Steckbrief Beo | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Beo

Er kommt in einer Reihe von Unterarten in weiten Teilen Südasiens vor. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Beo.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Der Beo badet leidenschaftlich gerne und planscht dabei tüchtig.

Steckbrief

  • Körperlänge: 24 - 35 cm
  • Gewicht: 180 - 300 g
  • Lebenserwartung: 15 - 20 Jahre
  • Verbreitung: Südostasien
  • Lebensraum: Dichte Waldgebiete
  • Artbestand: Gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Stare
  • Gattung: Gracula
  • Art: Beo (Gracula religiosa)

Aussehen

Der Beo ist ein rabenschwarzer Star. Scheint die Sonne auf sein Gefieder, schillert es in blauen, violetten und grünen Farbtönen. Mit den weißen Flügelbinden, den gelben Füßen, dem gelben bis orangen Schnabel und den gelben Hautlappen unter den Augen und einem Nackenband zeigt der Beo eine lebhafte Zweifarbigkeit. An den federlosen Partien können die Unterarten am besten unterschieden werden. Beim Mittelbeo, dem sich am häufigsten in unserer Pflege befindet, reicht ein mit dem Nachenband verbundenes „V“ nahe an die Augen heran. Dieses ist nicht umlaufend, sondern in der Nackenmitte unterbrochen.

Nachwuchs und Aufzucht

Das Beo-Pärchen sondert sich zum Brüten von seiner Gruppe ab und sucht eine Baumhöhle in zehn bis 17 Meter Höhe. Mit Zweiglein, Blättern, Gras und Federn polstern sie die Höhle aus. Das Gelege besteht aus zwei bis drei, selten vier blauen oder türkisfarbenen, rotbraun gefleckten Eiern. Das Weibchen brütet sie innerhalb von zwölf bis 13 Tagen aus. Anschließend beginnt die Futtersuche nach kleinen Insekten. Hierbei hilft das Männchen fleißig mit. Die Jungen verlassen die Nisthöhle mit etwa 28 Tagen flugfähig und werden noch zwei Wochen lang von den Eltern versorgt und umhegt.

Lebensweise und Verhalten

Er kommt in einer Reihe von Unterarten in weiten Teilen Südasiens vor. Der Mittelbeo (Gracula r. intermedia) kommt von Indien bis Süd-China vor. Beos leben in ihrer Heimat gesellig in Waldgebieten, sowohl im Flachland wie auch in bergigen Gegenden bis in Höhen von 1.500 Meter. Sie bevorzugen die Waldränder und Flussufer und halten häufig von trockenen Bäumen aus Ausschau auf die Umgebung. Dabei erlernen sie viele Stimmen von Tieren in ihrer Umgebung, mit denen sie später andere Tiere und Vögel erschrecken oder auch anlocken können. Bei ihrem geselligen Beisammensitzen lernen sie auch voneinander.

Kommunikation

Die Naturlaute der Beos sind ein leises, tiefes Geplauder sowie ein lautes und weittragendes "ti-jong", ein mehr oder weniger häufig ausgestoßener schriller Pfiff. Außerdem lassen sie eine Menge anderer Laute hören, bei denen man nicht weiß, ob es eigene oder aufgeschnappte Laute sind. Diese Vögel sind nämlich wie kaum ein anderer dazu befähigt, andere Vögel, andere Tiere, Geräusche und die menschliche Stimme nachzuahmen. Was sie alles zu sprechen und zu imitieren lernen, ist oft unglaublich.

Ernährung

Seit Langem gibt es Beofutter in Form von Pellets, die alle notwendigen Nährstoffe enthalten. Es wird gerne genommen und hat die Wirkung, dass der Beo einen festen, kaum riechenden Kot abgibt, was bei reiner Obstfütterung leider nicht der Fall ist. Mit etwas insektenhaltigem Weichfutter, hin und wieder einem Mehlwurm oder einem kleinen Stückchen Obst als Leckerbissen von Hand gegeben, kann seine Ernährung abgerundet werden.

Haltung

Einen Beo zu kaufen, der scheu und ängstlich ist, lohnt nur, wenn er mit einem Partner zu Zuchtzwecken in einer großen, gut bepflanzten Voliere untergebracht wird. Dann besteht die Möglichkeit des Brütens und der Aufzucht von Jungen, wenngleich die Zucht auch noch nicht so häufig gelingt, wie es zu wünschen wäre. Solche zuerst scheuen Beos sind wahrscheinlich als erwachsene Vögel gefangen worden und verfügen noch über alle natürlichen Laute und Verhaltensweisen. Vom Mittelbeo liegen auch die meisten Zuchtberichte vor. Er brütet in geräumigen Nistkästen oder Baumhöhlen. Zur Aufzucht der Jungen wird tierische Nahrung benötigt, auch wenn er sonst mehr Obst nimmt.

Hätten Sie's gewusst?

Der Beo badet leidenschaftlich gerne und planscht dabei tüchtig. Ein Badehäuschen für Nymphensittiche reicht für ihn kaum aus, lieber ist ihm eine Schüssel. Manche Beo-Halter lassen ihm gleich zwei, drei Zentimeter hoch Wasser in das Waschbecken oder in die Badewanne ein, was er sehr zu schätzen weiß und weidlich ausnutzt.
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