Steckbrief Felsensittich | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Felsensittich

Die Felsensittiche sind gesellig und bevölkern die meisten offenen Ladstriche in der Nähe von Flüssen und anderen Gewässern. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Felsensittich.
 
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Steckbrief

  • Körperlänge: 39 - 53 cm
  • Gewicht: 250 - 300 g
  • Lebenserwartung: 15 - 25 Jahre
  • Verbreitung: Südliches Südamerika
  • Lebensraum: Buschreiche Savannen, lichte Waldgebiete
  • Artbestand: Gering gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Papageien
  • Familie: Eigentliche Papageien
  • Gattung: Felsensittiche
  • Art: Felsensittich (Cyanoliseus patagonus)

Aussehen

An seinen weißen, nur an den Achseln vorhandenen Brustflecken ist die Unterart „Kleiner Felsensittich" (Cyanoliseus p. patagonus) zu erkennen. Über die Brust des „Großen Felsensittich" (C. p. bloxami Syn. byroni) ziehen sich die weißen Flecke quer über die Brust. Die dritte und kleinste Unterart, (C. p. andius), hat keine weißen Brustfedern. Sie kommt in den Anden vor. Kopf, Rücken und Flügeldecken sowie Kehle und Brust sind bei allen von düsterem Olivgrün. Ein großer, roter und v-förmiger Fleck schmückt die Mitte des gelben Bauches. Gelb sind auch die Unter- und Oberschwanzdecken sowie der Bürzel. Schwingen und Schwanz sind blau, die Füße sind rosig und die Augen gelb mit nackter weißer Umgebung. Der Schnabel zeigt sich schwarz, bei den Jungvögeln noch hell.

Nachwuchs und Aufzucht

Vom September bis Anfang April ist die Brutzeit. Der Felsensittich brütet gerne gesellig und gräbt seine Bruthöhle in die steilen Lehmufer der Flüsse oder auch in Sandstein-Bergwände. Die Höhle kann bis zu drei Meter tief gegraben sein, wo sie mit denen anderer Paare zusammentrifft. In die Nestkammer am Ende werden zumeist zwei bis vier weiße Eier gelegt. Nach 25 Tagen schlüpfen die Jungen, die im Alter von acht Wochen die Brutkammer verlassen und noch vier Wochen lang gefüttert werden.

Lebensweise und Verhalten

Die Felsensittiche sind gesellig und bevölkern die meisten offenen Ladstriche in der Nähe von Flüssen und anderen Gewässern. Sie kommen im Flachland und bis in Höhen von 2000 Meter vor. Meistens werden sie auf den Sandbänken, den grasigen Ufern oder in Gebüschen auf Nahrungssuche gesehen. Sie fliegen in kleineren oder größeren Gruppen in exakten Formationen und lassen dabei ihr lautes Gekreische hören. In den Brutkolonien, die auch an den Steilküsten direkt am Meer sein können, herrscht ein Kommen und Gehen. Die verpaarten Vögel halten treu zusammen.

Kommunikation

Die Flugrufe des Felsensittichs sind schrilles, wildes Kreischen. Die Laute, die sie auf dem Boden oder auf den Bäumen hören lassen, sind recht leise, kehlig und darum kaum zu vernehmen.

Ernährung

Außer Glanz und Silberhirse bekommen die Felsensittiche geschälten Hafer, Weizen, Maisbruch oder milchigen Mais, Sonnenblumen-, Pinienkerne, Zirbelnüsse sowie ein gutes Großsittich-Weichfutter. Zur Aufzucht sollte auch alles angekeimt gegeben werden. In dieser Zeit sind auch Äpfel, Möhren, Salatgurken und anderes Gemüse angebracht, am besten zerraspelt und unter Ei- oder Weichfutter gemischt. An Grünem wird gern Löwenzahn, Vogelmiere, Hirtentäschel und vielerlei anderes genommen. Grit, ein Kalkpräparat und eine große Schale mit stets frischem Badewasser sind eine wesentliche Voraussetzung für das Wohlbefinden der Vögel.

Haltung

Felsensittiche brauchen eine große Gartenvoliere, deren Konstruktion sechs Meter lang und aus Metall sein sollte, da der Rahmen sonst angenagt wird. Darin können bis zu vier der geselligen Vögel gehalten werden. Weil sie winterhart sind, reicht ein Schutzhaus für sie aus. Ihre Zucht gelingt in Nistkästen, noch besser in Naturstämmen mit Höhlen von 30 Zentimeter Durchmesser und 50 bis 100 Zentimeter Höhe. Das Männchen füttert das brütende Weibchen und, nachdem die Jungen zwei Wochen oder älter sind, diese auch direkt.

Hätten Sie’s gewusst?

Die Felsensittiche schaffen oft ein wahres Labyrinth von Gängen innerhalb der Lehm- oder Sandsteinwände, sodass sich die Vögel darin begegnen können.
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