Gefiederpflege bei Vögeln | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gefiederpflege bei Vögeln

Das Gefieder verleiht Vögeln ihr unvergleichliches Aussehen und schützt sie vor Kälte, Wind und Wetter. Damit das Federkleid sauber und gesund bleibt, sollten wir unseren Gefiederten bei seiner Pflege helfen.
 
© Foto: Louisanne / Fotolia
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Das Gefieder macht den Vogel aus. Es gibt ihm Kontur, Struktur und verleiht ihm sein besonderes Aussehen. Wie „überlegt“ geht die Natur zu Werke, jedem Vogel das für ihn passende Federkleid zu schaffen. Vom unscheinbaren Tarnkleid vieler auf dem Gelege sitzender Weibchen, bis hin zu den Männchen mit nicht zu überbietenden, oft prahlenden Farbspielen, die sie zur Balz und zum Imponieren anlegen, ist alles vertreten.

Gefiederpflege

Den Vögeln ist bewusst, was sie an den Federn haben: Sie wärmen die Gefiederten nicht nur, sondern bieten auch Schutz vor Sonne, Regen oder Hagel. Darum widmen die Vögel ihrer Gefiederpflege jeden Tag viel Zeit. Jede einzelne Feder des Großgefieders wird durch den Schnabel gezogen, um Schmutz zu beseitigen und die Federstrahlen wieder miteinander zu verhaken, sodass sie ihre volle Tragkraft behalten.
Je nach Aufgabe der Federn und der Lebensweise des Vogels wird mit ihnen unterschiedlich umgegangen: Mit dem öligen Sekret aus der Bürzeldrüse reiben sich die meisten Vögel mit dem Schnabel ihr Gefieder und die Schuppen der Beine ein. Sie machen es damit geschmeidiger und Wasser abweisend. Gleichzeitig nehmen die Vögel mit diesem „Bürzelfett“ Vitamin D auf, das darin gespeichert ist. Wasservögel haben eine besonders große Bürzeldrüse. Eine Reihe von Vögeln, wie zum Beispiel Tauben und Papageien, besitzen keine Bürzeldrüse. Sie lösen das Problem der Pflege und Sauberhaltung des Gefieders mit den sogenannten Puderdunen. Diese stoßen winzige Keratinpartikel ab, die im Gefieder verteilt werden und sowohl Wasser abweisend als auch pflegend wirken.

Unser Beitrag zur Gefiederpflege

Käfig oder Voliere sollten für die Vögel, die wir halten, groß genug und zweckmäßig sein. Dadurch kommt es seltener zu zersplissenen oder abgebrochenen Federn. Auch müssen die Sitzgelegenheiten so angeordnet sein, dass die Gefiederten sich nicht selbst oder gegenseitig beschmutzen. Das tägliche Bad – Sandbad oder Besprühen – genießen die Vögel. Zudem regt es ihr eigenes Putzen an. Mineralstoffe in Form eines Präparates oder Kalksteins bzw. Vogelgrits sind zur freien Verfügung zu stellen. Fehlt es hierbei von unserer Seite irgendwo, dann können die Vögel schnell ein raues und stumpfes Federkleid bekommen. Um zu verhindern, dass Mangelerscheinungen oder das fehlende Bad der Grund für stumpfes Gefieder sind, sollten die Vögel auf Ungeziefer hin untersucht werden. Sowohl Federlinge als auch "Rote Vogelmilben" können die Ursache dafür sein.

Rupfen: Ursachen, Folgen und Abhilfe

Eine schlimme Angewohnheit, die manche Papageien, aber auch andere Vögel, in menschlicher Haltung zeigen können, ist das Rupfen und Fressen der Federn. Wenn Einzelvögeln einen Artgenossen oder ihren geliebten Menschen vermissen, kann es zu seelischen Störungen kommen. Anfangs zupfen sie meist nur einzelne Federn aus. Später wird daraus häufig ein Rupfen, bis sie schließlich die Federn zerbeißen und teilweise auch fressen. Besonders die frisch nachwachsenden, weichen Federkiele voller Blut werden zerkaut. Diese auch „Federspulen“ genannten Federn, die gerade durch die Haut gebrochen sind, schmecken den Vögeln besonders, sodass sie, einmal angefangen, nicht mehr davon loskommen, sich und andere – meisten mausernde – Vögel zu rupfen.
Abhilfe schafft oft nur die Gesellschaft eines Partners bzw. mehr Zuwendung. Oft ist dieses Verlangen nach einem Partner nur unterschwellig vorhanden und bricht erst hervor, wenn der Vogel geschlechtsreif wird. Dann beginnt der Vogel in seiner Einsamkeit häufig mit dem Rupfen. Häufig können wir auch durch noch so viel Zuwendung einen gefiederten Partner nicht ersetzen. Zwar gibt es auch Präparate wie Aloe-Tinktur zum Einsprühen in Zoofachgeschäften, die vor dem Selbstrupfen helfen sollen. Sie schrecken ihn durch bitteren Geschmack oder andere unangenehme Eigenschaften vielleicht einige Zeit davon ab, bekämpfen jedoch die Ursache nicht. (Horst Bielfeld)
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