Steckbrief Rotlori | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Rotlori

Die Heimat des Rotloris sind die Molukken-Inseln Buru, Ambon, Haruku, Saparua, Seram Laut, Watubela, Tayandu, die Kai- und einige kleinere Inseln. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Rotlori.
 
© Gary Unwin / iStockphoto
Zur Gattung der Rotloris (Eos) werden sechs Arten gezählt.

Steckbrief

  • Körperlänge: 31 cm
  • Gewicht: 170 - 220 g
  • Lebenserwartung: 15 - 18 Jahre
  • Verbreitung: Molukken, Indonesien
  • Lebensraum: Wälder, Mangroven, Tiefland
  • Artbestand: Gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Eigentliche Papageien
  • Familie: Loris
  • Gattung: Rotloris
  • Art: Rotlori (Eos bornea)

Aussehen

In beiden Geschlechtern ist der Rotlori leuchtend rot gefärbt. Die Handschwingen sind schwarz und blau – auf den Flügeldecken weniger als der Buru-Rotlori (Eos b. cyanonothus) und mehr als der Amboina-Rotlori (Eos b. bornea), den beiden Unterarten, die heute als solche anerkannt werden. Ihre Schnäbel sind gelb bis orange, die sind Augen ebenfalls orange und graublau umrandet. Die Füße sind dunkelgrau. Jungvögel haben zuerst noch graue Federn und einen schwarzen Schnabel. Doch wenn sie mit etwa sieben Monaten ins Erwachsenenkleid wechseln, ist ihr Schnabel schon orangefarben.

Nachwuchs und Aufzucht

Auf hohen Bäumen brütet der Rotlori in natürlichen oder von anderen Vögeln verlassenen Nisthöhlen. In morschen Bäumen gräbt er sie selbst. Das Gelege besteht fast immer aus zwei Eiern, die innerhalb von 26 Tagen ausgebrütet werden. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen gefüttert, aber auch bei den kleinen Nestlingen hilft es durch indirektes Füttern mit. Diese sind zuerst mit dichten weißen Dunen bedeckt und brauchen insgesamt acht bis neun Wochen, bis sie völlig befiedert ausfliegen. Mindestens weitere drei Wochen lang lassen sie sich von den Eltern füttern.

Lebensweise und Verhalten

Die Heimat des Rotloris sind die Molukken-Inseln Buru, Ambon, Haruku, Saparua, Seram Laut, Watubela, Tayandu, die Kai- und einige kleinere Inseln. Er lebt dort in den dichten Wäldern, auch in den Mangroven, Sekundärwäldern und in Kokosnuss-Pantagen. Als Lebensraum bevorzugt der Rotlori das Tiefland entlang der Küsten, es ist aber auch bis in Höhen von mehr als 1000 Meter anzutreffen. Da er fast immer in Schwärmen auftritt, ist sein Anblick ein großartiges Erlebnis. Jedoch auch eine Strapaze für die Ohren, weil alle Vögel fast ständig laut und schrill schreien. Sie sind fast immer in Flügen von etwa 20 bis 30 Vögeln – meistens auf Nahrungssuche – unterwegs.

Kommunikation

Der Rotlori ruft sehr schrill und laut und das unaufhörlich. In den Schwärmen, in denen er fast ständig auftritt, schwillt sein Rufen zu einem ohrenbetäubendem Geschrei an.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Rotlori von Pollen, Nektar, Früchten und Insekten, die er bevorzugt hoch oben auf den Bäumen (oft auf Korallenbäumen) sucht. Es gibt Lorinahrung, die alle Nährstoffe und notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält. Dennoch braucht der Rotlori (wie alle Loris) etwas Abwechslung in Form von selbst zusammengestellten Mischungen. Außer dieser breiartigen oder flüssigen Nahrung sind auch zerkleinertes Obst und Gemüse nötig. An tierischer Nahrung eignen sich – besonders für die Aufzucht der Jungen – Mehlwürmer, Wachsmottenlarven, Fliegenmaden, Grillen, Heimchen und Heuschrecken.

Haltung

Da der Rotlori sehr laut ist, sollte er in geräumigen, möglichst nicht in der Nähe von empfindlichen Nachbarn stehenden, Volieren gepflegt werden. Trotzdem wird er gern gehalten und auch mit großem Erfolg gezüchtet.

Hätten Sie’s gewusst?

Zur Gattung der Rotloris (Eos) werden sechs Arten gezählt, von denen eine der hier beschriebene "eigentliche" Rotlori ist. Alle sechs Arten sind rot mit unterschiedlich angeordneten blauen und schwarzen Gefiederpartien. Da sie auch alle von den indonesischen Molukken und anderen nahe beieinander liegenden Inseln vor West-Papua-Neuguinea oder sogar auf Papua-Neuguinea selbst leben, werden sie zusammen als eine Superspezies behandelt.
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