Erkrankungen des Nervensystems bei Vögeln

Erkrankungen des Nervensystems haben oft sehr ähnliche Krankheitsbilder und gehören in die Hände eines Tierarztes, der dann nach geeigneten Behandlungsmöglichkeiten sucht.
 
© Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Uns Vogelliebhaber stellen alle Krankheiten, die bei unseren Vögeln das Nervensystem und damit den Kopf betreffen, vor viele Rätsel. Bei der Betrachtung der vielen verschiedenen und doch einander so ähnlichen Krankheitsbilder, kommen selbst langjährige Vogelhalter nicht immer auf die richtige Diagnose. Oft kann nur ein auf Vogelkrankheiten spezialisierter Tierarzt weiterhelfen. 

Drehkrankheit


Die Drehkrankheit hat man nicht nur bei Gouldamadinen, sondern auch bei verschiedenen Sittichen, Papageien und anderen Vögeln festgestellt. Zuerst verdrehen sie nur den Kopf, dann fallen sie von ihrem Sitzplatz, laufen im Kreis, stoßen überall gegen, versuchen hochzufliegen und stürzen wieder ab. Später kommt es zu Krämpfen und zum Tod. Auslöser der Drehkrankheit ist vermutlich ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin E und Selen. Werden diese vom Tierarzt verabreicht, kommt es bei manchen der befallenen Vögel schnell zu Besserungen.

Epilepsie

Sehr ähnliche Symptome wie bei der Drehkrankheit zeigen Vögel, die an Epilepsie leiden. Sie tritt ebenfalls mit Drehen und Krämpfen an Flügeln, Kopf und Beinen auf. Diese Anfälle dauern in der Regel nur kurz und sind oft schon nach einer Minute vergessen. Manche Vögel haben nie wieder solche Anfälle, andere bekommen sie mehrmals am Tage oder an mehren Tagen hintereinander. Epilepsie wird öfter bei Papageien, Hühnervögeln und Greifen diagnostiziert. Besserung kann mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und weiteren Wirkstoffen erzielt werden. Sie kann auch genetisch bedingt sein.

Paresen und Paralysen

Wenn ein Vogel mit seinen Zehen nicht mehr zugreifen und den Sitz nicht umfassen kann, die Beine steif hält und sich unsicher fühlt, dann könnte es eine Parese sein, eine milde Form von Krämpfen. Auch das nach vorne Krümmen der hinteren Zehen und Hocken auf den Fersen sind oft Anzeichen für eine Parese, die mit B-Vitaminen, vor allem mit Vitamin B2 (Riboflavin) bekämpft werden kann.
Eine heftigere Form von Krämpfen ist die Paralyse. Dabei werden die Zehen zusammengekrampft und der Vogel kann sich nicht mehr auf Sitzstangen oder Ästen niederlassen, sonder nur noch auf dem Boden sitzen. Wird die Krankheit am Beginn, also in noch leichten Fällen, entdeckt, helfen Gaben von Vitamin B1. (Horst Bielfeld)
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