Locken, Fangen & Überlisten von Vögeln | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Locken, Fangen & Überlisten von Vögeln

Manches lässt sich im Umgang mit den Vögeln nur unter Zuhilfenahme von Tricks realisieren. Es soll ja nicht zu ihrem Schaden sein. Im Gegenteil: Viele Tricks erleichtern nicht nur uns, sondern auch den Gefiederten das Leben.
 
© Daniel Dietze / Fotolia
Der Trick mit dem Futter hilft bei entflogenen Vögeln.
Vögel haben ihre Angewohnheiten, von denen sie nicht abzubringen sind. So möchten sie manchmal partout nicht, was wir von ihnen wünschen und was besser für sie wäre, wie etwa in der geschützten Innenvoliere zu übernachten. Sie bleiben lieber draußen, auch bei stürmischem und feuchtem Wetter. Mit Hilfe ihrer Artgenossen, die gerne drinnen übernachten und somit die Rolle des „Lockvogels“ übernehmen, und mit hellem Licht schaffen wir es manchmal aber doch, sie in die Innenvoliere zu locken.

Leckerbissen sind ein gutes Lockmittel

Wenn ein Vogel nach dem Freiflug nicht wieder in den Käfig zurück will, könnte er einfach an die Käfigtür getragen werden. Wenn das nicht funktioniert, weil sich der Vogel weigert oder gar nicht erst fangen lässt, ums seine Freiheit in der Wohnung zu genießen, können manchmal besondere Leckerbissen helfen, ihn doch zu „überreden“. Einige Vögel sind jedoch so schlau, dass sie sich den „Köder“ erst dann holen, wenn niemand mehr in der Nähe ist. In solchen Fällen kann es dann schon mal notwendig sein, zu einer List zu greifen, indem die Käfigtür mit einem langen Zwirnsfaden vom anderen Ende des Zimmers zugezogen wird. Oft tut es aber auch ein besonderes Futter, wie etwa ein Stück Kolbenhirse oder ein Löwenzahnblatt, hineinlocken.

Vor dem Fangen einen Handschuh anziehen

Sollen einem Vogel die Krallen beschnitten werden, kommen Sie meist nicht umhin, ihn zu fangen. Das regt ihn auf und sein Vertrauen zur Hand ist erst einmal erschüttert. Wenn Sie aber Handschuhe überziehen - möglichst dunkle Lederhandschuhe - bringt er diese nicht mit der Hand in Verbindung und bleibt Ihnen weiterhin wohlgesinnt. Auch wenn Sie den Vogel zum Tierarzt bringen oder aus irgendeinem anderen Grund fangen müssen, sollten Sie das möglichst mit einem Handschuh tun. Setzen Sie den Griff so an, dass ihre Hand den Körper und auch die geschlossenen Flügel umfasst. Dann kann er nicht flattern und sich befreien. Der Griff darf weder zu locker noch zu fest sein, um einerseits das Wegfliegen, andererseits Verletzungen des Vogels zu vermeiden.

Im Dunkeln fängt sich’s leichter

Da viele Vögel wie Wellensittich im Dunkeln schlecht sehen, dürfte es Ihnen wesentlich leichter gelingen, ihn in einem abgedunkelten Raum zu fangen. Dabei kann kurz mit einer Taschenlampe herausgefunden werden, wo er sitzt. Dann können Sie ihn - ebenfalls mit der Handschuhhand - ergreifen. In einer Voliere ist es aufgrund der vielen Zweige oder Büsche oft schwer, einen einzelnen Vogel mit einem Kescher zu fangen. Zudem führt der Griff zum Kescher in der Regel dazu, dass die Vögel in Panik herumflattern. Dieser allgemeine Aufruhr kann vermieden werden, indem Sie in die Voliere einen kleinen Käfig stellen, der als allgemeiner Futterplatz dient. Dann haben die Vögel keinerlei Scheu, darin ein und aus zu gehen. Ist nun der betreffende Vogel in dem Futter- und Fangkäfig, kann er auf schonende Weise sowohl für ihn selbst als auch für die anderen gefiederten Insassen gefangen werden. Ist er im Käfig, muss nur noch die Käfigtür mittels eines Bindfadens geschlossen werden.

Teilbare Käfige und Volieren erleichtern Visiten

Käfigen und Volieren, die mit Schiebern geteilt oder unterteilt werden können, machen es uns beim Saubermachen und bei Nestkontrollen viel leichter. Sind die Vögel das vorübergehende Abteilen gewohnt, nehmen sie auch keinen Anstoß daran, wenn Eier oder Junge inspiziert werden sollen, denn sie sehen es in der kurzen Zeit der Abtrennung ja nicht. Ein Leckerli kann dabei für ein wenig Ablenkung sorgen.

Der Trick mit dem Futter

Ist dem Vogel ein Vitamin, ein Medikament oder ein bestimmtes Futter zu verabreichen, das er nicht mag, können wir es ihm unter ein besonders beliebtes Nahrungsmittel mischen. Dann wird er es wahrscheinlich nehmen und später vielleicht sogar pur akzeptieren. (Horst Bielfeld)
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