So erzeugt man Bindung zum Vogel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

So erzeugt man Bindung zum Vogel

Vom Züchter oder Händler herausgefangen werden, ist für den Vogel häufig eine traumatische Belastung. Wenn es Ihnen gelingt, das Vertrauen des neuen Mitbewohners zu gewinnen, überwinden die meisten Vögel diese jedoch sehr schnell.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wenn gleich am ersten Tag mehrere Menschen um den Käfig herumstehen, kann das die Vögel überfordern.
Nach der Ankunft im neuen Heim ist es wichtig, die Vögel erst einmal alleine zu lassen, damit sie sich in Ruhe in der neuen Umgebung umsehen können. Sie werden den neuen Käfig erkunden, vor allem, wo es Futter und Wasser gibt. Haben Sie noch keinen Futter- und Wasserspender, streuen Sie etwas Futter auf den Käfigboden legen. Auch ein neben eine Sitzstange gehängter Hirsekolben und eine flache Schale mit Wasser sollten vorhanden sein.

Einzeln oder alle auf einmal?

Ist es besser, zuerst nur einen Vogel ins Haus zu nehmen und ihn innerhalb von ein bis drei Monaten zutraulich oder gar handzahm zu bekommen und dann erst einen Zweiten hinzuzukaufen oder gleich mehrere Vögel auf einmal zu holen? Hier gehen die Meinungen auseinander. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Sie von Anfang an paarweise zu halten, ist für die Vögel jedoch beruhigender. Mit viel Geduld und stets liebevoller Annäherung gelingt es meistens, auch zwei oder mehr Vögel völlig zahm zu bekommen.

Aller Anfang ist schwer

Wenn gleich am ersten Tag mehrere Menschen um den Käfig herumstehen, kann das die Vögel überfordern. Darum sollten Sie das Säubern des Käfigs und auch das Wechseln des Sandes für die ersten zwei bis drei Wochen unterlassen und nur für Futter und täglich frisches Wasser sorgen. Außer zur Versorgung, bei der Sie sich den Vögeln mit leisem Pfeifen oder beruhigendem Sprechen nähern sollten, halten Sie sich anfangs besser etwas zurück. Das gilt auch für Kinder, denn zu forsches Heranstürmen an den Käfig könnte die Vögel sehr erschrecken. Versuchen Sie also erst einmal nur im „Hintergrund“ zu bleiben.

Vertrauen gewinnen

Haben Ihre Vögel nach kurzer Zeit erstes Zutrauen zu Ihnen gefasst, werden sie auf Ihr Pfeifen oder Sprechen vielleicht schon antworten. Bald schon werden die Vögel einen Leckerbissen, den Sie ihnen durch das Gitter stecken, annehmen. Aber auch hierfür ist Geduld nötig. Stellen Sie den Käfig so auf, dass die Tiere mit ihnen auf Augenhöhe sind. Dann fühlen sie sich nicht vom übergroßen Menschen eingeschüchtert. Außerdem haben auch Sie so eine gute Sicht über die Vögel und den Käfig mit all seinen Einrichtungen. Sprechen Sie leise mit den Vögeln oder pfeifen Sie ihnen was vor. Sobald die Vögel beim Annähern einen ruhigen Eindruck auf Sie machen, können Sie langsam ans Saubermachen denken, denn die Schublade braucht vielleicht schon frischen Sand. Das Herausziehen ist bei vielen Käfigmodellen mit Schwierigkeiten verbunden, denn in den Führungen setzen sich Sand, Futterreste und Spelzen fest. Gequietsche und Geruckel lassen sich da leider kaum vermeiden. Wird diese Prozedur langsam und mit Geduld verrichtet, werden sich die Vögel leichter daran gewöhnen. Größere Käfige sind oft in der Mitte teilbar. Durch das Einschieben eines festen Zwischenschiebers können Sie in der einen Hälfte den Käfig bzw. die Schubladen säubern, während die Vögel in der anderen Hälfte etwas mehr Ruhe haben. (Horst Bielfeld)
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