Entenbiotop im eigenen Garten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Entenbiotop im eigenen Garten

Enten haben das gewisse Etwas - schon Walt Disney hatte das erkannt und trickreich genutzt. Spaß und Spannung verspricht aber auch das kleine Entenhausen vor der Haustür.
 
© pixabay.com/pcdazero (CC0 Public Domain)
Entenhausen im eigenen Garten?
Das prachtvolle Outfit imponiert Menschen seit langem. Schon vor Jahrhunderten waren die chinesischen Staatsbeamten, die Mandarine, so sehr von den Enten angetan, dass sie sich in denselben Farben kleideten. Und nun tragen die hübschen Wasservögel aus China den Namen Mandarinenten. Sie gehören bei uns zu den beliebtesten Zierenten. Aber auch Brautenten, Krickenten, Zimtenten und Baikalenten sind schmucke Federtiere mit einer großen Fangemeinde. Da sie wenig kälteempfindlich sind und kein tiefes Wasser zum Tauchen brauchen, sind sie recht pflegeleicht. Es gibt nur ein Problem: Zierenten können fliegen. Darum muss man sie entweder in einer geräumigen Voliere halten oder ihnen einseitig die Handschwingen beschneiden und sie damit bis zur nächsten Mauser flugunfähig machen. Dann können sie auch auf dem ganzen Grundstück umherwatscheln.

Das Enten-Gehege

Um Entenhausen in den eigenen Garten holen, haben wir uns bei Michael von Lüttwitz, dem Vorsitzender des Verbandes der Hühner- Groß- und Wassergeflügelzüchtervereine (VHGW) einige Tipps geholt: Zehn Quadratmeter Wohnfläche sollte einem Pärchen in einer Voliere zur Verfügung stehen. Da jedes Tier seinen eigenen Bereich braucht, eine Nische zum Zurückziehen und zudem die Möglichkeit, seinem (mitunter aufdringlichen) Kumpel aus dem Weg zu gehen, wird das Enten-Gehege innen mit Sträuchern und Bäumchen begrünt. Kletterpflanzen oder Schilfmatten schirmen die Bewohner auf einer, besser noch auf zwei Seiten vor neugierigen Blicken von außen ab. Auch Enten legen Wert auf Privatsphäre. Ein Stall muss nicht sein, aber auf ein trockenes Plätzchen legen die Vögel Wert, das kann ein auf drei Seiten geschlossener Unterstand sein.

Wetterschutz

Als Unterschlupf eignen sich gebündeltes Schilf, ein Holzkasten oder ausgedientes Weinfass. Je mehr Pärchen eine Voliere bewohnen, desto größer sollte die (gemeinsam genutzte) Schutzhütte sein. Darüber hinaus kann man die Voliere zum Schutz vor Regen zur Hälfte mit Plexiglas überdachen. Nasse Füße wollen sich Enten in einem Teich holen. Eine Waschschüssel genügt diesem Bedürfnis nicht. Eher schon ein in den Boden eingegrabener Plastik-Sandkasten für Kinder. Als Plantschbecken braucht er dann noch einen guten Ein- und Ausstieg. Wer geschickt ist, konstruiert einen Ausfluss und bettet das Plastikteil auf eine Kiesschicht, damit das Wasser ablaufen kann. Mindestens ein Mal pro Woche wird das Wasser gewechselt. Den größten Badespaß verspricht freilich ein Naturteich mit Sumpfzonen. Im Frühjahr muss man allerdings die noch zarte Vegetation vor den Schnäbeln schützen.

Tisch und Bad trennen

Vorsicht bei Folienteichen, die sind von den scharfen Krallen leicht durchlöchert. Steine im Uferbereich und Platten mit Kieselstruktur am Zugang bieten Sicherheit. Ideal und gut sauber zu halten sind Betonteiche. In jedem Wasser-Fall wichtig sind gute Ein- und Ausstiege, damit die Enten – egal wie hoch der Wasserstand ist und der kann nach dem Plantschen im Nu absinken – wieder he-raus können. Um das Badewasser vor Verschmutzung zu schützen, dürfen übrigens Futter- und Trinkwassergefäße nie in seiner Nähe stehen. Apropos Futter: Ein gutes Entenmenü besteht immer aus Körnern und viel Grünfutter. Mischfutter für Hühner schmeckt auch Wassergeflügel, wenn man Waldvogelfutter, Leinsamen oder Wellensittichfutter untermischt. Als wertvolles Grün werden Kräuter, Klee, Brennessel, Löwenzahn serviert, dazu Wasserlinsen, Blattsalate, Grünkohl – alles kleingeschnitten und mit Wasser angefeuchtet. Wichtig ist die Frische und Vielfalt! (Nina Blersch)



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