Ursachenforschung bei Problempferden

Wenn Probleme beim Reiten auftreten, steht die Ursachenforschung an erster Stelle. Dabei muss der Blick des Reiters auch über den Sattel hinausgehen und das gesamte Umfeld des Pferdes berücksichtigen.
 
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Die Korrektur von Problempferden ist stets eine anspruchsvolle und langwierige Aufgabe.
Kein Pferd wird böse geboren. Es gibt temperamentvolle, ängstliche, selbstbewusste, träge oder freche Pferde – doch zu Problempferden werden sie erst im Kontakt mit dem Menschen. Ihr Verhalten resultiert einerseits aus ihrer Veranlagung, andererseits aus ihren Erfahrungen, und es ist aus Sicht der Pferde stets der Situation angemessen. Es liegt daher immer an uns Menschen, wenn beim Reiten Schwierigkeiten auftreten.

Ursache: schlechtes Reiten

Unsicherer Sitz, rudernde Hände, klopfende Schenkel: Das sind häufige Ursachen für Probleme mit dem Pferd. Das Pferd kann die widersprüchliche und häufig auch unangenehme Einwirkung durch den Reiter entweder schlicht ignorieren – dann gilt es schnell als stur und faul –, oder es kann sich wehren – dann ist es bald als bösartig verschrien. Bei jedem Problem muss der Reiter daher zunächst einen selbstkritischen Blick auf sein eigenes Können werfen.

Ursache: unpassende Ausrüstung

Ein drückender Sattel, ein scharfkantiges oder unpassendes Gebiss oder ein zu eng verschnalltes Reithalfter können dem Pferd auf Dauer große Schmerzen zufügen. Wenn das Pferd beim Reiten den Rücken wegdrückt, sich gegen das Gebiss wehrt oder sich auch generell ungern bewegt, steht unbedingt ein Ausrüstungs-Check auf dem Programm. Schon Kleinigkeiten können hier große Auswirkungen haben.

Ursache: fehlerhafte Haltung

Haltung und Fütterung spielen ebenfalls eine Rolle beim Problempferd. Übermäßige Kraftfuttergaben im Zusammenhang mit ungenügender freier Bewegung können beispielsweise dazu führen, dass Pferde regelrecht explodieren und sich ohne Rücksicht auf den Reiter austoben. Je reizärmer die Umgebung des Pferdes ist, desto heftiger wird es beim Ausritt etwa auf Umweltreize reagieren und zum Scheuen neigen. Grundsätzlich sind eine artgerechte Haltung und bedarfsgerechte Fütterung wichtige Voraussetzungen für ein ausgeglichenes Reitpferd.

Ursache: Erkrankungen und Schmerzen

Wenn das Pferd krank ist und Schmerzen hat, kann es nicht unbeschwert unter dem Reiter gehen. Vor allem Rückenerkrankungen sind hier zu nennen, doch auch Zahnschmerzen können zu erheblichen Problemen beim Reiten führen. Wenn alle anderen möglichen Ursachen überprüft und ausgeschlossen wurden, steht daher auch ein Gesundheits-Check durch den Tierarzt an.

Probleme vermeiden

Die Korrektur von Problempferden ist stets eine anspruchsvolle und langwierige Aufgabe. Erstes Bestreben muss es daher sein, Probleme schon im Vorfeld zu vermeiden. Dazu gehören sowohl das nötige Fachwissen als auch Einfühlungsvermögen. Nicht zuletzt müssen wir bedenken, dass auch Pferde ihrer Tagesform unterworfen sind und daher nicht immer gleich gut „funktionieren“ können. (Britta Schön)
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