röhrbein muss sauber „eingeschient“ sein, d.h. der Übergang zum Gelenk ist nicht etwa versetzt, geschnürt oder verwaschen, sondern klar und gerade.

Die Hufe

Last but not least richten Sie Ihr Augenmerk auf die Hufe. Diese sollten nicht zu klein oder gar eng sein, sondern vorne eher rund, hinten eher oval geformt. Jeder Form von fehlerhaftem Huf, sei es ein Bockhuf mit zu steiler Wand und zu hohen Trachten (hinterer Bereich der Hufwand), ein Flachhuf mit zu flacher Wand und flachen Trachten oder ein Zwanghuf mit starker Trachtenverengung, muss äußerst kritisch vermerkt werden, da auch das beste Pferd ohne gute Hufe nicht dauerhaft belastet werden kann - ein fehlerhafter Huf reicht aus, um die Eignung des Pferdes in Frage zu stellen. (Britta Schön)
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