Steckbrief Tovisittich | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Tovisittich

Der Tovisittich ist vom Südwesten Mexikos entlang der Pazifikhänge Mittelamerikas bis Nord- und Ost-Kolumbien sowie West- und Nordwest-Venezuela zu Hause. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Tovisittich.
 
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Steckbrief

  • Körperlänge: 18 - 19 cm
  • Gewicht: 53 - 65 g
  • Lebenserwartung: 8 - 12 Jahre
  • Verbreitung: Mexiko bis Kolumbien und Venezuela
  • Lebensraum: Halboffene Wälder
  • Artbestand: Gering gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Papageien
  • Familie: Eigentliche Papageien
  • Gattung: Schmalschnabelsittiche
  • Art: Tovisittich (Brotogeris jugularis)

Aussehen

Der Tovisittich ist fast komplett grün. Nur unterm hornfarbenen Schnabel hat er einen winzigen, orangen Fleck am Kinn. Auf den kleinen Flügeldecken zeichnet sich ein länglicher brauner Schulterfleck ab. Die Füße sind hell. Weibchen und Jungvögel sehen dem Männchen gleich.

Nachwuchs und Aufzucht

Brutzeit ist von Januar bis April. Zur Brut werden alte Spechthöhlen, abgebrochene oder ausgefaulte Baumstämme, Stubben oder verlassenen Termitenbauten bezogen. Männchen wie Weibchen beteiligen sich oftmals zu mehreren Paaren am Ausgraben der Höhle. Nach einem  kurzen Tunnel graben sie aufwärts zu den eigentlichen Nistkammern. Diese werden so groß gebaut, dass ein Paar gerade gut hineinpasst. Darin übernachten sie auch gerne außerhalb der Brutzeit.

Lebensweise und Verhalten

Der Tovisittich ist vom Südwesten Mexikos entlang der Pazifikhänge Mittelamerikas bis Nord- und Ost-Kolumbien sowie West- und Nordwest-Venezuela zu Hause. Am liebsten werden von ihm weniger dicht bewaldete Gegenden im Tiefland bewohnt. Viel seltener zeigt er sich auf Hügeln bis etwa 1.000 Meter. Auch in offenem Land mit zerstreuten Gehölzen oder vereinzelten hohen Bäumen ist er anzutreffen. Er kommt aber auch in Parks und Stadtteile mit einigem Baumbestand.

Kommunikation

Ihr Flugruf ist ein raues, fortwährendes Schwatzen, das sich wie „äk-äk-äk-äk“ anhört. Allerdings soll es auch lautes Kreischen bei ihnen geben. Sitzen sie hoch im Gezweig der Bäume, kann man ihr Geplauder hören, das oft im Duett von Pärchen oder mit anderen Tovisittichen vorgetragen wird. Sie sind meistens sehr anhänglich und lernen gerne das Pfeifen und Sprechen.

Ernährung

Seine Nahrung besteht aus einem Körnergemisch wie für Wellensittiche, also überwiegend aus Hirsesorten, Glanz, geschältem Hafer und ganz wenig Nigersaat. Etwas Mischfutter ist angekeimt zur Brutzeit zu geben, vor allem zum Füttern der Nestlinge. Gemüse, Obst, Beeren, Blüten und Nektar sind begehrt. Für Letzteres kann Lorinahrung unter ein insektenreiches Weichfutter gegeben werden. Zweige und Äste benagt der Tovisittich sehr gerne. Ferner mag er viel Grünes wie Löwenzahn und Vogelmiere. Ölhaltige Samen sollten, bis auf ganz seltene Leckerbissen, tabu für ihn sein.

Haltung

Als sehr gesellige Vögel können sie gut im kleinen Schwarm gehalten werden. Sie unternehmen alle Aktivitäten gemeinsam. Da der Import von Tovisittichen in Europa verboten ist, gelingt es selten, an mehrere Vögel zu kommen. Darum werden vor allem Zuchterfolge angestrebt und auch in kleiner Zahl erzielt. Tovisittiche brüten nicht gerne in Nistkästen. Ein Grund dafür ist, dass sie es in ihrer Heimat gewöhnt sind, ihre Nestlinge in Termitenbauten großzuziehen. Die vier bis sieben Eier werden 21 Tage lang bebrütet, die Jungen sind mit sechs Wochen flügge und werden noch bis zu drei Wochen, überwiegend vom Vater, gefüttert

Hätten Sie’s gewusst?

Gegenüber kleineren und gleich großen Vögeln sind die Tovisittiche recht aggressiv. Sie beißen den Vögeln dabei mit Vorliebe in die Füße.
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