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Was der Vogel wirklich braucht

Ein großer, schnörkelloser Käfig, frisch gefüllte Futternäpfe und Trinkröhrchen und dazu ein paar bequeme Sitzstangen. Damit sich Vögel rundum wohlfühlen, braucht es meistens aber noch ein wenig mehr.
 
© Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Egal, ob Sie einen oder mehrere Vögel in einem Käfig, in einer Zimmer- oder einer Gartenvoliere halten wollen, das Vogelheim sollte einige wichtige Bedingungen erfüllen. Neben der richtigen Größe sind auch der Standort und die Einrichtung für das Wohlbefinden der Vögel wichtig.

Großer Wohlfühl-Käfig

Je größer Sie den Käfig oder die Voliere für Ihre Vögel wählen, desto wohler werden sie sich darin fühlen. Sie zeigen dann mehr von ihrem natürlichen Verhalten und werden durch die größere Bewegungsfreiheit seltener krank. Die Größe eines Vogelheims für sehr kleine Vögel wie zum Beispiel Zebrafinken sollte mindestens 60 x 40 x 50 cm (L x B x H), für Kanarien 80 x 50 x 60 cm und für Wellensittiche 100 x 60 x 80 cm betragen. Das entspricht in etwa der Regel, die vom Gesetzgeber vorgegeben wird: Der „Behälter“ soll die fünffache Gesamtlänge des darin zu pflegenden Vogels haben. Dadurch hat der Vogel auch innerhalb des Käfigs eine kurze Flugstrecke.

Bequem und gesund sitzen

Zur Einrichtung eines Vogelheims gehören Sitzgelegenheiten. Mit den Käfigen und Kleinvolieren werden in der Regel Sitzstangen aus Hartholz (Buchen, Eiche) oder aus hartem, meist geriffeltem Kunststoff mitgeliefert. Sie mögen für stark nagende Vögel wie Papageien und Sittiche geeignet sein, andere Vögel sollten jedoch besser Sitzstangen aus weicherem Holz bekommen. Als günstiger für die Füße der Vögel haben sich ovale statt runde Stangen erwiesen, die es im Zoofachhandel gibt. Gut sind auch Sitzstangen, die nur auf einer Seite am Gitter mit einer Feder angebracht werden. Sie helfen durch leichtes Nachgeben, die Füße der Gefiederten zu schonen.

Natürlicher und gesünder als Sitzstangen sind für unsere Vögel Zweige und Äste. Diese können wir ihnen von verschiedensten Laub- und Nadelbäumen immer wieder frisch bieten. Bringen Sie die Äste beidseitig im Käfig am Gitter an. Sie müssen weder gerade noch von gleicher Stärke zu sein. In Volieren können die Vögel sogar auf verschieden dünnem Gezweig sitzen, herumturnen, klettern oder hangeln. Durch diese verschiedenen Griffmöglichkeiten bleiben die Füße und Zehen beweglich und der ganze Körper wird gesünder. Vor allem werden aber Haltungsschäden und Bauchgeschwülste vermieden. Für große Zimmer- und auch für Außenvolieren lassen sich geeignete Büsche in Kübeln oder zum Auspflanzen in Gärtnereien oder Baumschulen finden. In lebenden Pflanzen finden viele Vögel ihre Ruhe- und Brutplätze.

Der richtige Bodenbelag

oder Lerchen sollte die Sandschicht mindestens zehn Zentimeter dick sein. Für andere Vögel genügt auch weniger. Der Sand braucht für große Papageien nicht ganz so fein zu sein wie für Kleinvögel.Vögel sind leider nicht wie Katzen an eine Toilette zu gewöhnen. Und Gassi gehen wie mit Hunden können Vogelhalter leider auch nicht. Darum ist es ratsam, den Boden für Körnerfresser mit feinem Sand zu belegen.

Bei Weichfressern mit ihren dünnen Ausscheidungen ist Sand nicht der richtige Bodenbelag. Ein Granulat aus Holz, etwa Buchen- oder Zedernholz, saugt die Feuchtigkeit auf und unterbindet schlechten Geruch. Das Granulat für Katzenklos ist für Vögel nicht geeignet, da es chemisch behandelt ist und von den Gefiederten aufgenommen werden kann.

Die Böden der Gartenvolieren werden von manchen Vogelhaltern betoniert oder mit schweren Wegeplatten belegt. Das geschieht oft aus Angst vor Mäusen, Ratten oder Wieseln, die sich dann nicht mehr durch den Boden graben und eindringen können. Aber auch Salmonellen oder Würmer können sich in Naturboden leicht vermehren. Wenn Sie eine dicke Schicht Tannen- oder Lärchennadeln darüber streuen, verhindert dies das Aufkommen krankheitserregender Keime. Außerdem trocknet der Boden nach Regenfällen dadurch schnell ab und zieht vielerlei kleine Insekten an, die von den Vögeln gerne aufgepickt werden.

Praktisches Zubehör

Futter- und Wassernäpfe müssen für Sie wie für die Vögel leicht zugänglich sein. Es gibt sehr unterschiedliche Näpfe für die verschiedenen Vögel und Käfige bzw. Volieren. Sie sollten flach, aus Steingut, Porzellan oder Glas und einfach zu reinigen sein. Zu leichte Behälter, etwa aus Kunststoff oder Blech, werden von den Vögeln oft umgeworfen.

Es gibt auch Futterautomaten, sogenannte Futterröhrchen oder Futterspender, deren farbiger Fuß von außen durch das Gitter gesteckt wird. Diese praktischen Behälter sind meistens aus durchsichtigem Plastik, so dass wir sehen, wie viel Futter noch darin ist. Die Vögel haben bei diesen jederzeit Futter verfügbar, ohne dass es verschmutzen kann. Diese Automaten gibt es auch als Trinkröhrchen für verschiedene Wassermengen. Bei sachgemäßer Handhabung sind sie sicher, auch wenn es schon mal durch einen überhängenden Halm dazu gekommen kann, dass ein Trinkautomate überläuft. Deshalb ist es besser, vorsichtshalber zwei Automaten gleichzeitig im Einsatz zu haben.
Stammen die Vögel aus einem Käfig oder einer Voliere, wo sie Futter und Wasser in offenen Näpfen oder Schalen bekamen, dann sollten Sie diese auch vorerst weiterhin haben. Bieten Sie gleichzeitig Automaten an, wenn Sie später auf diese wechseln möchten. Es dauert oft einige Tage, bis die Vögel diese entdecken und benutzen. (Horst Bielfeld)
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