Aggressivität bei Vögeln | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Aggressivität bei Vögeln

Ob klein oder groß, jedes Vogelpärchen möchte seinen Nachwuchs schützen. Die einen versuchen, den vermeintlichen Feind abzulenken, andere gehen aktiv auf ihn los.
 
© Foto: Natalia Sinjushina / Fotolia
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Vögel in Käfigen oder Volieren müssen den Einblick des Menschen in ihr  privates Leben hinnehmen. Manche Vögel machen sich nichts daraus, andere reagieren ängstlich, geben ihr Brutvorhaben auf oder werfen die Eier und oftmals auch die Jungen aus dem Nest. Wieder andere werden aggressiv und greifen ihre vorher geliebten Pfleger mit Krallen oder Schnabel an. 

Aggressivität beginnt häufig mit der Brut

In allen Vogelordnungen gibt es recht viele Arten, die gegenüber anderen Vögeln und gegenüber dem Menschen aggressiv werden können. Am ausgeprägtesten ist es bei Papageien und Sittichen. Sie möchten, bis auf wenige Arten, paarweise für die Zeit der Jungenaufzucht für sich sein, oft stellt sich diese Aggression schon mit dem ersten Auftreten der Brutlust ein. Der Schutzinstinkt für den Nachwuchs lässt diese Vögel selbst gegenüber der sonst geliebten Bezugsperson plötzlich bösartig werden. 
Wenn möglich, sollten aggressive Vögel in einem teilbaren Käfig untergebracht werden. Das erleichtert das Säubern der Räumlichkeiten und erlaubt einen kurzen Blick in den Nistkasten, um bei Bedarf das Wohl der Eier oder Nestlinge zu prüfen. Sonst ist die Voliere bei Großpapageien, Kakadus und einigen Amazonen nur mit Handschuhen und einem Stock, der dem Vogel unter den Schnabel gehalten wird und in den der Vogel meistens sofort hinein beißt, zu betreten. Doch Vorsicht: Manche Vögel zerstören die Eier oder töten die Jungen, wenn sie gestörte werden. 

Neigen bestimmt Arten zu Aggressivität?

In dieser Hinsicht kann nichts Verbindliches gesagt werden. Unter den Prachtfinken sind besonders Rote gegenüber solchen mit rotem Gefieder aggressiv, was sogar zu Verletzungen und Todesfällen führen kann. Doch auch unabhängig von bestimmten Farben werden einige aggressiv. Selbst das nur neun Zentimeter große Kleinelsterchen kann dann schon mal alle anderen Mitbewohner durch die Voliere hetzen. 
Auch bei Täubchen und Weichfressern sind viele Arten angriffslustig. Das Jagen der schwächeren Vögel geht oft bis zu deren Erschöpfung. In freier Natur könnten sie sich davonmachen, davonfliegen oder wegrennen, um aus dem Revier des Angreifers zu gelangen. Im Käfig oder in der Voliere bieten sich jedoch kaum Verstecke, die der Angreifer nicht kennt und findet. Manche Vögel sind zwar zufrieden, wenn der andere außer Sicht ist, doch einige geben keine Ruhe, bis er verletzt oder tot auf dem Boden liegt. In solchen Fällen ist es besser, ihn vorher herausnehmen und in eine andere Unterkunft umzusetzen. (Horst Bielfeld)
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