Steckbrief Hirtenstar | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Hirtenstar

Sowohl im Flachland als auch im Himalaja bis in Höhen von 3.000 Meter ist er überall in menschlichen Siedlungen zu finden. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Aussehen, Aufzucht, Lebensweise, Kommunikation, Ernährung und Haltung des Hirtenstar.
 
© Frank Heinzelmann / Fotolia
In seiner Heimat wird der Hirtenmaina gern gehalten, manchmal sogar frei fliegend.

Steckbrief

  • Körperlänge: 23 - 25 cm
  • Gewicht: ca. 100 g
  • Lebenserwartung: 10 - 15 Jahre
  • Verbreitung: Indien, Bangladesch, Sri Lanka
  • Lebensraum: Felder, Gärten, Ortschaften
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Stare
  • Gattung: Acridotheres
  • Art: Hirtenstar (Acridotheres tristis)

Aussehen

Der im Englischen Indian Myna genannte Hirtenstar oder Hirtenmaina ist dunkelbraun gefärbt, wobei der Kopf und die Schwingen schwarz sind. Schnabel und Füße sind leuchtend gelb, ebenso der nackte Fleck hinter den Augen. Die Unterschwanzdecken und die Säume der schwarzen Schwanzfedern sind weiß. Ein großer weißer Flügelspiegel zeigt sich vor allem im Fluge. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt.

Nachwuchs und Aufzucht

In einer Baumhöhle, einem Mauerloch, Wänden oder unter Dächern trägt das Pärchen Zweige, Wurzelfasern, Blätter, auch Papier, Stoffstücke und sonstigen Unrat als Nistmaterial zusammen. In das so geschaffene Nest legt das Weibchen zumeist vier bis fünf glänzend-blaue Eier. Die Arbeit des Brütens von etwa 17 Tagen Dauer und das Füttern der Nestlinge  teilen sich beide Eltern. Nach etwa 23 Tagen verlassen die Jungen das Nest. Danach werden sie noch gut
zwei Wochen lang gefüttert und geführt. Eine zweite Brut folgt meistens. Anschließend ziehen die Hirtenstare in Schwärmen von über 100 Vögeln auf Nahrungssuche und übernachten gemeinsam auf hohen Bäumen.

Lebensweise und Verhalten

Der Hirtenstar ist fast immer in der Nähe des Menschen zu sehen, sei es, dass er Früchte im Garten oder beim Pflügen Regenwürmer stiehlt oder die vom Vieh beim Weiden aufgestöberte Grashüpfer fängt. Sogar aus den Küchenabfällen sucht er Fressbares heraus. Sowohl im Flachland als auch im Himalaja bis in Höhen von 3.000 Meter ist er überall in menschlichen Siedlungen zu finden. Um die wenigen fressbaren Abfälle streiten sich Hirtenstare schon mal. Meistens kommt es dabei jedoch nur zu einem kleinen „Tauzieh-Wettbewerb“ und keiner ernsthaften Auseinandersetzung.

Kommunikation

Seine Lautäußerungen sind scharfes und lautes Schreien und Schwatzen. Die verschiedenen Rufe hören sich wie „keck-keck-keck“, „kock-kock-kock“ oder auch etwas melodischer wie „radio-radio-radio“ an. Der Hirtenmaina beherrscht auch sehr sanfte und leise Töne und kann Stimmen anderer Vögel nachahmen. Auf ihren Schlafbäumen ertönt bis kurz vor Nacht ein allgemeines Gezeter.

Ernährung

Getreide, andere Samen und süße Früchte in den Feldern und Gärten aufzuspüren ist für den Hirtenstar die Hauptbeschäftigung. In Pflege bekommt er eingeweichte oder angekeimte Weizenkörner, dazu ein insektenhaltiges, mit einem Mineralien-Kalkpulver bestreutes Weichfutter. An Früchten, Obst und Beeren nimmt er alles, was ihm – je nach Jahreszeit – angeboten wird. Mehlwürmer, Grillen, Heuschrecken und Wachsmottenlarven sind für die Aufzucht der Jungen erforderlich, anfangs auch Ameisenpuppen, Fliegenmaden und Regenwürmer.

Haltung

In einer kombinierten Innen-Außenvoliere fühlt sich das Hirtenmaina-Paar sehr wohl. Es darf dort größeren Vögeln wie einem Pärchen Papageien, Wildtauben oder Wachteln vergesellschaftet werden. Der Hirtenstar benötigt darin einen hoch angebrachten Nistkasten mit großem bzw. vorne halb offenem Einschlupf.

Hätten Sie’s gewusst?

In seiner Heimat wird der Hirtenmaina gern gehalten, manchmal sogar frei fliegend.
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