Steckbrief Straußwachtel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Straußwachtel

Die Straußwachtel ist auf Sumatra, Borneo und in Malaysia beheimatet, wo sie die Bambushaine und den Waldboden bewohnt, in denen kleine Bäumchen und Gebüsch für Deckung sorgen. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung der Straußwachtel.
 
© Marion Wear / Fotolia
Die Straußwachtel ist der einzige Vertreter ihrer Gattung.

Steckbrief

  • Körperlänge: 27 cm
  • Gewicht: 190 - 230 g
  • Lebenserwartung: bis zu 5 Jahre
  • Verbreitung: Südostasien
  • Lebensraum: Unterholz dichter Wälder, Bambushain
  • Artbestand: Gering gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Hühnervögel
  • Familie: Hühner
  • Gattung: Rollulus
  • Art: Straußwachtel (Rollulus roulroul)

Aussehen

Die Straußwachtel ist der einzige Vertreter ihrer Gattung. Die Färbung und der Haarschopf auf dem Kopf sind einmalig. Es hat jedoch nur der Hahn diese herrlich leuchtend blaue Färbung. Die Henne ist grün gefärbt und hat braune Flügeldecken. Bei ihr sind allerdings auch die Augenumgebung und die Füße rot. Nur auf der Stirn wächst ihr ein kleines Borstenbüschel. Der rotbraune Schopf im Nacken des Hahnes, der auf der Stirn noch schwarze Borsten mit einem weißen Band dazwischen trägt, fehlt der Henne.

Nachwuchs und Aufzucht

Für die Brut sondern sich die Paare ab. Das Nest wird aus Reisern und trockenen Blättern in einer Mulde unter einem Busch gebaut. Es bekommt ein Dach und der Einschlupf wird von der brütenden Henne nachts verschlossen. Der Hahn sitzt auf einem Busch in der Nähe und hält Wache. Das Gelege besteht aus drei bis vier Eiern, die im Abstand von zwei Tagen gelegt werden. Die Brutdauer beträgt rund 20 Tage. Die Küken sind wie alle Hühnervögel Nestflüchter und verlassen noch am Tag des Schlupfs das Nest. Die Mutter hält ihnen die Nahrung hin, die sie ihr vom Schnabel abpicken. Da die Jungen sehr wärmebedürftig sind, hudert die Henne ihre Kleinen fast ständig. Im Alter von knapp einem Monat können diese schon fliegen und übernachten dann mit der Mutter auf einem Ast. Der Hahn tut nicht viel für die Aufzucht, bleibt aber immer in der Nähe.

Lebensweise und Verhalten

Die Straußwachtel ist auf Sumatra, Borneo und in Malaysia beheimatet, wo sie die Bambushaine und den Waldboden bewohnt, in denen kleine Bäumchen und Gebüsch für Deckung sorgen. Dort lebt sie von Ameisen, Käfern und anderem kleinen Getier sowie von Früchten. Meistens ist die Straußwachtel in Gruppen von etwa zwölf Vögeln unterwegs, wobei sie wie unsere Haushühner nach Nahrung scharrt. Der Hahn lockt seine Henne immer wieder mit Pfiffen heran und bietet ihr gefundene Leckerbissen an. Zur Brutzeit bezieht das Paar ein Revier für sich und verteidigt es gegenüber Artgenossen.

Kommunikation

Die nicht laute Stimme besteht  aus verschiedenen Rufen, ein mehrfaches klagendes Pfeifen, das sich wie „si–il“ anhört. Nur wenn die Vögel eines Paares weit auseinander sind, sind sie mit ihrem Verlassenheitsruf etwas lauter. Nur selten zu hören ist ein leises Kichern.

Ernährung

Sie lebt überwiegend von Insekten, Würmern und anderer tierischer Nahrung. Ein insektenhaltiges Weichfutter, etwas gekochtes und gehacktes Ei und Rinderherz, Hackfleisch und Quark, gut mit dem Weichfutter vermischt, bildet ihre Hauptnahrung. Diese wird mit Obst und Früchten angereichert. Eingeweichte Rosinen sowie Weintrauben, Erdbeeren, Bananen, Apfel- und Birnenstückchen und vieles mehr nimmt sie gern, dafür kaum Grünes und Körnerfutter.

Haltung

Für die Haltung in einer Innenvoliere (im Sommer darf sie auch in die Gartenvoliere) ist die Straußwachtel sehr zu  empfehlen. Anfangs ist sie sehr scheu und kann sich durch ihr kopfloses Toben verletzen, doch sehr bald wird sie ausgesprochen zahm. Sie nimmt dann sogar Leckerbissen wie etwa Mehlkäferlarven aus der Hand. Zur Zucht schreitet die Straußwachtel bei guten Haltungsbedingungen recht bereitwillig. Durch ihr interessantes Verhalten und ihre schönen Farben und ihre Zutraulichkeit wird sie gern gehalten

Hätten Sie’s gewusst?

Große, herab gefallene Früchte, die von den Wildschweine zerbissen werden, dienen den Straußwachteln als Leckerbissen, die für sie zu groß wären.
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren