Deutsche Reitabzeichen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Deutsche Reitabzeichen

Bei den deutschen Reitabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) steht die sportliche Leistung im Vordergrund. Ein langer Weg führt vom Einstieg bis zum höchsten Abzeichen.
 
Reitabzeichen gibt es in den Klassen IV bis I. Als Einstieg dient die Klasse IV, das so genannte „kleine“ Abzeichen. Das Abzeichen in Gold kann nicht durch eine Prüfung, sondern nur durch Turniererfolge erworben werden. Wer als Turnierreiter einen Reitausweis beantragen möchte, kann mit dem Reitabzeichen Kl. IV in Leistungsklasse 6, mit dem Reitabzeichen Kl. III in Leistungsklasse 5 eingestuft werden.

Das Reitabzeichen Kl. IV
Voraussetzung für den Erwerb des deutschen Reitabzeichens Kl. IV ist der Basispass Pferdekunde, eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Das Pferd bzw. Pony des Prüflings muss jedoch mindestens 5 Jahre alt sein. Die praktische Prüfung ist an den Anforderungen der Kl. E ausgerichtet, dabei sind in der Dressur Hilfszügel (nach Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 1 und 2, außer Schlaufzügel) erlaubt. In der Theorie werden u.a. Grundkenntnisse der Reitlehre, die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes und Kenntnisse über das richtige Verhalten im Gelände und im Straßenverkehr abgefragt. Bestanden ist die Prüfung, wenn in Dressur, Springen und Theorie jeweils mindestens die Wertnote 5,0 (auf einer Skala bis 10) erreicht wurde.

Das Reitabzeichen Kl. III (Bronze)
Nachfolgend kann (nach wenigstens drei Monaten) das bronzene Reitabzeichen Kl. III erworben werden. Auch hier muss das Pferd/Pony mindestens 5 Jahre alt sein. Verlangt werden eine A-Dressur und ein A-Stilspringen, dazu wiederum eine theoretische Prüfung. Auch hier muss jeweils mindestens die Note 5,0 erreicht werden. Für Reiter, die im laufenden Kalenderjahr mindestens 22 Jahre alt werden, besteht die Möglichkeit, beim bronzenen Abzeichen den Schwerpunkt auf eine Disziplin zu legen. Wer den Schwerpunkt Dressur wählt, absolviert eine L-Dressurreiterprüfung auf Trense geritten, kann jedoch auf den Springparcours verzichten. Wer den Schwerpunkt Springen wählt, absolviert eine Stilspringprüfung Kl. L mit Standardanforderungen, benötigt jedoch keine Dressurprüfung. Bei diesen disziplinspezifischen Abzeichen muss mindestens die Wertnote 5,5 erreicht werden. In beiden Fällen müssen die Prüflinge zusätzlich im Außengelände Trab und Galopp im leichten Sitz zeigen.

Das Reitabzeichen Kl. II (Silber)
Das Reitabzeichen in Silber öffnet den Weg in höhere Leistungsklassen im Turniersport, doch kann dies auch durch Turniererfolge erreicht werden. Es ist also kein Muss. Der Prüfling muss seit mindestens einem Jahr im Besitz des Reitabzeichens Kl. III sein, das Pferd/Pony muss mindestens 5 Jahre alt sein. In der Praxis wird eine Dressurreiterprüfung Kl. L auf Kandare geritten und ein Stilspringen der Kl. L mit Standardanforderungen verlangt. In der Theorie werden umfassende Kenntnisse der Deutschen Reitlehre auf dem Niveau der Klasse L sowie erweiterte Kenntnisse in Pferdehaltung und Veterinärkunde erwartet. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn jeweils mindestens die Wertnote 6,5 erreicht wurde. Auch hier gibt es die Möglichkeit, das Abzeichen disziplinspezifisch zu erwerben; verlangt wird dann entweder eine Dressurreiterprüfung Kl. M oder ein Stilspringen der Kl. M. Das silberne Reitabzeichen kann auch durch Turniererfolge errungen werden.

Das Reitabzeichen Kl. I (Silber mit Lorbeer)
Voraussetzung ist das Reitabzeichen Kl. II, das Pferd/Pony muss mindestens 6 Jahre alt sein. Gefordert wird eine Dressurprüfung Kl. M und ein Stilspringen Kl. M mit Standardanforderungen. Gefordert ist eine Durchschnittsnote von 6,5, keine Teilprüfung darf schlechter als 5,5 bewertet werden. Bei der disziplinspezifischen Variante wird eine Dressurprüfung Kl. S bzw. ein Stilspringen Kl. S absolviert. Auch das Reitabzeichen Kl. I kann durch Turniererfolge erworben werden.

Das Reitabzeichen in Gold
Das DRA in Gold kann nicht durch Prüfung erworben werden. Es wird ausschließlich aufgrund von Erfolgen im Turniersport verliehen. Gewertet werden Einzel-Turniererfolge in Deutschland.
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