Balz- & Paarungsverhalten bei Ziervögeln | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Balz- & Paarungsverhalten bei Ziervögeln

Ein verliebtes Vogelpärchen zu beobachten, kann ein großartiges Erlebnis sein. Das Balzverhalten ist bei vielen Vogelarten sehr unterschiedlich. Um die Auserwählte gefügig zu machen, lassen sich die Männchen einiges einfallen.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wie Vögel einander "bewerben".

Balzverhalten

Die Balz wird meistens vom Männchen eingeleitet. Je nach Art singt, pfeift, zwitschert oder gluckst es und tanzt und verbeugt sich dabei vor dem Weibchen. Zudem macht das Männchen nickende Kopfbewegungen oder versucht schon jetzt, das Weibchen zu füttern. Damit will das Männchen andeuten, dass auf ihn während der Brut und Aufzucht der Jungen Verlass ist. Das Balzverhalten kann bei den vielen verschiedenen Vögeln sehr unterschiedlich sein. Zuerst müssen die beiden Vögel ihre Aggressionen abbauen. Dann locken sich die Geschlechter durch Singen und das Zukehren des Schwanzes an. Dabei sind die Weibchen manchmal der aktivere Teil. Bei einigen Arten, zum Beispiel beim Roten Felsenhahn, versammeln sich mehrere Männchen um ein Weibchen, um sich die Gunst der dann „Auswählenden“ mit der besten Darbietung zu sichern.

Meistens sind es aber die Männchen, die versuchen, ein oder mehrere Weibchen (viele Webervögel) zu erobern. Bei manchen Zugvögeln fliegen die Männchen schon einige Tage früher in das Brutgebiet, um sich ein passendes Revier zu sichern. Die Weibchen werden oft mit Singflügen, symbolhaftem Tragen von Nistmaterial und Erstellen von Rohbauten der Nester angeregt und betört. Weitere Balzhandlungen sind Kopfnicken, Verbeugen, Flügel- und Schwanzspreizen, Ansingen, Betteln wie die Jungvögel, Geschenke oder Futterbrocken überreichen sowie Füttern und wiederholtes Vertreiben von Rivalen aus der Umgebung oder dem unmittelbaren Nestbereich.

Paarungsverhalten

Nach anfänglichem Wegfliegen oder wilder Verfolgungsjagd durch das Männchen geht das Weibchen auf die Werbung des Männchens ein. Oft beteiligt es sich selbst auf gleicher oder anderer Weise an der Balz, die sich über viele Minuten hinziehen kann. Im Anschluss an die Balz beugt sich das Weibchen vor und flirrt mit dem Schwanz. Daraufhin setzt sich das Männchen auf ihren Rücken oder neben das Weibchen und die Paarung wird vollzogen. Bei vielen Arten hält sich das Männchen dabei mit dem Schnabel im Nackengefieder des Weibchens fest. Beim Kanarienvogel und vielen anderen Singvögeln dauert der Paarungsakt oft nur eine oder wenige Sekunden. Wellensittiche und vielen anderen Papageien paaren sich hingegen manchmal mehrere Minuten. Da mit Ausnahme von Gänsen und Enten bei den meisten Vögeln kein Penis hervortritt, pressen die Partner ihre Kloaken gegeneinander und die Samenflüssigkeit wird durch die Samenleiter auf die Kloake des Weibchens übertragen. Die Samen steigen in die Spitzen des Eileiters hoch und nehmen die Befruchtung der Follikel kurz vor deren jeweiligem Eisprung vor. Dabei kann eine Paarung für die Befruchtung aller Eier eines ganzen Geleges reichen. (Horst Bielfeld)
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