Käfigeinrichtung für Vögel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Käfigeinrichtung für Vögel

Ein Vogelkäfig sollte nicht nur der Größe der Tiere, sondern auch ihren Bedürfnissen gerecht werden. Dazu gehören neben einem geeigneten Bodenbelag auch entsprechende Sitzgelegenheiten und verschiedene Spielsachen.
 
© Foto: Andreas Meyer / Fotolia
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Der Käfig ist der Aufenthaltsort unserer Vögel, also ihr „Spielzimmer“, wenn wir sie nicht beaufsichtigen können. Um zu gewährleisten, dass sowohl die emotionalen als auch die körperlichen Bedürfnisse des Papageis befriedigt werden, sollte man sich zunächst klar machen, welche Ansprüche der eigene Papagei hat. Jungvögel sind zum Beispiel noch sehr tollpatschig und stürzen beim Klettern im Käfig häufig ab. Fällt der Jungvogel dann auf ein hartes Bodengitter, kann er sich verletzen.

Um dies zu vermeiden, sollte man bei Jungvögeln zunächst das Gitter entfernen und den Boden mit Buchenspänen oder mehreren Lagen Papier auslegen. Breiten Sie über das Papier ein abgenutztes Handtuch aus, damit Ihr Jungvogel weich fällt. Die Sitzäste für Jungvögel sollten in den ersten Monaten nur im unteren Drittel des Käfigs montiert werden, denn Papageien suchen stets den Sitzast in größtmöglicher Höhe auf. Im Lauf der Zeit wird Ihr Jungvogel sicherer werden, und Sie können die Sitzäste höher montieren und das Gitter wieder einsetzen.

Richtig sitzen in jeder Lebenslage

Älteren Papageien sollten Sitzäste mit verschiedenen Durchmessern zur Verfügung gestellt werden. Ist ein Papagei bereits sehr alt oder leidet er unter Fußproblemen, so sollte man auch sehr flache Sitzgelegenheiten anbieten, damit die kranken Füße entlastet werden und sich der Vogel bei Bedarf auch hinlegen kann. Kakadus bevorzugen im Freiland als Sitzgelegenheiten lange, sehr breite und flache Äste. Papageien, die zu Übergewicht neigen (Wellensittiche, Nymphensittiche, Amazonen, Rosakakadus, Rosellas), sollten sich auch in ihrem Käfig viel bewegen. Sitzäste und Sitzseile, die von einer Käfigseite zur anderen reichen, sind für diese Papageien nur bedingt geeignet. Montieren Sie lediglich einen Naturast von einer Seite des Käfigs zur anderen, die restlichen Sitzgelegenheiten sollten blind im Raum enden. So muss der Vogel von einer Stange zur anderen hüpfen oder klettern.

Trimm- und Sandstangen zur Krallenpflege

Trimm- und Sandstangen dienen vor allem der Krallenpflege. Ein zu langes Sitzen auf diesen Stangen kann zu wunden, aufgescheuerten Füßen führen. Obwohl es für die Papageien schmerzhaft ist, werden sie dennoch auf einer Trimmstange bleiben, wenn diese oben im Käfig montiert wurde. Trimmstangen sollten daher immer im unteren Drittel des Käfigs montiert werden. Als erste Steighilfe neben der Tür wird die Trimmstange wie eine Treppe benutzt, über die der Papagei läuft und die Krallen abnutzt.

Spielerisch den Gleichgewichtssinn und die Muskeln trainieren

Papageien und Sittiche, die mehrere Stunden in ihrem Käfig sind, sollten reichlich Bewegungsspielzeuge erhalten, damit sie ihr Gleichgewicht und ihre Muskeln ausreichend trainieren. Montieren Sie Bewegungsspielzeuge immer am höchsten Punkt des Käfigs, denn so erhöhen Sie die Akzeptanz. Ein regelmäßiger Wechsel sorgt dafür, dass der „Lebensraum Käfig“ interessant bleibt.

Spielzeuge (Bewegungsspielzeug, Zerstörungsspielzeug und Intelligenzspielzeug zum Erarbeiten von Futter) sollten stets nur in einer Hälfte des Käfig angeboten werden. Ihr Papagei sollte die Wahl haben, ob er sich mit einem Spielzeug beschäftigen möchte oder aber lieber den freien Raum zum Toben und Klettern benutzt. Große Papageien, die gern Spielzeug im Fuß halten, sollten kleine Körbe aus unbehandelter Weide oder aber Pappboxen in ihrem Käfig haben, die von ihren Haltern mit kleinen Handspielzeugen befüllt wurden. Auch das eine oder andere Leckerchen darf Ihr Vogel darin finden. (Hildegard Niemann)
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