Ein Gen fürs Singen und Sprechen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ein Gen fürs Singen und Sprechen

Singvögel unterscheiden sich von anderen Vögeln vor allem durch ihre wundervollen Gesangskünste. Dies haben sie einem bestimmten Gen zu verdanken, das ihnen ihr musikalisches Talent verleiht.
 
© pixabay.com/jonathansautter (CC0 Public Domain)
Die Fähigkeit, einen bestimmten Gesang erlernen zu können, unterscheidet die Singvögel von anderen Vogelarten.
Wenn Singvögel aus ihrem Ei schlüpfen, können sie höchstens recht unmelodiös nach Futter kreischen. Den schönen Gesang lernen sie erst später. Meist imitieren sie ihre Eltern und ihre Artgenossen; manchmal lassen sie sich aber auch von Handys inspirieren.

Der feine Unterschied

Die Fähigkeit, einen bestimmten Gesang erlernen zu können, unterscheidet die Singvögel von anderen Vogelarten, wie z. B. der Ringeltaube, die tatsächlich immer nur so gurrt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Eine Ringeltaube kann sich – sozusagen – musikalisch nicht fortbilden. Es ist ein bestimmtes Gen, das Singvögeln wie Zebrafinken musikalisches Talent verleiht.

Gleiches Gen wie beim Menschen

Höchstinteressant dabei ist, dass dieses Gen namens FOXP2 auch für die Sprachentwicklung des Menschen verantwortlich ist. Menschen mit einem defekten FOXP2 haben Schwierigkeiten mit der Artikulation, dem Sprachverständnis und mit den Satzbauregeln. Tatsächlich ist dieses Gen bei Vögeln und Menschen auch in der gleichen Gehirnregion aktiv. Offensichtlich sind also die Fähigkeit, richtige Sätze zu bauen und harmonische Melodien zu pfeifen, miteinander verwandt. Und die kleinen Singvögel sind uns geistig näher, als wir uns das bisher vorgestellt haben. (Barbara Welsch)
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