Doma Vaquera

Ähnlich wie das Westernreiten ist die Doma Vaquera eine Arbeitsreitweise, die ihren Ursprung in der Arbeit mit den Rindern hat. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede.
 
Die Lässigkeit des Cowboys sucht man beim stolzen Spanier vergebens. Auch der spanische Pferdetyp mag dazu beigetragen haben, dass selbst bei dieser Gebrauchsreiterei Versammlung, Eleganz und Ausdruck eine große Rolle spielen. Es ist jedoch überliefert, dass die Doma Vaquera ebenso wie die ersten Pferde von Spanien nach Amerika exportiert wurde und dort zum Ursprung der Westernreiterei wurde.

Ursprünge
Die Doma Vaquera findet in Spanien (vor allem in Andalusien) ursprünglich beim Treiben und Aussortieren der Rinder Anwendung. Da es bei der Arbeit mit den Stieren im wahrsten Sinne des Wortes um Leib und Leben von Reiter und Pferd gehen kann, sind äußerste Präzision und ständige Konzentration von beiden Partnern gefragt. Die Rinder leben auf großen Flächen, so dass die Pferde bei der täglichen Arbeit wichtige Partner sind. Über Jahrhunderte war die Doma Vaquera in dieser Weise rein zweckgebunden. Erst in den letzten ca. dreißig Jahren hat sich auch eine Turnierszene etabliert. Darüber hinaus begeistern Doma-Vaquera-Vorführungen das Publikum bei zahlreichen Veranstaltungen.

Charakteristik
Die Pferde werden nach klassischen Grundsätzen ausgebildet. Hauptgangarten sind Schritt und Galopp, der Trab spielt bei der Arbeit oder auf Turnieren kaum eine Rolle und findet nur in der Ausbildungsphase stärkere Beachtung. Um präzise und schnell auf feinste Hilfen des Reiters reagieren zu können, müssen die Pferde gut ausbalanciert und entsprechend gymnastiziert sein. Schnelle Wendungen auf engstem Raum, Spurts und Stops und natürlich auch Seitengänge sind Anforderungen der Doma Vaquera, ebenso wie schnelles Rückwärtsrichten, Pirouetten und Galoppwechsel. So ergibt sich insgesamt ein ausgesprochen rasantes Bild. Eine weitere Besonderheit dieser Reitweise ist die Garrocha. Dabei handelt es sich um eine drei Meter lange Holzstange, die ursprünglich zum Sortieren der Rinder verwendet wurde. Vorführungen mit der Garrocha demonstrieren extreme Wendigkeit, Geschicklichkeit und Präzision. Das Pferd ist dabei auf blanke Kandare gezäumt, die Zügel werden einhändig geführt. Die Gewichtshilfen des Reiters sind von entscheidender Bedeutung. Das ideale Pferd für die Doma Vaquera ist sowohl leistungswillig und -fähig als auch nervenstark und belastbar.
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