Der Takt

Von Beginn der Ausbildung an wird dem Takt eine große Bedeutung zugemessen. Unter Takt versteht man das Gleichmaß des korrekten Bewegungsablaufes in den Gangarten des Pferdes.
 
Nicht umsonst steht der Takt gleich am Beginn der Skala der Ausbildung: Takt und Losgelassenheit bedingen einander und sind die Voraussetzung für jede konstruktive Arbeit. Zwar bringt jedes Pferd ein natürliches Taktgefühl mit und läuft auf der Weide meist im Takt, doch stört der Reiter das Pferd in seinem Bewegungsablauf, so dass der Takt unter dem Sattel neu erarbeitet und gefunden werden muss.

Der Begriff „Takt“ wird einerseits verwendet, um eine Gangart zu charakterisieren, andererseits beschreibt er die Ausführung dieser Gangart.

Schritt, Trab, Galopp

Jeder Gangart ist ein bestimmter Takt zu eigen: So ist der Schritt ein Viertakt, der Trab ein Zweitakt, der Galopp ein Dreitakt. Das heißt: Im Schritt fußen nacheinander alle vier Hufe auf (gleichseitig, aber nicht gleichzeitig, lautet der Merksatz), geht das Pferd über Asphalt, hören wir einen Viertakt. Im Trab fußt das Pferd mit den diagonalen Beinpaaren zeitgleich auf: Es ergibt sich ein Zweitakt. Im Galopp beginnt das äußere Hinterbein, es folgt die Diagonale inneres Hinterbein – äußeres Vorderbein, und das innere Vorderbein (im Linksgalopp also das linke Vorderbein) bildet den Abschluss der Fußfolge. Zu hören ist der charakteristische Dreitakt.

Reinheit und Gleichmaß des Ganges

Schritt ist also ein Viertakt. Gerade in dieser Gangart sind Taktfehler häufig zu finden. Verschiebt sich der klare Viertakt hin zum Zweitakt, tendiert der Schritt in Richtung Pass, bei dem die gleichseitigen Beinpaare auch gleichzeitig abfußen. Wird das Pferd im Schritt aufgenommen und kontrolliert geritten, ist es die höchste Anforderung, den reinen Viertakt der Gangart zu erhalten. So ist der Schritt in gewisser Hinsicht die schwierigste Gangart.

Der Trab als Zweitakt ist grundsätzlich einfacher taktrein zu reiten. Hier kommt es darauf an, ein gleichmäßiges Grundtempo zu finden und zu halten: nicht zu eilig, nicht zu schleppend, passend zum Pferd. Auch müssen die Beine des Pferdes gleichmäßig weit nach vorne geführt werden.

Im Galopp kann der Reiter zwischen Rechts- und Linksgalopp wählen. Dabei kann es jedoch passieren, dass das Pferd in Kreuzgalopp springt, also vorne links, hinten rechts galoppiert (oder umgekehrt). Das ist ein grober Fehler. Ein weiterer Taktfehler zeigt sich häufig, wenn der Galopp extrem zurückgeführt wird: Dann wird aus dem Dreitakt schon einmal ein Viertakt, wenn der Bewegungsablauf so verzögert wird, dass das diagonale Beinpaar nicht mehr zeitgleich, sondern nacheinander auffußt.

Ursachen

Taktfehler sind unbedingt ernst zu nehmen. Beim jungen Pferd zeigen sie an, wo es noch hakt, beim weiter ausgebildeten Pferd sind sie ein deutliches Zeichen für eine mangelhafte Ausbildung, für Verspannungen oder auch ernsthafte gesundheitliche Probleme. So gehört immer auch ein Gesundheitscheck dazu, wenn man daran geht, den Taktfehlern auf den Grund zu gehen. (siehe auch Gesundheit) Häufig sind Taktfehler jedoch durch den Reiter verursacht. Vor allem eine übermäßige Handeinwirkung stört das Pferd in seinem Bewegungsablauf und verhindert die Losgelassenheit. (=> Hilfengebung) Wer Taktfehler bekämpfen will, muss in erster Linie an dieser Losgelassenheit seines Pferdes arbeiten.
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