Baden ist gut für das Gefieder | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Baden ist gut für das Gefieder

Trockene Heizungsluft ist Gift für Vogelgefieder. Weil viele Vögel in unserer Obhut jetzt auch mausern, sind Badetage oder die tägliche kräftige Dusche umso wichtiger für Haut und Federn.
 
© Foto: genas / Fotolia
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Wer in der Freivoliere lebt, muss sich jetzt zwar mit kühleren Nachttemperaturen und mit lichtarmen Tagen abfinden. Aber in punkto Gefiederpflege hat er keine Sorgen. Anders die Kanaris, Prachtfinken, Sittiche, Papageien und die anderen Ziervögel, die in unseren vier Wänden leben. Auch bei den Buntesten unter ihnen sorgen Heizung und Kunstlicht für matte Farben, häufiges Kratzen - vor allem unter den Flügeln - und manchmal sogar für ein paar kahle Millimeter zwischen dem Flaum. Was fehlt, ist frische, feuchte Luft. Die Lösung heißt Vollbäder und regelmäßige Duschen. Bei Kanarienvögeln, den Girlitzen und Zeisigen ist die Badewanne ein Muss. Denn sie mausern jetzt noch, und das Putzen nach einem Bad unterstützt diesen natürlichen Federwechselprozess.

Badewanne oder Dusche für den Vogel

Stellen Sie eine flache Schale, in die Sie unten gegen Rutschgefahr ein paar Aquariensteinchen legen, auf. Oder hängen Sie eine Badewanne ein. Wer sehr kalkiges Wasser hat, sollte abgekochtes bzw. aufgefangenes Regenwasser (leicht erwärmen) oder stilles Trinkwasser anbieten. Die beste Badetemperatur ist hand- bis lauwarm (28 bis 30° C). Nicht allen Gefiederten ist die Badewanne geheuer. Die Zahmen unter solchen Bade-Ignoranten können Sie auf Hand oder Arm unter den tropfenden Wasserhahn in Küche bzw. Bad tragen und sie den Kunstregen genießen lassen. Vögel, die noch härter im Nehmen sind, „tanzen“ auch unter der Dusche, bis kein einziges Federchen am Körper mehr trocken ist.

Blumenspritze im Einsatz für das Vogelgefieder

Die Schüchternen, Ängstlichen lassen Sie im gewohnten Zuhause. Füllen sie eine Blumenspritze mit lauwarmem Wasser (möglichst weich), und spritzen Sie zunächst sachte, später dann kräftig in Richtung Vogelkörper. Sie merken selbst, ob Ihr Schützling das gut findet oder nicht. Bei Vögeln, die sich ängstlich in die hinterste Käfigecke verziehen oder sich im Gitter festkrallen, stoppen Sie sofort wieder. Überlisten Sie Wasserscheue. Das geht ganz einfach. Schneiden Sie einen Kastanien- oder Haselnussbaum-Ast, der noch viele Blätter hat, ab und tauchen Sie ihn in Wasser oder duschen Sie ihn kräftig ab. Pitschnasse und aus allen Blättern tropfend, hängen Sie den Ast dann in den Vogelkäfig. Das trockene Vogelgefieder saugt sich förmlich voll. Trick Nummer zwei: Zarte grüne Salatblätter (Kopfsalat, Endivien) gut wässern und in einem eingehängten Napf nass anbieten oder in einer Schale auf dem Boden ausbreiten. Und für die hartnäckigsten Wasserverächter kaufen Sie eine Schale Katzengras oder Vogelmiere, duschen die Halme bzw. Blätter kräftig ab und stellen die Grünkost nass ins Vogelheim. (Ursula Birr)
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