Gangpferdereiten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gangpferdereiten

Die Gangpferdereiter eint – wie der Name schon sagt – vor allem die Gangveranlagung ihrer Pferde. Doch innerhalb der Gangpferdeszene gibt es große Unterschiede in Typ und Stil.
 
Pferde mit Gangveranlagung waren früher auch in Mitteleuropa weit verbreitet. Die bekannten Zelter des Mittelalters waren nichts anderes als töltende Pferde. Die heutigen Gangpferderassen jedoch sind nicht in Deutschland beheimatet, sondern wurden hier nach und nach eingeführt. Die Spanne reicht dabei von den kleinen, robusten und ursprünglichen Islandpferden über die Pasos aus Südamerika bis hin zum hochedlen und sehr eleganten American Saddlebred Horse – hier ist für jeden Geschmack etwas zu finden.

Die Gangveranlagung
Die Gangveranlagung sieht von Rasse zu Rasse unterschiedlich aus und kann sogar innerhalb einer Rasse von Pferd zu Pferd variieren. Weit verbreitet sind Variationen eines Vier-Takt-Ganges, beim Islandpferd beispielsweise finden wir darüber hinaus auch den Pass. Der Einfachheit halber verwenden wir im Folgenden den Begriff Tölt für den Vier-Takt-Gang. Beim Tölt handelt es sich – grob vereinfacht gesagt – um einen sehr schnellen, gelaufenen Schritt. Dabei gibt es keine Schwebephase, es ist immer mindestens ein Bein am Boden. Dadurch entsteht ein weitgehend erschütterungsfreier Bewegungsablauf, der für den Reiter besonders bequem zu sitzen ist und oft als ein Gleiten, eine fließende Bewegung empfunden wird, die für Freunde dieser Pferde den besonderen Reiz ausmacht. Dabei können je nachdem auch erstaunliche Geschwindigkeiten erreicht werden.

Charakteristik
Beim Gangpferdereiten steht tatsächlich der Gang des Pferdes im Vordergrund. Ausdruck, Akzentuierung und Taktreinheit der Gänge werden in speziellen Gangpferdeprüfungen bewertet. Verschiedene Rassen haben hier oft auch unterschiedliche Turniere und Prüfungsformen. Generell geht der Tölt oft mit einer hohen sogenannten Knieaktion, d.h. dem deutlichen Anheben der Vorderbeine einher. Im Tölt reitet es sich am besten geradeaus. So wird dieser Gang bei Islandpferdeprüfungen beispielsweise nicht auf dem kleinen Dressurviereck, sondern auf der großzügigen Ovalbahn gezeigt. Neben diesem speziellen Talent lässt sich ein Gangpferd generell genauso nutzen wie andere Pferde auch. Gangpferde können vor der Kutsche gehen, sie können je nachdem auch springen oder dressurmäßig geritten werden, sie sind beliebte Begleiter auf Wanderritten. Hier entscheiden die Vorlieben des Reiters über die Ausbildung des Pferdes. Wichtig ist bei der Ausbildung allerdings, darauf zu achten, dass das Pferd seine Gänge klar trennt und jeden Gang für sich sauber und korrekt ausführt. Was für Dreigänger meist kein Problem darstellt, kann beim Gangpferd eine anspruchsvolle Aufgabe sein.
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