Steckbrief Elster | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Elster

Ihren Ruf als "diebische" Elster hat sie bereits seit dem Mittelalter, als sie noch als Galgenvogel und Hexentier galt. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten, Kommunikation und Ernährung der Elster.
 
Steckbrief Elster © John Sandoy / Fotolia
Elstern sind äußerst standorttreu und verlassen wenn überhaupt nur im Winter ihr Revier.

Steckbrief

  • Körperlänge: 40 - 51 cm
  • Gewicht: 210 - 245 g
  • Lebenserwartung: 3 bis 4 Jahre
  • Verbreitung: Europa, Asien, Vorder-, Nordafrika, Nordamerika
  • Lebensraum: Offene Landschaften, lichte Wälder, Gärten, Parks
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Rabenvögel
  • Gattung: Echte Elstern
  • Art: Elster (Pica pica)

Aussehen

Ihr unverkennbarer, 20 bis 30 Zentimeter langer, grün glänzender Schwanz macht die Elster unverwechselbar. Bauch, Flanken und Schulterbereich sind weiß, das übrige Gefieder ist schwarz. Lediglich die kurzen, abgerundeten Flügel und der Schwanz glänzen blau bzw. grün-violett, wobei die Außen- und Handflügel wiederum fast ganz weiß sind. Das Weibchen ist in ihrem Aussehen dem Männchen ähnlich, lediglich etwas kleiner. Auch der Schwanz ist bei den weiblichen Tieren etwas weniger lang.

Fortpflanzung und Entwicklung

Elstern werden im ersten oder zweiten, manchmal aber auch erst im dritten Lebensjahr Geschlechtsreif. Die Reviergründung setzt ab Herbst und auch Inspektion potentieller Nistplätze kann schon in dieser Zeit beginnen. Das Nest entsteht allerdings erst ab Mitte Februar. Es wird von beiden Partnern in den dicht verzweigten Kronen hoher Bäumen oder in dornigen Sträuchern gebaut, die schwer zugänglich sind und von wo aus die Eltern einen guten Ausblick auf die Umgebung haben. Der Außenbau besteht meist aus sperrigen Zweigen, der Eingang befindet sich unauffällig an der Seite. Zur Polsterung werden Wurzeln, Tierhaare und Pflanzenmaterial verwendet. Zwischen März und Mai legt das Weibchen einmalig fünf bis sieben grünlich-weiße, dunkel gesprenkelte Eier. Die Brut beginnt mit dem ersten gelegten Ei und dauert 14 bis 20 Tage. Im Abstand von zwei bis drei Tagen schlüpfen dann die Jungen, die im Alter von 22 bis 27 Tagen das Nest verlassen.

Lebensweise und Verhalten

Die Elster ist fast in ganz Europa, in den küstennahen Teilen Nordafrikas, im östlichen Teil Nordamerikas und in Asien von Anatolien über den Iran, Nordvietnam, die Mongolei bis zum Japanischen Meer anzutreffen. Sie besiedelt offene Wiesen, Hecken, Büsche, Feldgehölze und Bäume an den Waldrändern, aber auch Acker-, Au- und sogar Sumpflandschaften. Da sie gerne Obst von den Bäumen und Sträuchern in den Gärten klaut und schon mal frei zugängliche Mülltonnen und Gartenhäuschen nach Essbarem durchsucht, ist sie nicht bei allen Menschen beliebt. Sowohl monogame, dauerhafte Partnerschaften als auch wechselnde Bindungen kommen bei den Elstern vor. Sie sind äußerst standorttreu und verlassen wenn überhaupt nur im Winter ihr Revier, um sich nicht brütenden Schlafgemeinschaften anzuschließen.

Kommunikation

Die häufigste Lautäußerung der Elster ist das sogenannte "Schackern", ein lautes "tschak-tschak" und ein weiches "tschark", das vom Partner oft mit einem weittragenden "tschirk" beantwortet wird. Das Schackern ist ein Warn- und Alarmruf. Es erklingt in verschiedenen Variationen und wird umso intensiver, wenn das Revier gegen Eindringlinge verteidigt werden muss. Auch nicht brütende Vögel gebrauchen diesen kurzen, abgehackten Ruf, wenn Gefahr droht. Paare lassen zur Festigung der Partnerschaft seltener auch ein leises Schwätzen hören. 

Ernährung

Elstern nehmen das ganze Jahr über verschiedenste tierische und pflanzliche Nahrung auf. Dazu gehören Insekten, deren Larven, Würmer, Spinnen, Vogeleier, Aas, Jungvögel, Schnecken und andere wirbellose Tiere, aber auch Mäuse sowie kleinere Wirbeltiere wie Amphibien und Echsen. An Pflanzlichem werden Beeren, Fürchte und Sämereien genommen. 

Hätten Sie’s gewusst?

Ihren Ruf als "diebische" Elster hat sie bereits seit dem Mittelalter, als sie noch als Galgenvogel und Hexentier galt. Aber auch ihre Schlauheit und Lernfähigkeit sagt man der Elster zu Recht nach, denn ihr Gehirn gehört zu den höchstentwickelten unter den Singvögeln.
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