Steckbrief Australischer Königsstittich | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Australischer Königsstittich

Der Königssittich lebt in den Regenwäldern in den Höhenlagen vom Meeresspiegel bis 1.600 Meter und kommt auch in die Savannen, auf das Farmland, in Gärten sowie Parks der Dörfer und Städte. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Australischen Königsstittich.
 
© mark higgins / iStockphoto
Wie in der Natur wird der Königssittich auch in unserer Pflege schnell sehr zutraulich, sogar ausgesprochen zahm.

Steckbrief

  • Körperlänge: 43 cm
  • Gewicht: 210 - 275 g
  • Lebenserwartung: 20 - 30 Jahre
  • Verbreitung: Osten Australiens
  • Lebensraum: Savannen, lichte Regenwälder, Buschland
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Papageien
  • Familie: Prachtsittiche
  • Gattung: Königssittiche
  • Art: Australischer Königssittich (Alisterus scapularis)

Aussehen

Kopf, Nacken und die gesamte Unterseite des Männchens sind rot. Nur bei den Unterschwanzdecken sind grünliche Säume sichtbar. Rücken, Flügeldecken und Schwingen sind grün und von hellgrünen Flügelspiegeln unterbrochen. Bürzel und Schwanz sind blau mit grünen Säumen. Die Füße sind grau, der Oberschnabel hornbraun, der Unterschnabel schwärzlich. Die Iris der Augen ist gelb. Beim Weibchen ist das Rot auf den Bauch und die Unterschwanzdecken reduziert. Der ganze Schnabel ist schwärzlich. Jungvögel sehen dem Weibchen ähnlich. Sie sind noch matter gefärbt und bekommen erst bei der Mauser das Rot.

Nachwuchs und Aufzucht

Mit drei Jahren sind die Vögel brutreif, manchmal auch schon im zweiten Lebensjahr. Die Anzahl der Eier kann individuell etwas schwanken und reicht von drei bis fünf, in selten Fällen auch bis sieben. Die Weibchen bevorzugen meistens Bruthöhlen von ein bis zwei Metern Länge. Wie bei fast allen Papageien brütet nur das Weibchen. Das Männchen bewacht währenddessen die Bruthöhle und füttert sein Weibchen, so dass es möglichst ununterbrochen die Eier wärmen kann. Nach gut drei Wochen Brutdauer schlüpfen die Jungen, die zuerst mit nur wenigen Flaumfedern bedeckt sind und überhaupt nicht wie junge Vögel aussehen. Sie wachsen schnell heran, sind mit vier Wochen schon recht gut befiedert und verlassen mit sechs Wochen die Nisthöhle. Obwohl sie flügge sind und bald recht gut fliegen können, kehren sie in der ersten Zeit für die Nächte in die Brutröhre zurück. Die Männchen helfen bei der Fütterung der Nestlinge mit und versorgen den ausgeflogenen Nachwuchs besonders eifrig. Es wird in der Regel eine Brut pro Jahr durchgeführt, und zwar im Frühjahr. Die Importvögel hatten es früher schwer, sich vom australischen Frühling, der gegen September einsetzt, auf den europäischen umzustellen.

Lebensweise und Verhalten

Der Königssittich lebt in den Regenwäldern in den Höhenlagen vom Meeresspiegel bis 1600 Meter und kommt auch in die Savannen, auf das Farmland, in Gärten sowie Parks der Dörfer und Städte. Dort ist er so zutraulich geworden, dass er sogar Futter von den Besuchern der Parks aus der Hand nimmt und auf den Schultern der Menschen Platz nimmt. Bei liebevoller Pflege werden die Königssittiche auch in der Voliere ganz zutraulich. Dies dürfte auf ihre sehr friedlichen Umgang miteinander zurückzuführen sein, wenn sie als noch junge Vögel in kleinen Schwärmen umherziehen. In der Zeit findet schon die Paarbildung statt. Dabei stellen beide Vögel die Kopffedern auf und das Weibchen fordert das zukünftige Männchen zur „Verlobungs-Fütterung" auf.

Kommunikation

Während sich die Königssittiche zur Brutzeit paarweise in den Wäldern zurückziehen, Sind sie sonst in Flügen bis etwa 30 Exemplaren auf der Futtersuche unterwegs und lassen dabei ihre nicht sehr lauten Stimmen hören. Über ihre Kommunikation untereinander erfahren wir von unseren gehaltenen Vögeln einiges. Es ist ein schönes Erlebnis, die Königssittiche, die bei der Balz mit aufgestellten Kopffeder, angelegtem Körpergefieder und Flügelschlägen sowie pfeifendem Singen zu sehen. Im Fluge stoßen sie schrilles Krächzen aus.

Ernährung

Die Ernährung der Königssittiche muss etwas anders gestaltet werden als die der Plattschweifsittiche, obwohl die Vögel auch Hafer, Weizen, frischen oder tief gefrorenen Mais, Kanariensaat, Erdnüsse und Sonnenblumenkerne annehmen. Die Sonnenblumenkerne und die Kolbenhirse sind am besten in gekeimter Form anzubieten. Als Waldbewohner leben sie weit mehr von Früchten aller Art und benötigen daher Äpfel, Birnen, Apfelsinen, Mandarinen, Kiwis, Melonen, eingeweichte Feigen und anderes Obst. Ebenfalls geeignet sind Möhren, Spinat, Feld- und Endiviensalat, Chicorée, Vogelmiere, Löwenzahn und viele verschiedene Beeren von Hagebutten, Vogelbeeren und denen des Feuer- und Weißdorns bis hin zu Erdbeeren und Himbeeren. Wenn Junge aufgezogen werden, nehmen die Königssittiche auch ein handelsübliches Weichfutter und ein hart gekochtes Ei an, das mit eingeweichtem Zwieback vermischt wird. Es sollten auch gekeimte Samen darunter gemischt werden. Manche Vögel verschmähen dann auch Mehlwürmer nicht.

Haltung

Wie in der Natur wird der Königssittich auch in unserer Pflege schnell sehr zutraulich, sogar ausgesprochen zahm. Es gibt ohnehin nur Vögel zu kaufen, die hier geboren sind, denn seit dem generellen Ausfuhrverbot im Jahre 1960 dürfen keine Vögel oder sonstige Tiere oder Pflanzen aus Australien importiert werden. Der Königssittich konnte mit den damals hier vorhandenen wenigen Exemplaren gut vermehrt werden, so dass sein Bestand in Menschenobhut heute mehr als gesichert ist. Allerdings wäre eine Blutauffrischung nötig, da die vielen heute lebenden Vögel von den wenigen vorhandenen aus Zeiten vor den Ausfuhrsperren abstammen. Dennoch sollten diese hübschen Vögel nicht einzeln in der Wohnung gehalten werden, sondern die Chance erhalten, sich zu vermehren. In einer kombinierten Innen-Außenvoliere fühlt sich der Königssittich wohler.

Hätten Sie’s gewusst?

Die Männchen können während sie ihr Weibchen anbalzen, die Größe ihrer gelben Irisringe ändern, so dass sich die Pupillen vergrößern und verkleinern.
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