Zoonosen bei Vögeln | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Zoonosen bei Vögeln

Aufgrund ihrer Symptome werden Zoonosen anfangs häufig mit einer einfachen Erkältung verwechselt und unterschätzt. Unbehandelt führen die Bakterien bei Vögeln zum Tod. Aber auch für Menschen ist der Erreger gefährlich.
 
© Yury Shirokov / Fotolia
Besteht Verdacht auf Psittacose, ist der Tierarzt zu rufen und die Erkrankung der Polizei zu melden.
Die Psittacose ganz auszurotten, dürfte kaum gelingen, denn dazu müssten alle Papageienvögel mit Antibiotika behandelt werden. Da die betroffenen Vögel die Erreger dieser Krankheit jedoch verdeckt in sich tragen, ist die Krankheit nur schwer in den Griff zu bekommen.

Papageienkrankheit

Bei der Papageienkrankheit, die bei Papageien Psittacose und bei anderen Vögeln Ornithose genannt wird, handelt es sich um eine bakterielle Infektion. In den meisten Fällen ist der Zukauf schlecht gepflegter Vögel der Grund für ihr auftreten. Vögel aller Familien können erkranken oder Träger des Virus sein. Die Papageienkrankheit wird nicht von typischen Symptomen begleitet, zeigt jedoch oft grippeähnliche Effekte und Nasenausfluss, Durchfall, Mattigkeit, oft auch Atemnot und piepsende Geräusche. Die Erreger übertragen sich über die Luft. Werden die erkrankten Vögel nicht rechtzeitig mit einem Antibiotikum vom Tierarzt behandelt, stellen sich Krämpfe und Lähmungen ein, die schließlich zum Tod führen.

Übertragbarkeit auf Menschen

Besteht Verdacht auf Psittacose, ist der Tierarzt zu rufen und die Erkrankung der Polizei zu melden, denn die Papageienkrankheit ist auf den Menschen übertragbar und darum meldepflichtig. Da es auch eine Form der Ornithose gibt, deren Verlauf leichter und nicht meldepflichtig ist, sollte in jedem Fall der Tierarzt gerufen werden.Auch beim Menschen macht sich die Krankheit mit Erkältungserscheinungen bemerkbar. Gefährlich ist sie vor allem deshalb, weil sie zu Lungenentzündungen führen kann. Ende der 30er Jahre hat diese Krankheit viele Menschenleben gefordert. Seitdem die Medizin aber Antibiotika kennt, ist sie weniger gefährlich.

Der Import von Papageien war lange verboten und erst seit 1965 wieder gestattet. Die Vögel blieben allerdings für mindestens drei Monate in Quarantäne und wurden vorbeugend mit Antibiotika behandelt. Heute dürfen weder Papageien noch andere Vögel eingeführt werden. So möchte man meinen, eine Infektion mit der Psittacose sei jetzt ausgeschlossen. Die Gefahr besteht jedoch weiterhin durch illegalen Import von Papageien. (Horst Bielfeld)
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