Steckbrief Zaunkönig | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Zaunkönig

Das Verbreitungsgebiet des Zaunkönigs erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel bis nach Zypern und von Island bis in den Mittelmeerraum über weite Teile Europas. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten, Kommunikation und Ernährung des Zaunkönigs.
 
© Frank Leung / iStockphoto
Der Zaunkönig ernährt sich überwiegend von tierischer Kost.

Steckbrief

  • Körperlänge: 9 - 11 cm
  • Gewicht: 8 - 11 g
  • Lebenserwartung: bis 3 Jahre
  • Verbreitung: Europa, Nordamerika, Nordafrika, Zentral- und Ostasien
  • Lebensraum: Gärten, Parks, Laub- und Mischwälder
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Baumläufer
  • Gattung: Troglodytes
  • Art: Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)

Aussehen

Der kleine Singvogel mit kurzem, meist aufgerichtet getragenem Schwanz hat überwiegend braunes Gefieder, das sich an der Oberseite rot- bis zimtbraun und and er Unterseite braunweiß mit einer feinen dunklen Querbänderung zeigt. Durch seinen kurzen Hals wirkt seine Gestalt sehr rundlich. Sein spitzer und ganz leicht abwärtsgebogener Schnabel ist für seine Größe verhältnismäßig lang.

Fortpflanzung und Entwicklung

Zaunkönige erlangen die Geschlechtsreife im ersten Lebensjahr. Die Männchen beginnen ab Ende Juli mit der Reviergründung. Aufgrund der hohen Standorttreue dieser Vögel müssen die jüngeren Männchen erst einmal einen Platz finden, der noch nicht von älteren Tieren besetzt ist. Mit der Reviergründung bauen sie mehrere Nester. Das erhöht die Chancen auf eine Partnerin, deren Wahl vermutlich stark von der Qualität des Standorts und einem attraktiven Nistplatz abhängt. Sagt dem Weibchen ein Nest zu, nimmt es diesen an und baut ihn aus. Die kugelförmigen Zaunkönignester haben einen seitlichen Eingang und werden häufig in dichter Vegetation wie Efeu, Schling- und Kletterpflanzen, Baumstrünken oder Wurzeltellern aus Moosen, Federn, Haaren, Blättern und verschiedensten Fasern gebaut. Von April bis Juli kommt es in der Regel zu zwei Bruten. Das Gelege aus vier bis sieben weißen, von rostbraunen Flecken durchzogenen Eiern bebrütet das Weibchen ca. zwei Wochen lang alleine. Bis die Jungen nach 15 bis 19 Tagen ausfliegen, werden sie anfangs fast ausschließlich von der Mutter, nach ca. einer Woche auch verstärkt vom Vater gefüttert.

Lebensweise und Verhalten

Das Verbreitungsgebiet des Zaunkönigs erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel bis nach Zypern und von Island bis in den Mittelmeerraum über weite Teile Europas. Die südliche Grenze bildet die afrikanische Maghreb-Region. Im Osten ist er von Vorderasien bis nach Japan und Taiwan vertreten. In Nordamerika ist er in zahlreichen Unterarten im Nördlichen Mexiko, den USA und Kanada verbreitet. Am wohlsten fühlt er sich in unterholzreichen Laub- und Mischwäldern, Feldgehölzen, Gärten und Parks. Da die Weibchen im Gegensatz zu den Männchen nur eine geringe Reviertreue zeigen, geht die Paarbindung meist nicht über eine Brutsaison hinaus. In seltenen Fällen bleiben einzelne Paare auch über den Winter zusammen. Zur Brutzeit leben Zaunkönige streng territorial. Im Winter werden hingegen oft kleine Schlafgemeinschaften von bis zu 20 Vögeln gebildet. 

Kommunikation

Zur Balz nähert sich das Männchen singend mit schnurrenden "zurrr"-Lauten dem Weibchen an. Fühlt sich der Zaunkönig beunruhigt oder bedroht, gibt er laut schmetternde, metallisch klingende Schimpflaute von sich, die in etwa wie "zerr" oder "tektek" klingen. Diese können in Tempo und Tonhöhe häufig wechseln. Oft beginnt die Tonfolge mit leisen Tönen, die dann zu einem Trillern werden und zu einem für diesen kleinen Vogel verblüffend lauten Gesang anschwellen.

Ernährung

Dieser Vogel ernährt sich überwiegend von tierischer Kost. Das Nahrungsspektrum reich von Spinnen, Weberknechten, Würmern, Insekten wie Fliegen, Mücken und Ameisen bis zu kleinen Fischen und Amphibien, die vom Wasser aufgenommen werden. Den Großteil seiner Beute findet er jedoch auf dem Boden oder im Geäst von Bäumen und Sträuchern. Sein langer, schlanker Schnabel ermöglicht es ihm auch, in der Rinde von Bäumen oder in Astlöchern nach Nahrung zu suchen. Im Winter steigt der Fischanteil infolge des mangelnden Angebots an Insekten und Larven. 

Hätten Sie’s gewusst?

Da Zaunkönige sehr Reviertreu sind, verlieren Jungvögel frühzeitig in Besitz genommene Tiere oftmals wieder an Altvögel, die an ihren bereits im Vorjahr besetzten Brutort zurückkehren.
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