Steckbrief Amsel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Amsel

Die Amsel ist in 15 Unterarten in Europa, Nordwestafrika und Asien, sowie in Australien und Neuseeland vor, wo sie allerdings eingeführt wurden. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten, Kommunikation und Ernährung der Amsel.
 
Steckbrief Amsel © Brian Lambert / Fotolia
Amseln besetzten oft über viele Jahre die gleichen Brutplätze und verteidigen diese erbittert.

Steckbrief

  • Körperlänge: 23 - 29 cm
  • Gewicht: 50 - 72 g
  • Lebenserwartung: 2 - 3 Jahre
  • Verbreitung: Europa, Nordwestafrika, Asien
  • Lebensraum: Wälder, Gärten, Parks
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Fliegenschnäpper
  • Gattung: Echte Drosseln
  • Art: Amsel (Turdus merula)

Aussehen

Das Amselmännchen hat ein schwarzes Gefieder, einen goldgelben Schnabel mit gelbem Lidring und einen langen Schwanz. Im Spätsommer wird der Schnabel etwas dunkler. Das Weibchen ist dunkelbraun und hat eine etwas hellere, braun gefleckte Kehle. Die Jungvögel sind ebenfalls dunkelbraun, haben an der Oberseite aber Hellere Schaftstriche als das Weibchen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Mit der Balz beginnen die Amseln im Frühling. Dabei umkreist das Männchen die Auserwählte mit erhobenem Kopf und gefächertem Schwanz. Zur Paarbildung kommt es jedoch erst zum Winteranfang. Oft dauert es bis zum Ende des Winters, bis der geeignete Partner gefunden ist. Bis dahin sind auch die teilweise heftigen Revierstreitigkeiten, bei denen es zu Verfolgungsjagden und regelrechten Kämpfen kommt, beigelegt, sodass mit der ersten von in der Regel zwei bis drei, manchmal aber auch bis zu fünf Bruten im Jahr begonnen werden kann. Die drei bis sechs braun-grün gepunkteten Eier bebrütet das Weibchen zwei Wochen lang. Als Nistplätze dienen Bäume, Sträucher, Hecken und auch Gebäudenischen, die mit Grashalmen, Gräsern und Moosen gepolstert und mit Lehm oder feuchter Erde verstärkt werden. Nach zwei Wochen schlüpfen die Jungen, die bereits nach zwei weiteren Wochen noch flugunfähig das Nest verlassen. Danach bekommen sie noch etwa drei Wochen lang Futter – in der letzten Woche meist überwiegend vom Vater, da die Mutter bereits die neue Brut vorbereitet.

Lebensweise und Verhalten

Die Amsel ist in 15 Unterarten in Europa, Nordwestafrika und Asien, sowie in Australien und Neuseeland vor, wo sie allerdings eingeführt wurden. In Europa ist sie die am weitesten verbreitete und häufigste Drosselart. Ihre bevorzugten Reviere sind sowohl Wälder als auch urbane Bereiche wie Gärten, Parks und Dächer. Während der Brutzeit leben Paare monogam zusammen. Ansonsten suchen die Vögel trotz teilweise heftiger Nahrungs- und Revierstreitigkeiten immer wieder die Gesellschaft ihrer Artgenossen. Etwa ein drittel der Amseln zieht zur Überwinterung südwestwärts. Es sind vor die Weibchen und Jungvögel, die es in wärmere Gefilde zieht.

Kommunikation 

Amsellieder gehören aufgrund ihrer melodisch flötenden Stimmlage und des vielfältigen Repertoires zu den schönsten Gesängen aus der Vogelwelt. Zur Revieranzeige und –verteidigung, aber auch um Weibchen anzulocken, singt das Männchen von erhöhten Warten wie Dachfirsten oder Baumwipfeln. Als Lockruf dient ein fein rollendes "srrri", als Warnruf ein helles "pli-pli-pli" oder ein "tix tix tix". Aber auch die Weibchen lassen weiche und klare Flötentöne und melodisches Zwitschern hören, das jedoch oft etwas gepresster und abgehackter klingt.

Ernährung

Die bevorzugte Nahrung dieser Vögel sind Kleintiere wie Larven, Schnecken und Würmer, die sie meist auf Feldern, Wiesen und an Flussufern aufspüren und nach denen sie mit ihren kräftigen Schnäbeln im Laubstreu oder im Waldboden picken. Auch Beeren, Früchte und Insekten wie Ameisen, Käfer und Spinnen stehen auf ihrem Speiseplan.

Hätten Sie’s gewusst?

Amseln besetzten oft über viele Jahre die gleichen Brutplätze und verteidigen diese erbittert. Um Eindringlinge zu beeindrucken patroullieren sie selbstbewusst an den Reviergrenzen entlang und scheuen oft auch nicht davor zurück, sich wie Streithähne aufeinander zu stürzen, aneinander hochzuspringen und zu verfolgen.
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