Steckbrief Nymphensittich | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Nymphensittich

Der Nymphensittich kommt in ganz Australien vor. Nur in den meisten Küsten- und dichten Waldgebieten sowie auf Tasmanien ist er nicht zu finden. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Nymphensittich.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Der Nymphensittich nimmt in jeder Hinsicht eine Sonderstellung ein, da er halb als Sittich, halb Kakadu eingestuft wird.

Steckbrief

  • Körperlänge: 33 cm
  • Gewicht: 80 - 100 g
  • Lebenserwartung: Durchschnitt: 14- 19 Jahre, immer mehr Exemplare auch bis zu 30 Jahren
  • Verbreitung: Australien
  • Lebensraum: Savannen, offene Wälder, Kulturland
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Papageien
  • Familie: Kakadus
  • Gattung: Nymphensittiche
  • Art: Nymphensittich (Nymphicus hollandicus)

Aussehen

Kopf und Haube des Nymphensittich-Männchens sind zitronengelb und haben graue Spitzen. Der große runde Ohrfleck ist hellrot. An der Oberseite ist das Männchen bräunlichgrau. Unterseits ist es etwas heller. Auf den Schwingen ist je ein großer weißer Fleck. Die Unterseiten der Flügel und des Schwanzes sind schwarz. Der Schnabel und die Füße sind grau. Das Weibchen ist mit Ausnahme des gelbgrauen Kopfes und der Haube sowie des etwas blasseren Ohrflecks gleich gefärbt. Außerdem hat es gelb gemusterte Federn an der Unterseite des graueren Schwanzes. Vom Nymphensittich gibt es inzwischen zahlreichen Mutationen.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Brutzeit des Nymphensittichs richtet sich nach der Regenzeit und den dann frisch reifenden Grassamen. Ein Pärchen sucht  sich eine Baumhöhle, in die das Weibchen drei bis sieben Eier legt. Gebrütet wird von beiden Partnern: Das Männchen sitzt tagsüber, das Weibchen sitzt nachts auf dem Gelege. Die Vögel lassen sich meist rückwärts hinab, weil sie sich wegen des langen Schwanzes in der oft sehr engen Höhle nicht umdrehen können. Nach etwa 20 Tagen schlüpfen die Jungen, die fünf Wochen brauchen, bis sie voll befiedert und flügge sind. Sie werden danach noch weitere zwei bis drei Wochen lang gefüttert.

Lebensweise und Verhalten

Der Nymphensittich kommt in ganz Australien vor. Nur in den meisten Küsten- und dichten Waldgebieten sowie auf Tasmanien ist er nicht zu finden. Außerhalb der Brutzeit zieht er, vor allem auf der Suche nach Wasser, nomadisch umher. Dabei können sich große Schwärme bilden. Die Paare bleiben auch innerhalb von großen Scharen beieinander und halten über Jahre zusammen. Oft setzen sich die Vögel nicht quer auf einen Ast, sondern längs. Das dient sowohl zur Tarnung als auch zum Schutz gegen die in Australien oft heftigen Winde.

Kommunikation

Das recht leise Gezwitscher gilt dem Partner als Stimmfühlungslaut oder als Lockruf. Ferner lässt der Nymphensittich ein trällerndes „quiiil-quiiil-quiiil“ hören. Ein lautes Kreischen ist nur zu hören, wenn er sehr ängstlich ist oder erschreckt wurde. Als zutraulicher Vogel lernt er seinen Namen und vielleicht auch etwas mehr zu sprechen, und auch Melodien nachzupfeifen.

Ernährung

Wichtigstes Futtermittel sind für den Nymphensittich folgende Samen: verschiedene Hirsesorten, Glanz, auch Spitzsaat oder Kanariensaat genannt, Weizen, Gerste und geschälter Hafer. Werden die Getreidearten gekeimt gereicht, sind sie weicher und die Vögel nehmen sie lieber. An ölhaltigen Samen sind nicht viele notwendig, da die Vögel sonst zu fett werden können. Also sparsam mit Sonnenblumenkernen, Hanf, Leinsaat, Nigersaat, Nüssen wie Wal-, Hasel-, Erd-, Zirbelnüssen, Pignolien und Pistazien umgehen. Nymphensittiche nehmen gerne viel Grünes, so zum Beispiel alle Salatsorten, Mangold und viele Wildpflanzen wie Löwenzahn, Vogelmiere und Hirtentäschel. Zur Aufzucht der Jungen sind Ei- und Weichfutter mit gekeimten Samen wichtig, besonders mit einer Prise Kalk-Mineralstoffen. Ein Kalkstein, Grit und täglich frisches Trink- und Badewasser gehören ebenfalls zu seinen Bedürfnissen.

Haltung

Der Nymphensittich bringt alle guten Eigenschaften für die Haltung in einer Zimmervoliere mit: Er ist friedlich, anspruchslos, langlebig und er wird leicht zahm. In Gartenvolieren wird er sogar im Winter gehalten, wenn er jederzeit ein Schutzhaus aufsuchen kann. Es ist ratsam, ihn paarweise zu halten. Allerdings kann er auch mit einem Wellensittich oder einem anderen friedlichen Grossittich zusammenleben.

Hätten Sie’s gewusst?

Der Nymphensittich nimmt in jeder Hinsicht eine Sonderstellung ein, da er halb als Sittich, halb Kakadu eingestuft wird. Sogar die Wissenschaftler sind sich darin noch nicht einig.
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren