Vorsicht, giftig für Vögel! | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Vorsicht, giftig für Vögel!

Da schon kleinste Giftmengen das Leben des Vogels gefährden können, ist es wichtig, ihn von allen Substanzen fernzuhalten, die er nicht verträgt.
 
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Machen Sie keine Experimente!
Was für den Menschen giftig ist, braucht es für den Vogel nicht zu sein. Umgekehrt gilt das genauso: Für den Menschen und andere Säugetiere ungiftige Stoffe können für den Vogel tödlich sein.

Stark Gesalzenes

So wie zum Beispiel Salzstangen und andere stark gesalzene Lebensmittel. Die hohe Dosis an Kochsalz führt beim Vogel rasch zur Austrocknung, zu schweren Nierenschäden, Juckreiz und Hirnschäden, die mit Zittern und Bewegungsstörungen einhergehen. Wenn Sie den Verdacht haben, Ihr Vogel könnte zu viel Salz zu sich genommen haben, bieten Sie ihm sofort viel Wasser an und alarmieren Sie den Tierarzt.

Avocados und Obstkerne

Auch die leckere Avocado sollten Sie nicht mit Ihrem Vogel teilen (und übrigens auch nicht mit Hund und Katze). Denn die Frucht verursacht bei Vögeln schwere Atemnot durch einen Lungenstau, der bis zur Erstickung führen kann. Obstkerne von Pfirsichen, Kirschen, Pflaumen und Äpfeln sowie bittere Mandeln enthalten Blausäure und führen sowohl beim Menschen als auch beim Vogel zu Vergiftungen. Auch sie können einen Erstickungstod verursachen.

Schimmelpilze

Gefährlich für beide sind auch Schimmelpilze. Ihre Pilzgifte (Mykotoxine) schädigen die Leber so schwer, dass der Vogel daran sterben kann. Falls Sie jemals feststellen, dass das Vogelfutter mufflig oder schimmlig riecht oder Sie sogar schon Schimmel sehen, sparen Sie nicht, werfen Sie die gesamte Packung weg.

Zimmerpflanzen

Vergiftungen mit Zimmerpflanzen sind seltener, als man gemeinhin annimmt. Trotzdem gehören Azaleen, Becherprimeln, Dieffenbachia, Osterglocken, Maiglöckchen, Philodendron und viele andere nicht in das Zimmer, in dem die Vögel Freiflug haben. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie keine Zimmerpflanzen in den Vogelraum stellen, denn bei vielen Pflanzen ist schlicht nicht bekannt, ob sie giftig sind oder nicht.

Dünger und Pflanzenschutzmittel

Außerdem sind die meisten Pflanzen aus der Gärtnerei mit Dünger und Pflanzenschutzmittel behandelt, die für den Vogel hochgiftig sind. Das ist auch der Grund, warum Sie unbedingt darauf achten sollten, nur ungespritztes Grünzeug zu verfüttern. Am besten ist, Sie gönnen Ihrem Vogel Bio-Qualität. Obstbaumzweige, die Sie den Vögeln zum Knabbern anbieten, müssen Sie aus diesem Grund sorgfältig mit heißem Wasser abwaschen.

Aufs frische Grün im Vogelraum müssen Sie jedoch nicht verzichten: Säen Sie doch Vogelfutter aus! Oder schmücken Sie das Fensterbrett mit Kräutern wie Petersilie, Thymian, Zitronenmelisse, Vogelmiere, Löwenzahn und Oregano. Auf Ihre Gardinen sollten Sie jedoch genau achten – viele sind mit Blei beschwert. Da Vögel gerne an glänzenden Dingen knabbern, können sie sich eine Bleivergiftung zuziehen. Auch die Zinknasen an neuen Volierengittern sind giftig und werden mit Vorliebe von den Vögeln abgenagt. Schleifen Sie sie ab, bevor Sie das neue Gitter in die Voliere einbauen.

Die Küche ist ein Herd voller Gifte: Küchendünste, Tabakrauch und vor allem die Ausdünstungen von heißen Teflonpfannen können die Lungen des Vogels so sehr schädigen, dass er daran stirbt. Gefährlich sind auch Haushaltschemikalien, wie Waschmittel, Reiniger, Spülmittel und all die anderen „Helfer“, mit denen Sie auch Ihre Kinder nicht alleine lassen. So wie Sie das auch nie mit Alkohol tun würden. Achten Sie darauf, dass Ihr Vogel nicht mit trinkt, ja, nicht einmal nippt, es könnte ihn das Leben kosten.

Sprays enthalten giftige Treib- und Lösungsmittel

Sprays, seien es Haarsprays oder Imprägniersprays für Kleidung oder Schuhe, versprühen Sie bitte immer nur in Abwesenheit des Vogels, genauso wie Sie Kleber von ihm fernhalten – die Dämpfe der Treib- und Lösungsmittel sind für ihn weit giftiger als für uns. Die Sprays und Strips zur Ungezieferbekämpfung im Vogelkäfig oder der Voliere setzen Sie bitte nur nach Absprache und Anleitung durch den Tierarzt ein. Denn das falsche Mittel oder eine zu hohe Dosierung können Ihren Vogel töten.

Unser Tipp

Machen Sie keine Experimente. Gehen Sie auf Nummer sicher und halten Sie sich an Bewährtes. (Barbara Welsch)
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