Steckbrief Barnardsittich | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Barnardsittich

Die zwei Unterarten B. b. barnardi und B. b. whitei leben im Innern Südost-Australiens. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Barnardsittich.
 
© Image courtesy of SweetCrisis at FreeDigitalPhotos.net
Der Barnardsittich geht durch den Verlust von Mallee-Gebüsch in seinem Bestand zurück.

Steckbrief

  • Körperlänge: 33 cm
  • Gewicht:  100 - 150 g
  • Lebenserwartung: 15 - 20 Jahre
  • Verbreitung: Osten und Südosten Australiens
  • Lebensraum: Eukalyptus-Buschland, Wälder an Flüssen
  • Artbestand: Gering gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Papageien
  • Familie: Plattschweifsittiche
  • Gattung: Barnardius
  • Art: Barnardsittich (Barnardius barnardi)

Aussehen

Die Stirn ist rot, sonst ist das Gefieder überwiegend grün. Auf dem Scheitel und dem Rücken ist der Barnardsittich grau bis dunkelblau und schwärzlich. Ein Nackenband und einige Flecke auf dem Oberbauch sind hellgelb. Der Flügelbug, die äußeren Flügeldecken zeigen sich leuchtend blau, die Schwingen dunkelblau bis schwarz. Die Schwanzfedern sind dunkelgrün, die äußeren sind blau mit mehr oder weniger Weiß. Der Schnabel zeigt helles Grau, die Füße sind rotbraun. Das Weibchen des Barnardsittichs ist etwas blasser gefärbt, ebenso die Jungvögel. Diese tragen noch mehr Braun auf Kopf und Rücken.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Brutperiode liegt in den Monaten von August bis Januar, kann aber wegen Trockenheit auch erst von Februar bis Juni stattfinden oder ganz ausfallen. Das Weibchen legt in eine Stamm- oder meistens vier bis sechs weiße Eier und brütet diese ca. 20 Tage aus. Die Jungen bleiben fünf Wochen lang in der Höhle und werden dann noch drei bis vier Wochen lang gefüttert. Das ist überwiegend Aufgabe des Vaters, der während der Brut und Aufzucht der Nestlinge auch das Weibchen versorgt. 

Lebensweise und Verhalten

Die zwei Unterarten B. b. barnardi und B. b. whitei leben im Innern Südost-Australiens. Sie sind überwiegend im Mallee (niedrigem Eukalyptus-Gebüsch), in lichten Baumgruppen und im Flussuferbewuchs anzutreffen. Im Nordwesten Queenslands ist die dritte Unterart zu Hause, die Cloncurrysittich, B. b. macgillivrayi genannt. Sie lebt in Eukalyptuswäldern, vor allem in hügeligem Gelände. Die Vögel verlassen mit schnellem Flügelschlag morgens die Schlafbäume. In kleinen Gruppen fliegen sie dann zu den Wasserstellen. Ihre Nahrung suchen sie auf dem Boden und in den Bäumen. In der Mittagshitze ruhen und putzen sie sich, bis sie abends wieder auf Futtersuche und zum Trinken fliegen.

Kommunikation

Die Vögel rufen sich im Fluge mit hohen, schrillen Lauten, die oft wiederholt werden. Harte, metallische Laute werden als Warnungen ausgestoßen. Wenn sie auf den Bäumen auf Nahrungssuche sind, lassen sie ein leises Geschwätz hören. Auf dem Boden sind sie dagegen stumm.

Ernährung

Als Nahrung dienen den Barnardsittichen die Samen von Gräsern und Kräutern. Ferner nehmen sie Früchte, Blüten, Knospen, Insekten und deren Larven zu sich. Besonders gerne mögen sie die Kerne verschiedener Melonen und von Tabakpflanzen. Zur Verdauung brauchen sie auch Grit und Holzkohlestückchen. Ideal ist ein vielseitiges Großsittich-Mischfutter, das mehl- und ölhaltige Samen enthält. Vor allem zur Aufzucht der Jungen sind Weichfutter und Insekten notwendig.

Haltung

Der Barnardsittich ist am besten in einer kombinierten Innen/Außenvoliere aufgehoben. Darin wird er als Paar gehalten, denn wenn er in Brutstimmung ist, kann er gegenüber anderen Sittichen aggressiv werden. In einen Nistkasten von 30 x 30 Zentimeter Bodenmaß und einer Höhe von 60 Zentimeter und mehr legt das Weibchen dann die Eier und brütet sie alleine aus. Es wird vom Männchen gefüttert, so dass es nur ein- oder zweimal pro Tag heraus kommt, um sich zu entleeren.

Hätten Sie’s gewusst?

Der Barnardsittich geht durch den Verlust von Mallee-Gebüsch in seinem Bestand zurück. Er meidet die Nähe des Menschen.
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren