Infektionskrankheiten bei Vögeln | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Infektionskrankheiten bei Vögeln

In überbesetzten Volieren oder beim Zukauf von Vögeln kommt es häufig zu Infektionskrankheiten. Aber auch Wildvögel wie Spatzen oder Tauben lassen infizierten Kot in die Volieren fallen.
 
Infektionskrankheiten bei Ziervögeln © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Erkältung und Lungenentzündung? Auch bei Ziervögeln möglich.
Infektionskrankheiten führen bei Vögeln oft schneller zum Tod als sie diagnostiziert werden können. Im Falle einer Erkrankung ist sofort der Tierarzt zu rufen, der meistens ein Breitband-Antibiotikum anwenden wird, das gegen eine Reihe von Erregern wirksam ist. Sind noch gesunde oder gesund erscheinende Vögel im Bestand, sollten sie sofort von den Erkrankten getrennt werden.

Salmonellose

Eine Salmonellose kann durch Verschiedenste Bakterien ausgelöst werden. Bei Wärme und Unsauberkeit vermehren sie sich rasend schnell. Die Vögel können nach der Aufnahme der Erreger innerhalb weniger Stunden mit Krämpfen sterben, meistens dauert es jedoch drei bis sechs Tage bis zum Tod. Typische Symptome sind Fieber, Atemnot und großer Durst. Besonders Jungvögel ohne Abwehrkräfte fallen der Salmonellose zum Opfer. Zur Abwehr helfen Antibiotika, Sulfonamide oder Furazolidon. Das tückische an der Krankheit ist, dass die Erreger von Vögel, denen man die Krankheit nicht ansieht, übertragen werden können.

Pocken

Diese Viruserkrankung kann sich vielfältig zeigen. Vor allem Kanarienvögel erkranken sehr häufig daran. Meistens werden die Erreger durch sogenannte Dauerausscheider, das heißt Vögel, die ohne das Auftreten von Symptomen infiziert sind, übertragen. Aber auch durch verwandte Vögel oder Sperlinge auf den Volieren und sogar durch Mücken kann der Virus übertragen werden. Die Pocken zeigen sich durch gelbliche Bläschen in den Schnabelwinkeln, auf den Lidern, unter den Flügeln, an Kloake und Füßen. Eine andere Form setzt sich als Diphtherie im Hals- und Rachenraum fest und lässt die Vögel an Atemnot ersticken. Diese ist vor allem an rasselnden Geräuschen und dem Abschütteln von Schleim aus den Nasenlöchern bei geöffnetem Schnabel zu erkennen.
Wieder andere Formen vermehren sich so schnell, dass noch kerngesunde Vögel tot herabfallen. Sie sind regelrecht vergiftet worden. Nach Ausbruch der Krankheit lässt sich kaum noch etwas zur Rettung der Vögel machen. Der Tierarzt kann aber eine vorbeugende Impfung durchführen. Der Impfstoff wird mit einer Nadel in die Flügelspannhaut gestochen und ist für die Vögel ungefährlich. Hat sich ein Vogel infiziert, sollte er von seinen Artgenossen getrennt werden. Ferner ist eine mehrfache Desinfektion aller Käfige und Gerätschaften nötig.

Vogelgrippe, Geflügelpest, Newcastle-Krankheit

Diese Virus-Erkrankungen sind auf verschiedene Erreger zurückzuführen, die vor allem Hühner- und Entervögel befallen, sich aber auch auf andere frei lebende und Volierenvögel ausbreiten können. Vor allem Vögel in Volieren, die lediglich Gitterabdeckungen und kein festes Dach haben, sind durch infizierte Wildvögel bzw. deren Kot gefährdet. Auch indirekte Übertragungen durch den Vogelstaub sind möglich.

Tuberkulose

Eine Übertragung der massenhaft mit dem Kot ausgeschiedenen Erreger der Vogel-Tuberkulose, Mycobacterium avium, ist auf alle Vogelordnungen möglich. Die Erkrankung geht sehr langsam voran und zeigt sich oft erst nach einem halben Jahr. Anzeichen dafür sind Abmagerung, Durchfall, Lahmheit und Herabhängen der Flügel. In den inneren Organen, vor allem im Darm, bilden sich Knoten, die ständig viele weitere Erreger ausscheiden. Eine Heilung der infizierten Vögel ist kaum möglich. Dieser ist wegen dem Ausscheidungen der Erreger selbst eine Gefahr für sein Umfeld.

Erkältung und Lungenentzündung

Bei Zugluft, häufigen Schwankungen der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit und vor allem bei in der Küche gehaltenen Vögeln kommt es leicht zu Erkältungen. Auch in Gartenvolieren, die nach Norden und Westen nicht genügend geschützt sind, können sich die Vögel bei schlechtem Wetter erkälten. Eine Erkältung äußert sich durch Niesen, Schnupfen und rasselnden Atemgeräusche. In einem Krankenkäfig mit Rotlicht-Bestrahlung und der Verabreichung von Kamillentee ist eine Erkältung oft schnell behoben. Sollte sich der Zustand nicht bessern, nehmen Sie besser die Hilfe eines Tierarztes in Anspruch, denn die Erkrankung könnte sich schnell zu einer Lungenentzündung entwickeln. Kommt es dazu, wird der Tierarzt schnellstmöglich ein Antibiotikum injizieren und den Patienten Wärme und weitere Medikamente verabreichen und zur Weiterbehandlung empfehlen.
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