Steckbrief Kohlmeise | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Kohlmeise

Die Kohlmeise ist im gesamten europäischen Raum anzutreffen. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten, Kommunikation und Ernährung der Kohlmeise.
 
Steckbrief Kohlmeise © K.-U. Häßler / Fotolia
Kohlmeisen bewegen sich im Gezweig, auf dem Boden und sogar beim Klettern an den Bäumen überwiegend hüpfend vorwärts.

Steckbrief

  • Körperlänge: 13 - 15 cm
  • Gewicht: 17 - 21 g
  • Lebenserwartung: 2 bis 3 Jahre
  • Verbreitung: Europa, Nordafrika, Asien
  • Lebensraum: Wälder, Gärten, Parks
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Meisen
  • Gattung: Parus
  • Art: Kohlmeise (Parus major)

Aussehen

Die Kohlmeise ist die größte Meisenart und leicht an ihrer gelben Unterseite mit schwarzem Mittelstreif und dem glänzenden blauschwarzen Kopf, dessen Seiten weiße Wangenfelder zieren, zu erkennen. Der Rücken ist olivgrün, am Nacken zeigt sich ein wenig gelb. Über dem blaugrauen Flügel verläuft eine deutlich zu erkennende weiße Binde. Sowohl der Schnabel als auch die Füße sind recht kräftig. Das Weibchen ist an der Bauchseite häufig etwas blasser gelb. Außerdem ist es durch den schmaleren, ausgefransten schwarzen Mittelstreif an der Unterseite von Männchen zu unterscheiden.

Fortpflanzung und Entwicklung

Wenn Kohlmeisen Ende des ersten Jahres geschlechtsreif werden, beginnen sie im Frühjahr mit der Partnersuche. Die Nistplatzwahl erfolgt dann in der Regel gemeinsam. Dabei werden Nisthöhlen mit möglichst großer Brutfläche und Innentiefe gegenüber Nistplätzen bevorzugt. Diese werden dann mit viel Gras, Federn, Moos, Haaren und Wolle aufgefüllt. Gleichzeitig ist die Kohlmeise aber auch sehr anpassungsfähig, wenn keine Nisthöhlen verfügbar sind. So brütet sie zum Beispiel auch in den Nestern von Eichelhähern und Elstern, unter Dächern, in Briefkästen, Felsspalten oder Mülltonen. Gebrütet wird zwischen März und Juli. Während das Weibchen ca. zwei Wochen lang alleine brütet, verteidigt das Männchen das Nest gegen Artgenossen. Die ein bis zwei Burten bestehen aus sechs bis zwölf schwach weiß glänzenden Eiern mit rot-braunen, oft über das ganze Ei verteilten Flecken. Da die Nestlinge der Höhlenbrüter relativ geborgen sind, verbringen sie die ersten 17 bis 20 Tage nach dem Schlupf im Nest. In dieser Zeit werden sie von beiden Eltern gefüttert. 

Lebensweise und Verhalten

Die Kohlmeise ist im gesamten europäischen Raum anzutreffen. In Nordwestafrika zeigt sie sich in Marokko. Aber auch Anatolien, der Nahe Osten und der Iran gehören zu ihrem Verbreitungsgebiet, das sich von dort aus in einem breiten Streifen über ganz Asien bis zum Japanischen Meer erstreckt.  Ihr bevorzugter Lebensraum sind Laub- und Mischwälder, Parks und Gärten. Partnertreue ist bei Kohlmeisen häufiger als Partnerwechsel. Das liegt jedoch weniger an der engen Bindung zum einmal gewählten Partner, sondern vielmehr an der Brutplatztreue dieser Vögel. So versammeln sie sich im Winter meist ohne erkennbare Paarbindung zu Schwärmen, um sich im Frühjahr wieder am gleichen Brutort mit dem bekannten Partner für die nächste Brutsaison zu verbinden. 

Kommunikation

Die Kohlmeise hat ein umfangreiches und variables Repertoire an Gesängen zu bieten, die sie meist schon im Januar hören lässt und die dann nach Beginn der Brutsaison wieder verebben. An sonnigen Wintertagen lässt sie ihr "tgi thi thi" oder ein "zi-zi-däh" erklingen, dem sich im Frühjahr meist ein heiteres "siCHUTti CHUTti" und ein geschäftiges "ti TUUi" anschließt und das im Streit mit Widersachern zu einem hohen "ziii" wird.

Ernährung

Sie halten sich im Herbst und Winter vor allem an ölhaltige Samen, Nüsse und Früchte. Im Frühjahr und Sommer greift er jedoch überwiegend zu animalischer Nahrung wie Insekten, Larven und Puppen. Bei Nahrungsknappheit verstehen es Kohlmeisen, ein sehr breites Nahrungsspektrum zu nutzen. Dazu gehören große Raupen, Spinnen, Käfer, Würmer, Motten, Wanzen und vieles andere. An die Jungvögel werden gerne Schnecken und Eischalen verfüttert. 

Hätten Sie’s gewusst?

Kohlmeisen bewegen sich im Gezweig, auf dem Boden und sogar beim Klettern an den Bäumen überwiegend hüpfend vorwärts. Der Übergang von Hüpfen zum Springen bis zum Fliegen erfolgt dabei gleitend. 
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