Wellensittiche handzahm machen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wellensittiche handzahm machen

Auch ein ganzer Schwarm von Wellensittichen kann handzahm werden. Was es dazu braucht ist vor allem Zeit, Zuwendung und Futter. Kunststücke und das Sprechen lassen sich in der Gruppe sogar leichter erlernen.
 
© Foto: John / Fotolia
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Viele Wellensittiche werden trotz Paar- oder Gruppenhaltung so zahm, dass sie auf ihren Namen hören, auf Ruf angeflogen kommen und sogar jede Menge kleiner Kunststückchen zeigen, die der Mensch ihnen beibringen kann. Am schnellsten verlieren die Jungvögel ihre natürliche Scheu vor allem Fremden, also auch dem Menschen. Wenn Sie Ihre Wellensittiche beim Züchter kaufen, sind die Jungvögel meistens schon so zahm, dass sie ruhig auf dem Finger sitzen bleiben und der menschlichen Hand nie ausweichen.

Dabei sein macht von selber zahm

Jungvögel, die Sie beim Zoofachhändler kaufen, brauchen ebenfalls höchstens ein paar Tage, um sich bei Ihnen einzugewöhnen und ihre Anfangsangst zu überwinden. Sie haben noch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht und begreifen sehr schnell, dass in einer Wohnung keine Feinde lauern.

Ein wenig Geduld müssen Sie mit älteren Vögeln haben, seien sie aus dem Tierheim, aus zweiter Hand oder vom Zoofachhändler. Wenn diese Wellis noch nie positiven Kontakt mit Menschen hatten, wenn sie nur unter ihresgleichen gelebt haben, sehen sie im Zweibeiner ein notwendiges Übel, das Futter und Wasser liefert. Dann sollten Sie in den ersten Wochen möglichst viel Zeit mit den Vögeln verbringen, sie an Ihrem Alltag teilhaben lassen. Wie alle Vögel sind Wellensittiche ungeheuer neugierig und scharfe Beobachter. Ein Leckerbissen, der in unmittelbarer Nähe Ihrer Hand liegt, wird sofort in Augenschein genommen. Bei mehreren Vögeln üernimmt immer der Mutigste die Rolle des Vorkosters, die anderen „schieben“ Wache.

Sprachlos und trotzdem verständig

Übers Futter, das Sie aus der Hand oder auf der Schulter anbieten, haben Sie sehr schnell einen zahmen Schwarm. Wenn Sie jetzt immer den Vogel, der gerade in Ihrer Nähe ist, mit Namen anreden, können Sie ihn bald rufen – er wird wissen, dass er gemeint ist. Sie sind so intelligent, dass sie durchaus kapieren, was „Badetag“, „Lieblingsfutter“, „Gute Nacht“ und anderes, was Sie ihnen beibringen wollen, heißt.

Zahme Wellis lassen sich prima „dressieren“, denn das vertreibt ihnen den sonst relativ stressfreien Alltag. Sie lernen Bällchen vor sich herzuschieben, Münzen in Schlitze zu werfen, kopfunter zu schaukeln, leichte Kleinigkeiten auf Kommando zu bringen wie Hölzchen oder Pappfiguren. Jedes Kunststück brauchen Sie nur einem in Ihrer Truppe beizubringen, die anderen ahmen ihn ganz schnell nach, wenn sie sehen, dass sein Tun erfolgreich ist. Und wer weiß, wenn Sie Ihren Vögeln öfter mal eine Melodie pfeifen, ob Sie nicht doch eines Tages damit überrascht werden.
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