Steckbrief Gebirgslori | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Gebirgslori

Der Gebirgslori ist im Osten Australiens sowie auf Tasmanien und der Kap-York-Halbinsel heimisch. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Gebirgslori.
 
© David H. Lewis / iStockphoto
Der Gebirgslori ist im Osten Australiens sowie auf Tasmanien und der Kap-York-Halbinsel heimisch.

Steckbrief

  • Körperlänge: 29 cm
  • Gewicht: 75 - 150 g
  • Lebenserwartung: 12 - 16 Jahre
  • Verbreitung: Östliches Australien einschließlich Tasmanien
  • Lebensraum: Tiefland-Wälder und Gebüsch
  • Artbestand: Gering gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Papageien
  • Familie: Loris
  • Gattung: Keilschwanzloris
  • Art: Gebirgslori (Trichoglossus haematodus moluccanus)

Aussehen

Der Schnabel des Gebirgslori ist orangerot. Der Kopf und die Kehle sind dunkelblau mit hellblauen oder violetten Stricheln übersät. Den Nacken und die Halsseiten ziert ein gelbes Band. Die restliche Oberseite ist grün, die Schwingen sind etwas dunkler. Die Oberbrust ist gelb bis orange, der untere Teil und der Bauch sind blauviolett. Von den Schenkeln und den Unterschwanzdecken wechseln sich Gelb und Grün ab. Die Schwanzfedern zeigen sich oberseits grün, unterseits mehr gelb. Gelb und orange sind auch die Unterflügeldecken, die während des Fluges leuchtend in Erscheinung treten. Die Augen sind orange, die Wachshaut und die Füße sind dunkelgrau.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Gebirgsloris finden in tiefen Höhlen von Stämmen oder starken Ästen hoher Bäume ihre Brutnester. Die Weibchen legen meistens nur zwei Eier, die sie auch alleine bebrüten. Sie werden von ihren Männchen gut gefüttert, was auch schon bei der Balz und während der Anpaarung zu beobachten ist. Während der Balz lassen die Männchen ein Zischen und Zwitschern hören. Dabei wiegen sie oft ihre ganzen Körper.

Lebensweise und Verhalten

Der Gebirgslori ist im Osten Australiens sowie auf Tasmanien und der Kap-York-Halbinsel heimisch. In manchen Schutzgebieten, wo große Bestände dieser Loris vorkommen, werden sie von den Touristen mit Honigbrot gefüttert und klettern sogar den Menschen herum. Meistens leben sie allerdings in kleinen Flügen zusammen und bilden nur an besonders lohnenden Futterplätzen große Schwärme.

Kommunikation

Während des Fluges lassen sie lautes Kreischen hören, das sich wie „krrräh" anhört und in regelmäßigen Abständen wiederholt wird. Schrill ist auch ihr Schwatzen bei der Nahrungsaufnahme und während sie auf den Ästen der Ruhe nachgehen. Dann putzen und schnäbeln sie sich und lassen dabei leises Gezwitscher hören. Aus Angst und Wut können sie auch richtig fauchen.

Ernährung

Wie alle Loris leben die Gebirgsloris vor allem von Blüten, deren Pollen, Nektar und Insekten, die sich ebenfalls an den Blüten laben wollen. Daneben nehmen die Vögel Beeren, süße Früchte und weiche Samen zu sich. Zum Füttern eignet sich Lori-Fertigfutter, das mit zerkleinertem Obst und Gemüse, Beeren und zerschreddertem Salat und anderem Grünzeug angereichert werden kann. Angekeimte Samen und milchige Maiskolben sind ihnen besonders lieb. Da sie auch tierische Nahrung nicht verschmähen, eignen sich auch frisch gehäutete Mehlwürmer, Fliegenmaden, Wachsmottenlarven und andere Insekten. Diese sind vor allem bei der Aufzucht der Jungen wichtig.

Haltung

Heute gehört der Gebirgslori zu den am meisten gehaltenen und gezüchteten Unterarten der Allfarbloris, von denen es 20 rund um und auf Neuguinea sowie im Norden und Osten Australiens gibt. In den Boden ihrer Nistkästen sollte eine dicke Lage Mulm oder Sägespäne hineingepresst werden. Das hilft, den flüssigen Kot der jungen Vögel aufzusaugen. Obwohl sie auch außerhalb der Brutzeiten darin schlafen, halten die erwachsenen Vögel die Kästen sauber. Sie entleeren sich außerhalb der Kästen. Das trifft auch für die Weibchen zu, die sich ein- oder zweimal pro Tag draußen entleeren. Sonst brüten sie und werden von ihren Männchen gefüttert. Nach 26 Tagen schlüpfen die Jungen aus, die nach etwa acht Wochen das Nest verlassen und drei Wochen später selbstständig sind.

Hätten Sie’s gewusst?

Das Flugbild dieser Vögel bietet einen herrlichen Anblick. Sie sind so schnell, dass sich die vielen Farben kaum erkennen können.
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