Steckbrief: Leopardgecko | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Leopardgecko

Leopardgeckos bevorzugen Biotope, die zumindest eine gewisse Luftfeuchtigkeit aufweisen. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Systematik, Nachwuchs, Aufzucht, Sinnesleistungen, Ernährung und Haltung des Leopardgecko.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Leopardgeckos legen Toiletten an, d. h. sie koten nur an einer bestimmten Stelle im Terrarium.

Steckbrief

  • Körperlänge: 10 - 13 cm
  • Lebenserwartung: über 20 Jahre
  • Verbreitung: Südl. Irak, Iran, NW-Indien, Turkmenien, Afghanistan
  • Lebensraum: Trockengebiete mit wenig Vegetation, Geröllfelder
  • Lebensweise: häufig nachtaktiv, Einzelgänger
  • Artbestand: nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Reptilien (Kriechtiere)
  • Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)
  • Familie: Gekkonidae (Geckos)
  • Gattung: Eublepharis (Leopardgeckos)
  • Art: Eublepharis macularius (Leopardgecko)

Aussehen

Der Leopardgecko ist ein gedrungener, etwas dicklich wirkender Bodengecko mit einer Vielzahl von farblichen Varianten. Im Regelfall ist die Grundfarbe ein schmutziges Gelb mit dunkleren (schwarz-blauen bis bräunlichen) Fleckenzeichnungen. Die Jungtiere sind leuchtend gelb mit breiten, schwarzen Streifen gezeichnet, diese Streifen sind am Kopf und Schwanz weiß. Mittlerweile sind jede Menge Farbzuchten in jeder erdenklichen Kombination erhältlich. Dies geht so weit, dass es nun Tiere gibt, die keinerlei Farbe mehr aufweisen. Auffällig sind das Fehlen von Haftlamellen und die über die Seiten verteilten Tuberkel, die wie Pickel aussehen.

Nachwuchs und Aufzucht

Nach einer Winterruhe erfolgt eine, für Echsen-Verhältnisse, recht friedvolle Paarung, und ungefähr nach einem Monat legt das Weibchen zwei Eier. Hierbei ist es sinnvoll, eine Box mit bspw. feuchtem Moos anzubieten, da die Tiere in der Natur so tief graben, bis sie in feuchtere Bereiche vordringen. Die Eier werden bei nahezu 100 Prozent Luftfeuchte bei 26 bis 31° C inkubiert. Starke Nachtabsenkungen haben sich als vorteilhaft erwiesen; der Nachwuchs ist dann größer und agiler. Der Schlupf erfolgt nach 45 bis 60 Tagen. Die Aufzucht erfolgt in Kleinstterrarien, als Bodengrund benutzt man Küchenkrepp, um das Verschlucken von Sand zu vermeiden.

Lebensweise und Verhalten

Leopardgeckos bevorzugen Biotope, die zumindest eine gewisse Luftfeuchtigkeit aufweisen, und sind in den ersten Nachstunden am aktivsten, da sie dann noch genügend hohe Temperaturen aufweisen. Sie leben einzelgängerisch und streifen auf der Suche nach Beute, die aus Insekten, kleineren Echsen und jungen Nagern besteht, weit umher. Dank ihrer kräftigen Krallen vermögen sie gut zu klettern. Im Terrarium sind sie übrigens dann aktiv, wenn gefüttert wird, und liegen oft auch tagsüber außerhalb der Versteckhöhlen herum.

Kommunikation und Sinnesleistungen

Das Gehör und die Augen sind sehr gut ausgeprägt, auch die Stimme kommt oft zum Einsatz, z. B. wenn sie ergriffen werden. Junge Geckos starten sogar auf den Pfleger Scheinangriffe und quieken laut. Manche Halter meinen, dass der dabei hochgereckte Schwanz an einen Skorpion erinnert. Bei der Balz umrundet das Männchen das weibliche Tier unter bestimmten zuckenden Bewegungen. Ist sie nicht paarungsbereit, faucht sie laut und macht einen Buckel. Inwieweit der Geruchssinn eine Rolle spielt, ist nicht ganz geklärt; Leopardgeckos können jedoch auch in völliger Dunkelheit Beute machen.

Ernährung

In Menschenobhut erhalten Leopardgeckos Insekten, die der Körpergröße der Bodengeckos angepasst sind – große Heuschrecken und tropische Schaben werden von Erwachsenen bevorzugt. Babymäuse sollten sparsam verfüttert werden, da sonst eine Verfettung droht. Außerhalb der Paarungszeit kann man ruhig zwei bis drei Tage in der Woche auf eine Fütterung verzichten. Pflanzliche Nahrung nehmen Leopardgeckos selten, meist gar nicht zu sich.

Haltung

Als Bodenbewohner brauchen diese Geckos hauptsächlich Grundfläche. Man kann ohne Probleme ein Männchen mit mehreren Weibchen zusammenhalten. Bei 1,4 (ein Männchen, vier Weibchen) sollte die Grundfläche 120 x 60 cm betragen. Als Bodengrund ist lehmiger Sand zu favorisieren, da hier selbst gegrabene Höhlen nicht gleich wieder einstürzen. Die Temperaturen sollten bis 35° C (am wärmsten Punkt) gehen. Ob man dazu einem Wärmestrahler den Vorzug vor einer Bodenheizung gibt, ist egal. Allerdings sind Strahler naturnäher, und man sieht die Tiere beim Aufwärmen. Leopardgeckos brauchen kein UVB.

Hätten Sie's gewusst?

Leopardgeckos legen Toiletten an, d. h. sie koten nur an einer bestimmten Stelle im Terrarium, was die Reinigung natürlich erheblich vereinfacht. Außerdem werden sie sehr zahm.

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