Steckbrief Haussperling | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Haussperling

Diese Vögel sind mit Ausnahme von Italien im gesamten europäischen Raum vertreten. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten, Kommunikation und Ernährung des Haussperling.
 
Steckbrief Haussperling © Colette / Fotolia
Der Haussperling hat ein vielfältiges Repertoire aus einfachen und monotonen schilpenden Lauten.

Steckbrief

  • Körperlänge: 14 - 16 cm
  • Gewicht: 24 - 38 g
  • Lebenserwartung: 1 bis 3 Jahre
  • Verbreitung: Europa, Nordafrika, Nord- und Südamerika, Kleinasien, Naher Osten, Westaustralien
  • Lebensraum: Farmland, Gärten, Parks und anderes Kulturland
  • Artbestand: Gering gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Sperlinge
  • Gattung: Passer
  • Art: Haussperling (Passer domesticus)

Aussehen

Der Haussperling oder Spatz hat einen kräftigen, breiten Körper und einen starken Schnabel. Da er sein Gefieder häufig aufplustert, wirkt er noch klobiger. Sein struppiges, und "schmutzig" wirkendes Federkleid ist sehr kontrastreich. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich in ihrem Aussehen. Das Männchen hat eine schwarze oder dunkelgraue Kehle. Zügel und Augenregion sind ebenfalls dunkel gefärbt. Der Scheitel und die Ohrdecken sind grau. An den Halsseiten zeigt sich ein wenig weiß und auch an den Flügeln zeichnen sich zwei breite, weiße Flügelbinden ab. Das Weibchen hat eine weniger auffallende Flügelbinde. Die schwarzen Augenringe fehlen. Stattdessen ist hinter dem Auge ein hellbeiger Streif zu sehen. DieKehle ist wie die gesamte Unterseite braungrau.

Fortpflanzung und Entwicklung

Sobald sie gegen Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif sind, beginnen die Männchen bereits im Spätherbst mit der Nistplatzsuche. Bis zum Frühjahr halten sie sich dort immer mehr auf. Ihr Ziel ist es jetzt, durch Singen Weibchen anzulocken. Gleichzeitig müssen andere Männchen vertrieben werden. Zur Paarbindung kommt es nur, wenn ein geeigneter Brutplatz gefunden ist und auch ausschließlich dort. Die Nistplätze sind äußerst vielfältig und reichen von Hohlräumen an Häusern, Mauerlücken, Dachpfannen, Straßenlaternen und Verschlägen bis zu verwachsenen Häuserwänden, Büschen und Bäumen. Als Nistmaterial dient alles, was in der Nähr zu finden ist: Stroh, Heu, Gräser, dünne Zweige, Wurzeln, Haare, Federn, Textilien, Plastik und vieles andere. Zusammengehalten wird das Ganze durch Erde und Lehm. Zwischen März und August kommt es dann zu ein bis vier Bruten, die jeweils aus drei bis sechs sehr variabel gefärbten, meist weißen, manchmal auch bläulichen oder grünlichen Eiern besteht, auf denen sich braune, graue oder schwarze Flecken abzeichnen. Die Brutzeit beträgt nur ca. zehn Tage und auch die Nestlingszeit ist mit 14 bis 16 Tagen verhältnismäßig kurz. Spätestens nach zwei weiteren Wochen sind die Jungen selbständig.

Lebensweise und Verhalten

Diese Vögel sind mit Ausnahme von Italien im gesamten europäischen Raum vertreten. Er ist in einigen Regionen Nordafrikas, in Nordamerika, in der südlichen Hälfte Südamerikas, in Westafrika, Anatolien sowie in weiten Teilen Asiens zu finden.  Haussperlinge leben mit den Menschen in Dörfern und Städten und bevorzugen Plätze wie Farmen, Parks und Gärten, an denen sie ganzjährig Sämereien, Insekten, landwirtschaftliche Erzeugnisse und verschiedenste Abfälle finden. Haussperlinge leben streng monogam und halten gewöhnlich am einmal gewählten Nistplatz fest. Zu Neuverpaarungen kommt es in der Regel nur, wenn ein Partner stirbt oder nicht mehr brutfähig ist. Auch außerhalb des Nestbereichs bleiben die Paare dann zusammen. Zur Tagesruhe und Nahrungsaufnahme tun sie sich oft in kleineren Trupps oder Schwärmen zusammen. Sie baden sehr gerne und betreiben dabei eine ausgiebige Gefiederpflege. 

Kommunikation

Der Haussperling hat ein vielfältiges Repertoire aus einfachen und monotonen schilpenden Lauten. Als Nestruf wird eine anhaltende Folge von ein- oder zweisilbigen Schilptönen wie „tschilp“, „tschirp” , „tschirrip“ oder „tschirrep“ vorgetragen. Bei der Balz lassen sie lange Serien ständig variierender Schilptöne wie etwa "tschilp tschef tschilp tschelp schürp …" hören. Selten sind auch dreisilbige Rufe,  die wie „zwirli“, „schilip“ oder oder „swililib“ klingen, zu vernehmen.

Ernährung

Der Haussperling ernährt sich überwiegend vegetarisch. Er hat sein Nahrungsverhalten nach dem angepasst, was er in den Dörfern und Städten findet. In ländlichen Gegenden sind es eher Samen und Körner wie Hirse, Mais oder Reis. In städtischen Lebensräumen gilt der Spatz als Allesfresser. Von Brotkrumen über verschiedenste Essensreste bis zu Vogelfuttermischungen nimmt er alles, was er bekommen kann. Im Frühjahr und Sommer, vor allem zur Mauser und der Fütterung der Jungen in den ersten Tagen, greift der Haussperling auch zu tierischer Nahrung wie Insekten, Blattläusen, Larven, Raupen, Schmetterlingen und kleinen Käfern. Diese macht jedoch nur einen geringen Anteil an seiner Gesamtnahrung aus. 

Hätten Sie’s gewusst?

Obwohl der Spatz lange Zeit zu den am häufigsten gemeldeten Vögeln in Deutschlands Gärten galt, gibt es heute bei den lokalen Beständen einen Rückgang zu verzeichnen. Dies führt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) vor allem auf Intensivierungen in der Landwirtschaft, wie zum Beispiel saubere Dreschmethoden, den sofortigen Umbruch von Stoppelfeldern und Pestizidausbringung, den Rückgang der Kleintier- und Pferdehaltung und die naturferne Gestaltung von Gärten zurück. 
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