Die Sinne der Vögel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Die Sinne der Vögel

Wie auch wir Menschen sind Vögel mit den fünf wichtigsten Sinnen ausgestattet. Es gibt jedoch einige Unterschiede zu unseren Sinnesleistungen und auch bei den einzelnen Vogelarten sind sie unterschiedlich stark ausgeprägt.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Welche Sinne haben Vögel?
Vögel können ebenso wie wir Menschen sehen, hören, riechen, schmecken und tasten. Sie verfügen ferner über einen mehrfachen Kompass: einen Sternen- bzw. Sonnenkompass und einen Magnetkompass. Dieser ist hauptsächlich für die Fernreisenden unter den Vögeln relevant, aber auch unsere Brieftauben sind damit ausgestattet.

Sehen

Die Augen sind bei den Vögeln sehr groß, meistens größer als das Gehirn. Schon aufgrund ihrer Größe lässt darauf schließen, dass sie für die Gefiederten sehr wichtig sind. Sie orientieren sich hauptsächlich anhand ihrer scharfen Augen. Die Singvögel und viele andere Arten haben sehr flache, seitlich angeordnete Augen auf dem schmalen Kopf. Aufgrund des großen Sichtsfeldes, sehen sie sehr gut, ohne den Kopf drehen zu müssen. Deshalb können sie auch kaum durch Bewegungen überrascht werden. Die kugelförmigen Augen der Greifvögel sind mehr nach vorne gerichtet, denn sie müssen ihre Beute auf dem Boden, im Wasser oder in der Luft genau fixieren. Sie sehen alles viel größer und schärfer. Dafür haben sie wie die meisten Vögel keine beinahe Rundumsicht. Der Fettschwalm, die Nachtschwalben und die Eulen sehen nachts am besten. Letztere haben besonders röhrenförmige Augen, und einen breiten Kopf, der diese großen, nach vorne gerichteten Augen aufnimmt. Zwar fehlt ihnen das große Sehfeld der anderen Vögel, dafür besitzen sie aber mehr als die acht Halswirbel der Kleinvögel. Diese ermöglichen es den Eulen, ihren Kopf um bis zu 270 Grad zu drehen.

Hören

Alle Vögel hören gut, denn sie haben gut ausgeprägte Ohren. Nur die äußeren Ohrmuscheln sind nicht so ausgeprägt wie bei den Säugetieren. Viele Vögel, wie zum Beispiel die Eulen, besitzen Federohren, die nicht zum Hören, sondern nur zum Drohen und Abschrecken dienen. Die eigentlichen Ohren sitzen asymmetrisch hinter den Gesichtsschleiern verborgen. Dadurch können sie die Position des raschelnden Beutetiers mit wenigen Hundertstel Zeitdifferenz hören und so zielgenau ausmachen. Vögel hören jedoch nicht so gut wie die meisten Säugetiere. Insbesondere im Bereich der tiefen Töne sind sie den Säugern unterlegen. Nur einige Schilffinken und echte Finken können höhere Töne wahrnehmen.

Riechen

Der Geruchssinn ist bei den Vögeln nur schwach entwickelt. Nur der Kiwi, mit Abstrichen auch die Tauben, Enten und Greifvögel, verfügt über ein gewisses Riechvermögen.

Schmecken

Auch der Geschmacksinn ist bei Vögeln weniger ausgeprägt als bei den Säugetieren. Dennoch wurde er bei Singvögeln, Tauben, Hühnervögeln, Enten und einigen anderen Familien getestet und nachgewiesen.

Tasten

Mittels ihres Tastsinns stellen Vögel die Form und Härte ihrer Nahrung oder eines Gegenstands fest. Bartvögel und Eulen sehen eine Beute direkt vor ihren Augen nicht. Stattdessen setzen sie ihren Tastsinn an den Füßen und rund um den Schnabel ein. (Horst Bielfeld)
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